„Gelebtes Kulturerbe“ – Revitalisierung von Schlossruinen
Archiv 2021
»Gelebtes Kulturerbe« – praktische denkmalpflegerische
Aneignung eines gemeinsamen Kulturerbes im deutsch-polnischen Grenzraum
Spring-School vom 23. bis zum 29.3.2021 auf Schloss Muhrau/Morawa, Schlesien
Die Werkstatt beschäftigt sich mit einem in Europa einmaligen Landschafts- und Kulturensemble, das sich durch die Dichte an Schlössern und Herrenhäuern in einem besonders reizvollen Natur- und Grenzraum auszeichnet.
Inhalte der einwöchigen Bauhütte sind methodische Schulung in Baugeschichte, Stilkunde und historischer Materialverwendung sowie praktische, nichtinvasive Bauuntersuchung an und Entwurf von adäquaten, innovativen Nutzungskonzepten für bestandsgefährdete Schlösser und Herrenhäuser in Schlesien
Ziel ist es, dieses bauliche Erbe Schlesiens als
schützenswertes Zeugnis der gemeinsamen europäischen Kulturgeschichte zu
verstehen, die für die Erhaltung relevanten Aufgaben zu erkennen und zur
Identifikation mit der Region beizutragen.
Für jeweils vierköpfige Teams hat Werkstattleiter Arne Franke, Kunsthistoriker und Denkmalpfleger, vier Schlösser/Untersuchungsobjekte ausgewählt, für die historische und architekturgeschichtliche Analysen sowie zukünftige Nutzungsideen entwickelt werden sollen. Die Ergebnisse werden in einer illustrierten Broschüre zusammengefasst.
Die Unterbringung der Teilnehmer der Werkstatt erfolgt im
Schloss Muhrau/Morawa, selbst ein Beispiel für eine gelungene Restaurierung und
Wiedernutzung eines niederschlesischen Baudenkmals. Von dort aus werden die
ausgewählten Objekte besucht und erkundet.
Penkendorf/Panków (PL) | Schloss um 1910 – Fotograf Robert Weber, Dresden
Penkendorf/Panków (PL) | Renaissancezeitliches Gewölbe im Erdgeschoss
Penkendorf/Panków (PL) | Kellergeschoss
Penkendorf/Panków (PL) | Binnengliederung
Penkendorf/Panków (PL) | Hauptfassade
Laasan/Łażany (PL) | Schloss um 1910 – Fotograf Robert Weber, Dresden
Laasan/Łażany (PL) | Nordwestansicht
Laasan/Łażany (PL) | Südfassade
Laasan/Łażany (PL) | Nordostansicht
Laasan/Łażany (PL) | Barockes Hauptportal
Laasan/Łażany (PL) | Gewölberaum im Erdgeschoss
Laasan/Łażany (PL) | Gewölberaum im Erdgeschoss
Laasan/Łażany (PL) | Heute verlorene Inschrift aus dem 16. Jahrhundert (2004)
Habendorf/Owiesno (PL) | Schloss um 1910 – Fotograf Robert Weber, Dresden
Habendorf/Owiesno (PL) | Blick zur Hofanlage und der Schlossruine
Habendorf/Owiesno (PL) | Zufahrt zum Schlossgelände mit Wirtschaftsgebäuden
Habendorf/Owiesno (PL) | Renoviertes Protal zur Hofanlage
Habendorf/Owiesno (PL) | Westfassade
Habendorf/Owiesno (PL) | Ostfassade
Habendorf/Owiesno (PL) | Barockes Gärtnerhaus
Raudnitz/Rudnica (PL) | Schloss um 1910
Raudnitz/Rudnica (PL) | Schloss
Raudnitz/Rudnica (PL) | Schloss
Raudnitz/Rudnica (PL) | Renaissancezeitliche Sgraffitodekoration und Türgewände
Raudnitz/Rudnica (PL) | Renaissancezeitliches Gewölbe im Erdgeschoss
Raudnitz/Rudnica (PL) | Binnengliederung
Muhrau/Morawa | Anstelle eines schlichten Sommersitzes der Benediktinerinnen von Striegau/Strzegom ließ der aus einer Unternehmerfamilie stammende Eduard von Kramsta 1873 einen repräsentativen Schlossbau errichten, der seit den frühen 1990er Jahren eine Bildungsstätte und einen caritativen Kindergarten beherbergt.
In Zusammenarbeit mit den Städtischen Museen Zittau
Die zweitägige Studienreise führt in eine der kulturhistorisch reichsten, zugleich landschaftlich markantesten Regionen Böhmens: nach Nordostböhmen, wo sich am Südrand der Sudeten mittelalterliche Kleinstädte, aristokratische Repräsentationsarchitektur und klösterliche Bautraditionen eindrucksvoll überlagern. Neben den Städten Gablonz an der Neiße/Jablonec nad Nisou, dessen Stadtbild und Regionalmuseum bis heute von der Blüte der Glas- und Bijouterieindustrie um 1900 geprägt ist, besuchen wir Hohenelbe/Vrchlabí, das Tor zum Riesengebirge mit seinem eindrucksvollen Schloss, dem Augustinerkloster und gut erhaltenen Bürgerhäusern sowie das Städtchen Arnau/Hostinné, das mit seinem Ring (Marktplatz) mit gotischen, zum Teil barockisierten Laubenhäusern ein nach wie vor weitgehend unversehrt gebliebenes Stadtbild aufweist. Mit Braunau/Broumov betreten wir das Zentrum des gleichnamigen Klosterlands, geprägt vom monumentalen, durch die bayerisch-böhmischen Baumeister Christoph und Kilian Ignatz Dientzenhofer barockisierten Benediktinerkloster. Nachod/Náchod schließlich vereint eine mittelalterliche Stadtanlage mit einem eindrucksvollen Renaissanceschloss, das oberhalb des Stadtzentrums thront. Zum Abschluss besuchen wir den einstigen Badeort Kukus/Kuks an der Elbe, dessen in die Flusslandschaft integriertes barockes Hospital zusammen mit dem Skulpturenreichtum des Bildhauers Matthias Bernhard Braun zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk verschmelzen.
Hohenelbe/Vrchlabí | Das in der Renaissance errichtete und Anfang des 17. Jahrhunderts umgebaute Schloss der Adelsfamilien Morzin und Černín beherbergt heute das Stadtamt.
Nachod/Náchod | Hoch über der Stadt erhebt sich das Schloss, ein Renaissancebau, der sich seit dem Dreißigjährigen Krieg in den Händen der Adelsfamilien Piccolomini, Biron von Kurland und zuletzt den Fürsten von Schaumburg-Lippe gehörte.
Trautenau/Trutnov | Winterliche Ansicht des des von Lauben gesäumten Marktplatzes
Kukus/Kuks | Fernsicht auf den im Auftrag des Grafen Franz Anton von Sporck errichteten barocken Hospitalkomplex.
Kukus/Kuks | Blick in das Gartenparterre hinter dem barocken Hospitalkomplex.
Kukus/Kuks | Nahe des einstigen barocken Kurbads Kukus entstand unter dem Grafen Franz Anton von Sporck durch den genialen Bildhauer Matthias Bernhard Braun Kukus/Kuks | Nahe des einstigen barocken Kurbads Kukus entstand unter dem Grafen Franz Anton von Sporck durch den genialen Bildhauer Matthias Bernhard Braun ein allegorienreicher Landschaftsgarten.
