Kategorie: Reisen

  • Seminar Schlesische Schlösser

    „Gelebtes Kulturerbe“ – Revitalisierung von Schlossruinen

    Archiv 2021

    »Gelebtes Kulturerbe« – praktische denkmalpflegerische Aneignung eines gemeinsamen Kulturerbes im deutsch-polnischen Grenzraum

    Spring-School vom 23. bis zum 29.3.2021 auf Schloss Muhrau/Morawa, Schlesien          

    Die Werkstatt beschäftigt sich mit einem in Europa einmaligen Landschafts- und Kulturensemble, das sich durch die Dichte an Schlössern und Herrenhäuern in einem besonders reizvollen Natur- und Grenzraum auszeichnet.

    Inhalte der einwöchigen Bauhütte sind methodische