Gablonz an der Neiße/Jablonnec nad Nisou |
Gablonz an der Neiße/Jablonnec nad Nisou | Ausdruck der florierenden Bijouterieindustrie, für die die Stadt international bekannt war, ist das Neue Rathaus im Stil des Neuen Bauens
Gablonz an der Neiße/Jablonnec nad Nisou |
Gablonz an der Neiße/Jablonnec nad Nisou |
Gablonz an der Neiße/Jablonnec nad Nisou | Außerhalb der Altstadt entstand zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein Viertel mit Jugendstilvillen, an deren Rand die Altkatholische Kirche steht.
Das von der imposanten Landschaft des Riesengebirges begrenzte Hirschberger Tal/Kotlina Jeleniogórska begeistert mit seiner Vielzahl an Schlössern und Parkanlagen. Hier richtete das Hohenzollernhaus drei königliche Sommersitze ein, die u. a. durch die Architekten Schinkel und Stüler sowie den Gartenarchitekten Lenné entscheidend geprägt wurden und die Kulturlandschaft als „Schlesisches Elysium“ schon im 19. Jahrhundert überregional bekannt werden ließ.
Nach der Fahrt durch die Görlitzer Heide und das Vorland des Isergebirges erreichen Sie am vormittag den mittelalterlichen, 1310 datierten Wohnturm von Boberröhrsdorf/Siedlęcin mit seinen spektakulären Wandmalereien. Nach dessen Besichtigung geht es – an der Stadt Hirschberg/Jelenia Góra vorbei – zum Schloss in Lomnitz/Łomnica mit einem Museum, einem revitalisierten Wirtschaftshof, einem evangelischen Bethaus sowie einer kleinen Parkanlage. Nach dem Mittagessen umrunden Sie mit einem kurzen Spaziergang die ehemalige königlich-preußische Sommerresidenz von Fischbach/Karpniki. Fischbach wurde als Sitz des Prinzen Wilhelm von Preußen im Stil der englischen „castle gothic“ umgebaut und beeindruckt bis heute durch sein pittoreskes Erscheinungsbild. Zuletzt besuchen Sie das von Reden´sche Gut in Buchwald/Bukowiec mit einem der frühesten englischen Landschaftsgärten in Schlesien. Sie erleben an diesem Tage einen repräsentativen Ausschnitt der faszinierenden Schlösserlandschaft Schlesiens, gleichzeitig eine der schönsten Regionen des Landes. Das Hirschberger Tal/Kotlina Jeleniogórska, das auch durch seine landschaftlichen Höhepunkte besticht, die, im wahrsten Sinne des Wortes, in der Riesengebirgskette mit der mehr als 1.600 Meter hohen Schneekoppe gipfeln. Schon seit dem späten 18. Jahrhundert war die Region Ziel zahlreicher Künstler, darunter Malern wie Carl Christoph Reinhardt, Caspar David Friedrich und Adrian Ludwig Richter, die in ihren Werken die „Imposante Landschaft“ rühmten.
Zeitgleich war das Tal auch Anziehungspunkt von Dichtern, Schriftstellern und Kulturreisenden, deren klangvolle Namen wie Johann Wolfgang von Goethe, Theodor Körner, Alexander von Humboldt und Theodor Fontane, später dann auch Gerhart und Carl Hauptmann sich in die Geschichte des Tals eingeschrieben haben. Schon in den 1820er Jahren begann auch das preußische Königshaus die liebliche Gegend als Sommerfrische zu entdecken – zuerst mit dem Prinzen Wilhelm von Preußen, dem Bruder König Friedrich Wilhelms III., der 1821 Schloss Fischbach erwarb. Darauf folgte 1830 der Kauf von Erdmannsdorf durch den König. Schloss Erdmannsdorf – seit Ende des Zweiten Weltkriegs als Schule genutzt, war der Sommersitz der königlichen Familie, bis es Anfang des 20. Jahrhunderts durch Kaiser Wilhelm II. in private Hände veräußert wurde. Schließlich erwarben die Hohenzollern 1838 Schildau, das nur durch den Fluß Bober/Bóbr von Lomnitz getrennt ist. Es war ein Geschenk für Prinzessin Luise und wartet mit einem schönen Landschaftspark auf, vermutlich nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné. Auch weitere Schlösser im Hirschberger Tal wurden in weitläufige Parkanlagen eingebettet, bei heute teilweise ebenfalls dem königlich preußischen Gartenbaudirekt Peter Joseph Lenné zugeschreiben werden. Schon bald erlebte das Hirschberger Tal, das seit 1866 auch direkt mit Berlin durch eine Eisenbahnlinie verbunden war, eine ungeahnte Blütezeit und wurde bald überregional bekannt als „Schlesisches Elysium“.
Boberröhrsdorf/Siedlęcin | Der Wohnturm von Boberröhrsdorf zählt zu den bedeutendsten mittalterlichen Profanbauten Schlesiens. 1314 errichtet und nahezu unverfälscht bis heute erhalten geblieben, bietet er mit seinen Wandmalereien aus der Mitte des 14. Jahrhunderts einen einmaligen kulturhistorischen Schatz.
Boberröhrsdorf/Siedlęcin | Der Wohnturm von Boberröhrsdorf zählt zu den bedeutendsten mittalterlichen Profanbauten Schlesiens. 1314 errichtet und nahezu unverfälscht bis heute erhalten geblieben, bietet er mit seinen Wandmalereien aus der Mitte des 14. Jahrhunderts einen einmaligen kulturhistorischen Schatz.
Lomnitz/Łomnica | Das 1720 errichtete Schloss erwarb 1835 der preußische Diplomat C. G. E. von Küster, in dessen Familie es bis 1945 blieb. Seit 1992 wieder im Besitz seiner Nachkommen, zählt das Anwesen mit Schloss, Witwenhaus und Dominium dank deren Engagement zu den schönsten und bekanntesten Adelssitzen der Region.
Lomnitz/Łomnica | Das 1720 errichtete Schloss erwarb 1835 der preußische Diplomat C. G. E. von Küster, in dessen Familie es bis 1945 blieb. Seit 1992 wieder im Besitz seiner Nachkommen, zählt das Anwesen mit Schloss, Witwenhaus und Dominium dank deren Engagement zu den schönsten und bekanntesten Adelssitzen der Region.
Lomnitz/Łomnica | Das 1720 errichtete Schloss erwarb 1835 der preußische Diplomat C. G. E. von Küster, in dessen Familie es bis 1945 blieb. Seit 1992 wieder im Besitz seiner Nachkommen, zählt das Anwesen mit Schloss, Witwenhaus und Dominium dank deren Engagement zu den schönsten und bekanntesten Adelssitzen der Region.
Schildau/Wojanów | Zu den in den letzten Jahren restaurierten Schlössern zählt auch der königliche Sommersitz der Hohenzollern in Schildau, der 1838 durch König Friedrich Wilhelm III. erworben wurde. Der von einem Architekten aus dem Umkreis von Schinkel errichtete Bau ist von einem jüngst wieder angelegten Landschaftspark umgeben.
Schildau/Wojanów | Zu den in den letzten Jahren restaurierten Schlössern zählt auch der königliche Sommersitz der Hohenzollern in Schildau, der 1838 durch König Friedrich Wilhelm III. erworben wurde. Der von einem Architekten aus dem Umkreis von Schinkel errichtete Bau ist von einem jüngst wieder angelegten Landschaftspark umgeben.
Fischbach/Karpniki | Das seit den 1990er Jahren leerstehende und gänzlich verwahrloste Schloss, seit 1822 Sommersitz des preußischen Prinzen Wilhelm und seiner Familie, wurde durch einen polnischen Investor restauriert, große Teile des historischen Interieurs rekonstruiert. 2014 fertig gestellt, beherbergt die ehemalige Sommerresidenz der Hohenzollern heute ein stilvolles Hotel.
Buchwald/Bukowiec | Das kleine, zu Ende des 18. Jahrhunderts durch den Grafen Friedrich Wilhelm von Reden klassizistisch überformte Schloss geht auf ein renaissancezeitliches Wasserschloss zurück. Im Innern sind viele bauliche Details, wie frühbarocke Stuckdecken und mehrere klassizistische Wohnräume erhalten geblieben.
Buchwald/Bukowiec | Schloss, in Renovierung, August 2024
Buchwald/Bukowiec | Der Ende des 18. Jahrhunderts durch den Grafen Friedrich Wilhelm von Reden angelegte Landschaftspark zählte zu den frühesten Anlagen nach englischem Vorbild in Schlesien. Nach jahrelanger Verwahrlosung wird er seit 2010 durch eine polnische Stiftung verwaltet und sukzessive revitalisiert.
Buchwald/Bukowiec | Der Ende des 18. Jahrhunderts durch den Grafen Friedrich Wilhelm von Reden angelegte Landschaftspark zählte zu den frühesten Anlagen nach englischem Vorbild in Schlesien. Nach jahrelanger Verwahrlosung wird er seit 2010 durch eine polnische Stiftung verwaltet und sukzessive revitalisiert.
Buchwald/Bukowiec | Blick vom Belvedere zur Schneekoppe
Buchwald/Bukowiec | Abendstimmung im Park – mit Blick auf das Riesengebirge
Erdmannsdorf/Mysłakowice | Das Schloss, seit 1831 Sommersitz König Friedrich Wilhelms III., geht auf eine kleine barocke Dreiflügelanlage zurück, die König Friedrich Wilhelm IV. durch den Architekten Friedrich August Stüler im Stil der englischen „castle gothic“ erweitern ließ.
Die Geschichte Lettlands ist geprägt von einem
vielschichtigen Erbe wechselnder Herrschaften und kultureller Einflüsse. Seit
dem Mittelalter war das Land Teil des livländischen Ordensstaates, erlebte die
Herrschaft des polnisch-litauischen Adels, stand unter schwedischer Verwaltung
und gelangte schließlich im 18. Jahrhundert unter die Oberhoheit des Russischen
Reiches. Diese politischen Wandlungen spiegeln sich bis heute in der
Architektur und Kultur der Region wider – nirgends eindrucksvoller als in den
zahlreichen Schlössern und Herrenhäusern, die das baltische Landschaftsbild
prägen.
Die Studienreise führt zu ausgewählten Beispielen der mehr als tausend Schlösser und Herrenhäuser umfassenden Kulturlandschaft, die neben den reizvollen Stadtbildern ein eindrucksvolles Zeugnis baltischer Baukunst ablegen. Von der barocken Pracht der Residenzen Ruhenthal/Rundāle und Mitau/Jelgava über die historischen Gutshäuser Kurlands und Semgallens bis zu den Altstädten von Riga und Liebau/Liepāja und spannt sich ein weiter Bogen architektonischer Vielfalt. Fachkundig begleitet von dem Architekturhistoriker Arne Franke und der lettischen Reiseleiterin Aija Kočina eröffnet die Reise vertiefende Einblicke in Geschichte, Restaurierung und heutige Nutzung dieser einzigartigen Bauzeugnisse. Gespräche mit Vertretern der staatlichen Denkmalverwaltung und engagierten Eigentümern gewähren unmittelbaren Zugang zu aktuellen Fragen des Erhalts und der Wiederbelebung des baltischen Kulturerbes.
Riga | Das Schwarzhäupterhaus, ursprünglich 1334 als Gildehaus errichtet und später mehrfach umgestaltet, repräsentierte über Jahrhunderte das Selbstverständnis der unverheirateten deutschen Kaufleute Rigas und wurde nach seiner Zerstörung 1941 in historischer Form 1999 rekonstruiert.
Quelle: pixabay/makalu – Bearb. Arne Franke
Riga | Die historische Altstadt, sowohl deren Grundriss als auch die meisten erhaltenen Gebäude, bis auf die Gründungszeit der Stadt zurück. Heute steht sie mit ihren zahlreichen Kirchen und zum Teil repräsentativen Bürgerhäusern unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes.
Quelle: pixabay/Germanslat
Riga | Die Neustadt von Riga umfasst ein großes Quartier, das Anfang des 20. Jahrhunderts mit repräsentativen Mehrfamilienhäusern im Jugendstil entstand. Aufgrund der hohen Qualität der Bauwerke und der Geschlossenheit des Viertel ist es Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Quelle: pixabay/makalu
Orellen / Ungurmuiža | Das hölzerne barocke Herrenhaus, um 1732–1734 für die Familie von Campenhausen errichtet, bewahrt im Innern einzigartige Wandmalereien der Erbauungszeit.
Credit: Bearbeitung: Arne Franke, basierend auf: SchiDD, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons – link: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Ungurmui%C5%BEa_Manor_House?uselang=de#/media/File:Herrenhaus-Orellen.jpg
Die Zips, im Herzen der Ostslowakei gelegen, gilt als wahre Schatzkammer des Landes. Reich an Kulturschätzen und Heimat mehrerer UNESCO-Welterbestätten, eröffnet sie einen einzigartigen Blick in die europäische Geschichte. Seit dem späten 12. Jahrhundert prägten deutsche Siedler („Zipser Sachsen“), die von den ungarischen Árpádenkönigen als „Gäste“ ins Land gerufen wurden, das Antlitz dieser Region. Ihre Baukunst, Städteplanung und internationale Handelsnetze hinterließen Spuren, die bis heute sichtbar sind – in gotischen Kirchen mit spektakulären Flügelaltären, prachtvollen Rathäusern und pittoresken Altstädten. Auf unserer Studienreise erschließen wir diese vielschichtige Kulturlandschaft, in der sich mitteleuropäische Traditionen, mittelalterliche Architektur und lebendige Erinnerungskultur auf eindrucksvolle Weise verbinden.
Kesmark/Kežmarok | Panorama der Stadt mit Rathausturm und Hoher Tatra
Kesmark/Kežmarok | Das im Kern renaissancezeitliche Rathaus der Stadt erhielt im späten 18. Jahrhundert seine heutige Gestalt. Der repräsentative Bau spiegelt die bürgerliche Selbstverwaltung und wirtschaftliche Bedeutung der Stadt wider.
Kesmark/Kežmarok | Außerhalb der historischen Altstadt entstand im späten 17. Jahrhundert die Evangelische Artikularkirche, die als Bauwerk die religiöse Unterdrückung der protestantischen Mehrheitsbevölkerung durch die Habsburgerherrschaft reflektiert und deshalb unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes steht. Dahinter erhebt sich die von Theophil von Hansen errichtete neue evangelische Kirche
Leutschau/Levoča | Panorama der Stadt mit Klosterkirche, St. Jakob, Rathausturm und Kuppel der evangelischen Kirche.
Leutschau/Levoča | Die historische Altstadt weist bis heute mit den gotischen, bis in den Klassizismus hinein umgebauten Bürgerhäusern einen herausragenden historischen Baubestand auf und ist damit ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Leutschau/Levoča | Die historische Altstadt weist bis heute mit den gotischen, bis in den Klassizismus hinein umgebauten Bürgerhäusern, dem renaissancezeitlichen Rathaus und der Jakobskirche mit dem höchsten Flügelaltar der Welt einen herausragenden historischen Baubestand auf und ist damit ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Leutschau/Levoča | Das Rathaus selbst, ebenfalls noch gotischen Ursprungs, wurde in der Renaissance erheblich erweitert, erhielt seine pittoreske Form letzlich aber erst Ende des 19. Jahrhunderts.
Leutschau/Levoča | Der Zentralbau der evangelischen Kirche wurde zwischen 1825 und 1837 nach Plänen des Architekten Anton Povolný im klassizistischen Stil
Zipser Burg/Spišský Hrad | Als eine der größten europäischen Burganlagen erhebt sich die Zipser Burg auf einem Travertinhügel über das Hügelland der Zips. Als Wohn- und Verwaltungssitz der Zipser Grafen repräsentierte sie die weltliche Macht über das historische Komitat.
Zipser Kapitel/Spišská Kapitula | Das unter UNESCO-Schutz stehende Ensemble von romanischer Martinskirche mit außergewöhnlicher Ausstattung und der von einem erhaltenen Mauerring umgebenden Domherrnstadt bildet ein einzigartiges Ensemble kirchlicher Macht und kultureller Tradition.
Georgenberg/Spišská Sobota | Die äußerlich St. Georgskirche mit regionaltypischem „Campanile“ birgt im Innern eine überreiche Ausstattung, vor allem bedeutende Flügelaltäre aus der Übergangszeit zwischen Gotik und früher Renaissance. auch sie steht unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes.
Zips/Spiš | Zahlreiche Wegekapellen, Mariensäulen und Kreuze charakterisieren die sakrale Kulturlandschaft der Zips.
Bartfeld/Bardejov | Der Marktplatz der Handelsstadt ist bis heute durch Wohnhäuser eingefasst, die bis in die Gotik zurückreichen. Im Zentrum steht das ebenfalls spätmittelalterliche, aber in der Renaissance aufwändig umgebaute Rathaus. Dahinter erhebt sich die Ägidiuskirche, die mit dem gesamten Altstadtensemble Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist.
Kaschau/Košice | Panorama der hstoeischen Altstadt mit dem Glockenturm des Elisabethdoms und der Kuppel der neologen Synagoge, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Spielstätte der ostslowakischen Philharmonie adaptiert wurde.
Kaschau/Košice | Der spindelförmige historische Marktplatz geht auf die mittelalterliche Gründungsphase der Stadt zurück. Neben repräsentativen Bürgerhäusern dominieren das zwischen 1897 bis 1899 von Adolf Lang errichtete Theater und – auf der südlichen Platzseite – die barocke, reich ausgestattete Prämonstratenserkirche.
Kaschau/Košice | Als größter Kirchenbau der Slowakei beeindruckt die gotische Elisabethkirche mit ihrer außergewöhnlichen Baugeschichte, ihrer architektonischen Qualität, reichen Ausstattungsdetails und einem eindrucksvollen Raumgefüge.
Kaschau/Košice | Die neue orthodoxe Synagoge wurde 1927 fertiggestellt. Architektonisch orientiert sich das heute wieder seiner ursprünglichen Funktion dienende Gebäude an der oberungarischen Renaissance, vereint mit Stilelementen des Expressionismus.
Jossau/Jasov | Das bereits im späten 12. Jahrhundert gegründete Prämonstratenserkloster wurde Mitte des 18. Jahrhunderts barockisiert. In dessen Zentrum erhebt sich die zweitürmige Kirche mit reicher barocker Ausstattung und einem qualitätvollen Freskenzyklus.
Jossau/Jasov | Die Klosterkirche des Prämonstratenserabtei ist ein herausragendes Beispiel spätbarocker Sakralarchitektur, deren reich ausgestattetes Interieur mit sieben symmetrisch angeordneten Altären und monumentalen Fresken von Johann Lucas Kracker ein Höhepunkt sakraler Inszenierung der Gegenreformation ist.
Betler/Betliar | Das von einer weitläufigen Parkanlage umgebene Schloss war Jagd- und Sommersitz der ungarischen Adelsfamilie Andrássy, das als Museum bis heute das weitgehend komplett erhaltene Interieur birgt.
Tschirmer See/Štrbské pleso | Im klaren Gletscherwasser des Tschirmer See spiegeln sich die Gipfel der Hohen Tatra.
17. – 20.06.2026 Busreise ab Dresden, Zustieg in Berlin
Mit mehr als 3.000 Schlössern und Herrenhäusern weist Schlesien die größte Dichte an Adelssitzen in Europa auf. Ein Teil dieser hat die Zeit des Zweiten Weltkriegs – zumindest was das äußere Erscheinungsbild anbelangt – ebenso überstanden wie nahezu 45 Jahre Sozialismus. Zwar sind heute sehr viele dieser kulturgeschichtlich bedeutendswerten Ensembles in beklagenswertem Zustand, doch etliche konnten in den letzten 25 Jahren vorzüglich restauriert werden.
Auf dieser Studienreise erkunden Sie neben einigen der bekanntesten Schlossanlagen auch weitgehend unbekannte, aber kunstgeschichtlich bedeutende Schlösser, deren heutiger Erhaltungszustand die wechselnden Zeitläufte seit Mitte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Die Reise führt zunächst in die „Ziemia Lubuska“, das nach 1945 als „Lebuser Land“ bezeichnete nördliche Schlesien, in dem in den letzten Jahren einige bemerkenswerte Renovierungsprojekte von Adelssitzen durch Kommunen, aber auch private Initiativen ins Leben gerufen wurden – so beispielsweise die Restaurierung des Schlosses Boyadel/Bojadła oder die Revitalisierung der Schlossanlage des südlich von Grünberg/Zielona Góra gelegenen Günthersdorf/Zatonie mit einem wiederhergestellten Park von Peter Joseph Lenné. Zudem steht die in Restaurierung begriffene Barockresidenz der Grafen von Hochberg in Rohnstock/Roztoka und das Renaissanceschloss in Adelsdorf/Struga auf dem Programm.
Neben den historischen Adelssitzen stehen auch ausgewählte Sakralbauten im Fokus dieser Reise. Sie reflektieren die wechselvolle Religionsgeschichte des Oderlandes bis in das 18. Jahrhundert. So werden Sie auch die faszinierende, als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnete Friedenskirche von Jauer/Jawor besichtigen.
Begegnungen mit Schlosseigentümern und den Protagonisten einiger Denkmalinitiativen zur Rettung des deutsch-polnischen Kulturerbes runden das vielfältige Programm ab.
Sagan/Żagań | 1627 erwarb der berühmte Generalissimus Albrecht von Wallenstein das Herzogtum und beauftragte den Festungsarchitekten Giovanni Pieroni mit dem Bau eines „Wunder-Palatiums“ anstelle einer älteren Wehranlage am Ufer des Bober. Unter dem ausführenden Baumeister Vincenzo Boccacci entstand der erste Schlossbau des Barock in Schlesien. Nach der Ermordung Wallensteins 1634 wurden die Arbeiten eingestellt, die Herrschaft eingezogen und 1646 dem Widersacher Wallensteins, Fürst Wenzel Eusebius von Lobkowitz verliehen. Sein Architekt Antonio della Porta vollendete die bemerkenswerte Anlage.
Wichelsdorf/Wiechlice | Das zwischen 1790 und 1795 errichtete spätbarocke Schloss wurde 2007 an einen polnischen Privatmann verkauft, der es seit aufwändiger Restaurierung als komfortables Schlosshotel führt.
Boyadel/Bojadła | Seit mehr als 20 Jahren leerstehend, wurde das Barockschloss weitgehend devastiert, aber inzwischen durch eine polnische Familie behutsam restauriert.
Jauer/Jawor | Einer der eindrucksvollsten evangelisch-lutherischen Sakralbauten Schlesiens ist die Friedenskirche, die als architektonische Landmarke die Widerstandskraft der während der Habsburger Herrschaft über Schlesien unterdrückten Konfession verdeutlicht.
Günthersdorf/Zatonie | Das 1945 bei Kriegshandlungen ausgebrannte Schloss geht auf einen Barockbau aus dem Ende des 17. Jahrhunderts zurück. 1842 im Auftrag der aus einer baltischen Adelsfamilie stammenden Dorothea von Biron, Herzogin von Sagan/Żagań klassizistisch überformt, geht dessen Entwurf auf einen Baumeister aus dem Umkreis Karl Friedrich Schinkels zurück. Die Ruine wurde 2018 aufwändig gegen weiteren Zerfall gesichert und mit einem spektakulären Beleuchtungssystem ausgestattet, ebenso wurde der Peter Joseph Lenné zugeschriebene Park umfassend revitalisiert
Muhrau/Morawa | Anstelle eines schlichten Sommersitzes der Benediktinerinnen von Striegau/Strzegom ließ der aus einer Unternehmerfamilie stammende Eduard von Kramsta 1873 einen repräsentativen Schlossbau errichten, der seit den frühen 1990er Jahren eine Bildungsstätte und einen caritativen Kindergarten beherbergt.
Jauer/Jawor | Die nun lediglich mit Holz, Stroh und Lehm innerhalb eines Jahres errichtete Fachwerkkirche überstand alle weiteren Kriege, ist noch heute ein evangelisch-lutherisches Gotteshaus und steht seit 2001 unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes.
Rohnstock/Roztoka | Der auf einer spätmittelalterlichen Wasserburg basierende barocke Schlossbau befand sich zwischen 1497 und 1945 im Besitz eines Familienzweiges der Grafen von Hochberg auf Fürstenstein. Die von Felix Anton Hammerschmidt konzipierte Vierflügelanlage wurde in den 1870er Jahren durch zusätzlichen architektonischen Schmuck repräsentativ überformt.
Adelsbach/Struga | Die Schlossanlage, die aus einem mittelalterlichen Wohnturm hervorgeht, war bis in die 1990er Jahre eine völlige Ruine geworden, bis sie ein polnisches Ehepaar übernahm, die in beeindruckender Weise das Bauwerk behutsam renoviert. Dabei konnten sie einen der spektakulärsten Zyklen an renaissancezeitlichen Wandmalereien aufdecken und restaurieren.
Adelsbach/Struga | Die bis auf einen mittelalterlichen Wohnturm zurückgehende Schlossanlage von Adelsbach birgt einen nahezu einmaligen, jüngst entdeckten Schatz: nahezu 20 renaissancezeitliche Portraits römisch-deutscher Kaiser − Wandmalereien, die sich gerade in Restaurierung befinden.
Fürstenstein/Książ | Der Maximilianssaal mit seinen opulenten Dekorationen aus Malerei, Stuck und Marmor ist einer der schönsten Festräume des Barock in Schlesien.
Fürstenstein/Książ | Das Corps de logis mit dem opulent dekorierten Maximilianssaal entstand unter dem Architekten Felix Anton Hammerschmidt ab 1722. Die Deckenmalereien Felix Anton Schefflers aus dem Themenkreis der „Metamorphosen“ Ovids, die Stuckdekorationen Ramellis und die Bauplastik von Ignatius Provisore kulminieren hier zu einem vollendeten barocken Feuerwerk.
Die sich östlich der Oder erstreckenden Regionen Hinterpommern und die südlich angrenzende Neumark sind mit ihrer reichen Kulturgeschichte für viele Kulturreisende häufig noch weitgehend eine „terra incognita“. Während es im Norden die Herzöge des Greifengeschlechts waren, die seit dem 12. Jahrhundert deutsche Kolonisten anzogen, waren es in der sich etwa 100 Kilometer östlich von Berlin erstreckenden Neumark, der „terra transoderana“, die polnischen bzw. schlesischen Piasten, die Siedler aus dem Westen riefen. Neben dem engmaschigen Netz neugegründete Dörfer und Städte entstanden durch den früh formierenden Adel zahlreiche Gutsherrschaften, deren Schlösser und Herrenhäuser noch heute die Kulturlandschaft charakterisieren.
Die Studienreise begibt sich auf die Spurensuche der
wechselvollen Geschichte dieser Regionen und erkundet deren architektonisches
Erbe. Dieses wartet mit großartigen Kirchenbauten, wie der im Wiederaufbau begriffenen
Marienkirche von Königsberg, der üppig ausgestatteten Kathedrale in Cammin oder
der Jakobikirche in Stettin sowie zahllosen Schlossbauten auf, wie dem dortigen
Herzogsschloss, der klassizistischen Residenz von Prillwitz oder dem exzellent
restaurierten neogotischen Schloss von Mehrenthin. Zudem machten sich
unterschiedliche geistliche Orden für die Landeserschließung verdient,
insbesondere die Zisterzienser, dessen Kloster Kolbatz als deren erste
Filiation östlich der Oder gegründet wurde. Neben den zahlreichen gut
erhaltenen und restaurierten Bauwerken werden Sie auf dieser Reise u. a. am
Beispiel der ehemaligen Hohenzollernresidenz in Wildenbruch oder des barocken Schlosses
von Heinrichsdorf weitere erstaunliche Revitalisierungsprojekte kennenlernen,
die das zunehmende Engagement der polnischen Nachbarn für das gemeinsame europäische
Kulturerbe belegen.
Stettin/Szczecin | Spätgotischer Flügel des Stettiner Schlosses – zeittypisch sind die Blendmaßwerkgiebel, die um 1520 entstanden. In preußischer Zeit längst nicht mehr existent, wurden sie mit dem Wiederaufbau zwischen 1958 und 1980 rekonstruiert.
Stettin/Szczecin | Insbesondere die historische, nahe des Hafens gelegene Altstadt Stettins wurde bei den alliierten Bombardements 1944 schwer zerstört. Das beschädigte Alte Rathaus, das nach 1677 seinen barocken Westgiebel erhalten hatte, wurde wiederaufgebaut. Die beiden frühbarocken Häuser am Heumarkt sind dagegen gänzlich Rekonstruktionen der 2000er Jahre.
Stettin/Szczecin | Die Hakenterrasse/Wały Chrobrego, zählt als Promenade über der Hafenfront zu den bekanntesten Gebäudeensembles der Stadt. Zwischen 1900 und 1915 nach Entwürfen des Architekten Wilhelm Meyer-Schwartau errichtet, wurde sie nach ihrem Initiator, dem Oberbürgermeister Hermann Haken benannt.
Kolbatz/Kołbacz | Der Kirchenbau des Zisterzienserklosters – der frühesten Ordensniederlassung östlich der Oder – wurde nach der Reformation stark dezimiert. Nachdem die Seitenschiffe der Basilika beseitigt worden waren, wurde das Langhaus zu einem Getreidespeicher der kurfürstlichen Domäne adaptiert, während das Querhaus und der Chor der Gemeinde als Gotteshaus verblieb. Der Dachreiter – ursprünglich nach einem Entwurf Friedrich August Stülers errichtet – wurde nach 2010 originalgetreu rekonstruiert.
Cammin/Kamień Pomorski | Zu den größten Schätzen der an Kunstwerken reichen Kathedrale zählt die 1672 durch den norddeutschen Orgelbauer Michael Berigel gefertigte Orgel, deren Werk nach mehreren Umbauten 2004 mit der ursprünglichen Disposition rekonstruiert wurde.
Külz/Kulice | Das Schloss der Familie von Bismarck, das in den 1840er Jahren errichtet und um 1910 erweitert wurde, ist heute im Eigentum der Universität Stettin/Szczecin und wird als Bildungs- und Begegnungszentrum genutzt.
Ribbekart/Rybokarty { Auf Basis eines barocken Vorgängerbaues entstand das neogotische Schloss in der zweiten Hälfte des 29. Jahrhunderts. Nach weitgehendem Verfall des Adelssitzes wurde dieser in den 1990er renoviert und dient heute als Hotel.
Hoff/Trzęsacz | Zu den besonderen Attraktionen der polnischen Ostseeküste zählt die hoch über dem Stilufer stehende Ruine der kleinen gotischen Kirche von Hoff, die bis in die 1870er Jahre noch als Gotteshaus genutzt wurde. Bis in die 1940er Jahre gingen mehr und mehr Teile der Bausubstanz durch Absturz verloren – seit 2004 ist der heute verbleibende Ruinenrest – hoffentlich – dauerhaft gesichert.
Krangen/Krąg | Einer der Stammsitze der Familie von Podewils ist das Schloss von Krangen, das um 1580 errichtet und im 17. und 19. Jahrhundert erweitert und zum Teil aufgestockt wurde. Nach 1945 wurde das stark brendgeschädigte Haus zunächst renoviert und als Forstmeisterei und Schule genutzt, bis es nach 1989 privatisiert und umfassend als Schlosshotel renoviert wurde.
Varzin/Warcino | Das barocke Schloss, das auf einen früheren Bau der Adelsfamilien von Podewils und Blumenthal zurückgeht, wurde nach dem Kauf durch Otto von Bismarck 1867 durch das Berliner Architektubüro Ende & Böckmann um den rechten Gebäudeflügel mit Turm erweitert. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs ist im Gut eine Forstakademie untergebracht, die nach wie vor die Anlage auch instand hält.
Brietzig/Brzesko | Die Dorfkirche des kleinen Ortes birgt einen besonderen architektonischen Schatz – ein frühbarockes hölzernes Scheinrippengewölbe, dessen Kappen mit Allegorien und Heiligenszenen bemalt sind.
Prillwitz/Przelewice | Das klassizistische Schloss ließ der Geheime Finanzrat August Heinrich von Borgstede um 1800 errichten. Für den Entwurf des eleganten Adelssitzes wird der Berliner Architekt Heinrich Gentz angenommen.
Prillwitz/Przelewice | Zum gleichnamigen Schloss gehört ein weitläufiges Arboretum mit einem frühen japanischen Garten, der durch den damaligen Eigentümer der Anlage, Conrad von Borsig in Zusammenarbeit mit der Berliner Späth´schen Baumschule angelegt wurde.
Waitze/Wiejce | Das nahe des Ufers der Warthe/Warta gelegene Schloss, bis 1945 im Besitz der Familie von Bennigsen, wurde in den letzten Jahren aufwändig renoviert und zu einem Schlosshotel adaptiert.
Wildenbruch/Swobnica | Die Schlossanlage einer Nebenlinie der Hohenzollern, deren markanter zylindrische Wehrturm noch den Ursprung als Johanniter-Ordensburg zurückgeht, wurde nach dem Verkauf der Anlage an die Gemeinde Banie (Bahn) baulich gesichert. Seither sind die wertvollen frühbarocken Stuckdecken im Schloss zumindest nicht mehr akut gefährdet. Eine Gesamtinstandsetzung der Anlage steht jedoch nach wie aus.
Mehrenthin/Mierzęcin | Das neogotische Schloss entstand zwischen 1861 und 1864 für die in der Neumark weitverbreitete Adelsfamilie von Waldow. Der Berliner Architekt und Schüler Schinkels, Friedrich Hitzig, orientierte sich stilistisch an der englischen „castle gothic“. Nach 1989 aufwändig restauriert, dient das Haus mitsamt seiner ebenfalls exzellent renovierten Gutsanlage als luxuriöses Hotel.
Paradies/Gościkowo | Das Zisterzienserkloster entstand 1230 als Filiation des brandenburgischen Klosters Lehnin. Dessen Mönche wirkten hier als Siedlungsvorbereiter für das Gebiet der zukünftigen Neumark. Die gotische Klosterkirche wurde Ende des 18. Jahrhunderts durch den schlesischen Architekten Karl Martin Frantz barock überformt und üppig ausgestattet, u. a. mit Fresken von Felix Anton Scheffler. 1810 säkularisiert, werden die Konventsgebäude heute als Priesterseminar genutzt.
Königswalde/Lubniewice | Im malerisch am Lübbens-See gelegenen Städtchen gibt es gleich zwei Schlösser. Das ältere, ein Bau des Klassizismus, befindet sich jedoch in einem sehr verwahrlostem Zustand. Das Neue Schloss, Ende des 19. Jahrhunderts durch die Familie von Waldow-Reitzenstein errichtet und 1909 durch einen markanten Turm den Seeflügel im Reformstil nach Entwürfen des Architekturbüros Dinklage, Paulus und Lilloe erweitert, ist heute im Besitz eines Vertreters des polnischen Hochadels, der es seit Jahren restauriert und als Sommerresidenz nutzt.
Angewandte Baustilkunde und Grundlagen der Denkmalpflege
Archiv 2026
Wer heute mit offenen Augen durch die historischen Kulturlandschaften Deutschlands und angrenzender Gebiete reist, hat zumeist einen guten Reiseführer oder vielleicht sogar den „Dehio“ – das für alle Regionen des heutigen und einstigen Deutschlands verfügbare „Handbuch der Kunstdenkmäler“ als auskunftsfreudigen Begleiter mit dabei. Darin sind die wichtigsten Baudenkmäler erläutert, das Baualter und der Architekturstil angegeben sowie – bei öffentlich zugänglichen Gebäuden – die Innenausstattung beschreiben. Aber wie verhält es sich bei den nicht aufgeführten städtischen Bürger- und Handwerkerhäusern, wie bei den Bauernhäusern auf dem Land? Lassen sich bei diesen ebenfall das Baualter und die stilistische Zuordnung so einfach ablesen? Die Frage kann durchaus mit „Ja“ beantwortet werden:
Mit Grundkenntnissen der lokalen Stilgeschichte und einem für die stilprägenden Merkmalen gut geschulten Auge durchaus.
Das viertägige Seminar mit dem früheren stellv. Referatsleiter der Görlitzer Denkmalpflege, Architekturhistoriker Arne Franke kann dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Es vermittelt zunächst neben den Grundlagen der Architekturterminologie eine auf Mittel- und Ostmitteleuropa zentrierte Einführung in die Baustilkunde. Unter anderem lernen Sie, was es beispielsweise mit dem „Revolutionsstil“ und „Rondokubismus“ auf sich hat, erfahren die Unterschiede zwischen der Renaissance in Italien und den Ausprägungen des Stils nördlich der Alpen, welche Dekorationsstile es zu dieser Zeit gab und wie diese ebenso als Indikatoren zur relativen Datierung von Bauwerken genutzt werden können, wie „Sgraffitodekorationen“ oder die Art der Backsteinbearbeitung. Dabei zeichnet das Seminar nicht nur die „großen Linien“ der Entwicklung von bedeutenden, stilprägenden Sakralbauten und Adelssitzen nach, sondern lehrt auch die stilistische Zuordnung von Architekturelementen, wie Türen/Portalen, Fenster und Fensterrahmungen, Fassadendekorationen und –texturen, Dachformen und – aufbauten. Hinzu kommen die im Seminar vermittelten Grundkenntnisse über historische Bautechniken, Beschaffenheit der verwendeten Materialien und die Interpretation von Bearbeitungs- und Altersspuren. Zudem werden Sie in die Grundlagen und Geschichte der zeitgenössischen Denkmalpflege sowie die historische Bauforschung eingeführt, die ebenfalls an praktischen Beispielen demonstriert wird.
Das Seminar, das in der „Denkmalstadt Görlitz“ als idealem Veranstaltungsort stattfindet, besteht aus theoretischen Anteilen sowie aus mehreren abwechslungsreichen Stadtspaziergängen, bei denen Sie wichtige Bauwerke der Stadt und den denkmalpflegerischen Umgang mit diesen kennen lernen. Mit über 4.000 großteils restaurierten Kultur- und Baudenkmalen wird Görlitz oft als das flächengrößte zusammenhängende Denkmalgebiet Deutschlands bezeichnet. An den Häusern der Stadt lassen sich alle wesentlichen Phasen der mitteleuropäischen Baustile erkennen, von der Spätgotik über die Renaissance bis zum Barock. Umgeben ist die Altstadt dazu von ausgedehnten Gründerzeitvierteln. An den Gebäuden können Sie Ihr nun angereichertes Wissen praktisch erproben und lernen dabei die Vorteile der raschen „Fassadenmorphologie“ kennen, bei der zunächst die Oberflächengestalt der Hauptansichtsseite des Gebäudes detailliert in Augenschein genommen wird.
Mit den im Seminar gewonnenen Erkenntnissen werden Sie zukünftig auf Ihren Kulturreisen in Deutschland und den angrenzenden Gebieten historische Gebäude – vom Bürgerhaus bis zum einfachen Bauernhaus, von der Romanik bis zur Klassischen Moderne – zeitlich und stilistisch besser zuordnen und damit auch die bauhistorische und denkmalpflegerische Relevanz ableiten können.
Linda/Platerówka (PL) | Herrenhaus (Gotik)
Ober Neundorf | Schloss (Renaissance)
Marburg an der Drau/Maribor (SLO) | Stadtpalais (Barock)
Vom Historismus über die Jahrhunderthalle zur Ostmoderne
Archiv
Reiseziel im Jahr 2019
Das „Bauhaus“ wird Hundert! Das Jubiläum der 1919 in Weimar gegründeten, 1925 nach Dessau umgezogenen und 1933 in Berlin auf nationalsozialistischen Druck aufgelösten Hochschule für Gestaltung wird in Deutschland mit zahlreichen Ausstellungen, Vorträgen und Kulturreisen gefeiert. Doch gerade auch jenseits der heutigen deutschen Grenzen gibt es spektakuläre, stark durch das „Bauhaus“ geprägte Architektur zu entdecken, die selbst unter Fachleuten noch wenig Beachtung findet. Diese Studienreise bringt Sie nach Niederschlesien und seine Metropole Breslau/Wrocław, die noch vor der Bauhausgründung zu einem Mekka der architektonischen Avantgarde avancierte. So entstanden mit der 1908 eröffneten Markthalle mit dem von Richard Plüddemann und Heinrich Küster konzipierten spektakulären Stahlbetonskelett und der 1913 fertiggestellten „Jahrhunderthalle“ von Max Berg – Letztere 2006 mit der Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes geadelt – Inkunabeln funktionalistischer Architektur. Unter dem Eindruck des Bauhauses entstanden ab den 1920er Jahren bemerkenswerte Bauten, wie ein Geschäftshaus von Hans Poelzig, das Kaufhaus Petersdorff von Erich Mendelsohn, die von Heinrich Rump errichtete Stadtsparkasse als eines der frühen Hochhäuser der Region oder die Mohrenapotheke von Adolf Rading. Weitere Wegbereiter des „Neuen Bauens“ waren zudem die unter dem späteren Frankfurter Stadtbaurat Ernst May, noch im Sinne der europäischen Gartenstadtbewegung geplanten Siedlungen der „Schlesischen Heimstätte“. Zu einem architektonischen Kulminationspunkt wurde die von der schlesischen Sektion des „Werkbundes“ 1929 realisierte Ausstellung „Wohnung und Werkraum“, kurz „WuWA“ genannt. Deren Musterbauten von Rading, Hans Scharoun, Heinrich Lauterbach, Moritz Hadda und weiteren schlesischen Architekten erhielten ein großes Medienecho und internationale Anerkennung. Neben diesen und vielen weiteren Bauten besuchen wir zur Einführung in die Breslauer Stadtgeschichte das Historische Museum im rekonstruierten Stadtschloss, zur Vertiefung der gewonnenen Erkenntnisse auch das Breslauer Architekturmuseum. Diese Reise führt Sie zudem in die Stadt Liegnitz/Legnica mit markanten Bauten der Moderne und nach Waldenburg/Wałbrzych, wo unter anderem das von Mendelsohn-Mitarbeiter Bernhard Sturtzkopf erbaute Kaufhaus Schocken erhalten ist.
Als luxuriöse Unterkunft steht uns das ****Art-Hotel zur Verfügung. Das in einem exzellent restaurierten Patrizierhaus befindliche Hotel liegt in einer ruhigen Seitengasse der historischen Altstadt, unweit des Rings/Rynek. Dort haben wir für Sie Superior-Zimmer reserviert.
Breslau/Wrocław | Mit der 1908 eröffneten Markthalle mit dem von Richard Plüddemann und Heinrich Küster konzipierten spektakulären Stahlbetonskelett entstand einer der bemerkenswertesten Bauten der Frühmoderne.
Breslau/Wrocław | Die „Jahrhunderthalle“ entstand nach Entwürfen des Architekten und Breslauer Stadtbaurats Max Berg als zentrales Gebäude der 1913 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Völkerschlacht bei Leipzig geschaffenen Ausstellung. Der bewusst materialsichtig geschaffene Stahlbetonbau, zur damaligen Zeit der größte der Welt, steht seit 2006 unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes. In einer der Seitenapsiden führt heute eine multimediale Ausstellung den Besucher durch die Geschichte des Gebäudes.
Breslau/Wrocław | Die „Jahrhunderthalle“ entstand nach Entwürfen des Architekten und Breslauer Stadtbaurats Max Berg als zentrales Gebäude der 1913 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Völkerschlacht bei Leipzig geschaffenen Ausstellung. Der bewusst materialsichtig geschaffene Stahlbetonbau, zur damaligen Zeit der größte der Welt, steht seit 2006 unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes. In einer der Seitenapsiden führt heute eine multimediale Ausstellung den Besucher durch die Geschichte des Gebäudes.
Breslau/Wrocław | Zu den bedeutendsten Bauten der Jahrhundertausstellung von 1913 zählt der Vier-Kuppel-Pavillon von Hans Poelzig, der gemeinsam mit dem Stadtbaurat Max Berg das Ausstellungsgelände plante.
Breslau/Wrocław | Mit einer spektakulären „runden Ecke“ akzentuierte der Berliner Architekt Mendelsohn das Kaufhaus Petersdorff, das 1928 vollendet wurde und als Kaufhaus „Kameleon“ die Tradition bis heute weiterführt.
Breslau/Wrocław | Laubenganghaus, 1929 für die Werkbundausstellung „Wohnung und Werkraum“ von den Architekten Paul Heim und Albert Kempter errichtet.
Breslau/Wrocław | Das 1929 von Hans Scharoun errichtete Ledigenheim gilt als eine Inkunabel des „Neuen Bauens” in Breslau. Der seit 1972 denkmalgeschützte Baukomplex wurde in den letzten Jahren restauriert und dabei auch die historische Farbigkeit wieder umgesetzt. Im Innern des als „Park Hotel Scharoun“ genutzten Gebäudes wurde eine Musterwohnung weitgehend originalgetreu rekonstruiert.
Breslau/Wrocław | Im Sinne der Unité d’Habitation (Wohnmaschine) von Le Corbusier entstand in der im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstörten Südstadt Breslaus das 15-geschossige Laubenganghaus mit 470 Wohneinheiten. In den frühen 1970er Jahren von einem polnischen Architektenkollektiv errichtet, erhielt es wegen seiner schornsteinartigen Pylonen bald den Spitznamen „Titanic”.
Breslau/Wrocław | Als zweites Hochhaus der Stadt entstand 1929 die – heute nach wie vor als Bank genutzte – Stadtsparkasse von Heinrich Rump. Der bereits zu seiner Bauzeit umstrittene Stahlbetonbau überlebte den Zweiten Weltkrieg mit verhältnismäßig geringen Beschädigungen und konnte bereits 1946 wieder in Betrieb genommen werden.
Breslau/Wrocław | Die ehemalige Mohrenapotheke/Pod Murzynem, die durch den bedeutenden Architekten Adolf Rading 1928 eine spektakuläre Glasfassade im Sinne der Klassischen Moderne erhielt, wurde nach 1998 weitgehend originalgetreu renoviert.
Breslau/Wrocław | Die jüngst restaurierte Fassade des von Hermann Dernburg 1929 bis 1930 errichteten Kaufhauses Wertheim, heute „Renoma“ ist mit zahlreichen Portraitköpfen aus Bunzlauer Keramik verziert.
Breslau/Wrocław | Bereits zwischen 1911 und 1913 entstand in der Junkernstraße nach Entwürfen von Hans Poelzig der Prototyp eines Bürohauses, ein Stahlbetonbau ohne feste Innenraumeinteilung, großen Fensterflächen und sehr sparsamen Dekorelementen der Fassade.
Breslau/Wrocław | Mit einer spektakulären „runden Ecke“ akzentuierte der Berliner Architekt Mendelsohn das Kaufhaus Petersdorff, das 1928 vollendet wurde und als Kaufhaus Kameleon die Tradition bis heute weiterführt.
Breslau/Wrocław | Das 1927-1929 von Oberpostbaurat Lothar Neumann errichtete Postscheckamt erhebt sich mit einem 43 Metern hohen Verwaltungsturm über die Stadt. Einst war dieser das zweithöchste Hochhaus Europas östlich von Berlin, ausgeführt in beeindruckendem Backsteinexpressionismus.
Breslau/Wrocław | Der Rundbau im Stil des Betonbrutalismus beherbergt ein fast 115 Meter langes Panoramabild der Schlacht von von Racławice 1794, als im Befreiungskampf Polen unter General Kościuszko einen Sieg gegen die russissche Armee davon trug. Für Lemberg/Lwów angefertigt 1894, wurde das Gemälde 1946 nach Breslau gebracht und ist seit den 1980er Jahren hier ausgestellt.
Breslau/Wrocław | Als Teil der Werkbundausstellung „WuWA” entstand 1929 die jüngst restaurierte Villa nach Entwurf des Architekten Heinrich Lauterbach.
Breslau/Wrocław | Laubenganghaus, 1929 für die Werkbundausstellung „Wohnung und Werkraum“ von dem Breslauer Architekturbüro von Paul Heim und Albert Kempter errichtet. Im Vordergrund der elegant geschwungene Pavillon, der heute das Informationsbüro zum einstigen Ausstellungsgelände birgt.
Breslau/Wrocław | Die 1932 nach Entwurf des Breslauer Architekten Albert Kempter errichtete lutherische Gustav-Adolfs-Kirche der Gartenstadt Zimpel/Sępolno. Zwischen 1960 und den späten 1990er Jahren als Kino genutzt, dient sie heute wieder als evangelisches Gotteshaus.
Breslau/Wrocław | Das 1927-1929 von Oberpostbaurat Lothar Neumann errichtete Postscheckamt erhebt sich mit einem 43 Metern hohen Verwaltungsturm über die Stadt. Einst war dieser das zweithöchste Hochhaus Europas östlich von Berlin, ausgeführt in beeindruckendem Backsteinexpressionismus.
Breslau/Wrocław | Das Polizeipräsidium, 1926 bis 1929 von Rudolf Fernholz vis-à-vis des Stadtschlosses errichtet, orientiert sich in seinen backstein-expressionistischen Formen am vier Jahre zuvor von Fritz Höger erbauten „Chilehaus” in Hamburg.
Breslau/Wrocław | Wohnhochhaus am Plac grunwaldzki, ehemals Scheitniger Stern. Nach schwersten Kriegszerstörungen entstanden hier zwischen 1967 und 1975 16 Hochhäuser nach Entwurf der Architektin Jadwiga Grabowska-Hawrylak. Im Stil des Brutalismus ausgeführt, zählt die inzwischen renovierte Wohnsiedlung „Manhattan“ zu den besten Leistungen der polnischen Nachkriegsmoderne.
Architektur und Kultur der westgalizischen Metropole
Archiv 2010, 2012
Lemberg – Lwów – L´viv – drei Namen, die für die einstige Kulturmetropole des heute auf die Staaten Polen und Ukraine verteilten Galizien stehen. Bereits Mitte des 13. Jahrhunderts wurde das alte „Leopolis“ als Handelstadt an der bedeutenden Altstraße „Via Regia“ gegründet und entwickelte sich rasch zu einer der bedeutendsten Handelsstädte des damaligen Königreichs Polen und Osteuropas. Seit der ersten polnischen Teilung 1772 habsburgisch, entwickelte sie sich stetig weiter zur viertgrößten Stadt der Donaumonarchie. In der einst multikulturell geprägten Stadt lebten bis zum Zweiten Weltkrieg Ukrainer, Polen, Russen, Deutsche, Juden und Armenier, deren kulturelle Einflüsse sich zum einen in der Vielzahl der Gotteshäuser, zum anderen aber auch in der städtischen Architektur mit renaissancezeitlichen Handelshäusern, barocken Palais und bürgerlichen Wohnquartieren des 19. Jahrhunderts widerspiegeln. Nach dem Zerfall des Habsburgerreiches gehörte Lemberg bzw. Lwów zunächst zur jungen Republik Polen – einige interessante Bauwerke der klassischen Moderne zeugen von dieser kurzen Zeit – bis die Stadt 1939 bzw. 1944 mit großen Teilen Westgaliziens zur sozialistischen Sowjetrepublik Ukraine zusammengefasst wurde. Durch den Zweiten Weltkrieg teilweise entvölkert – zahllose Juden waren dem Holocaust zum Opfer gefallen und die polnische Bevölkerung war weitgehend ins heutige Polen „umgesiedelt“ worden – versank die unzerstörte Stadt in den Dämmerschlaf, aus dem sie, was die historische Bausubstanz anbetrifft, verwahrlost, aber noch weitgehend erhalten 1989 erwachte. Als eines der größten Flächendenkmale Europas wurde die Altstadt im Dezember 1998 als Weltkulturerbe unter den Schutz der UNESCO gestellt. Interessante Restaurierungsprojekte, aber auch vielfältige Probleme der Stadtsanierung reflektieren gleichermaßen das Bestreben einerseits, dem Welterbetitel gerecht zu werden – und andererseits dem stetig steigenden Wirtschaftsdruck standzuhalten.
Die sechstägige Studienreise unter Leitung des Architekturhistorikers Arne Franke erschließt in thematischen Rundgängen und der Besichtigung der wichtigsten Museen die historischen und architektonischen Zeitschichten der galizischen Metropole.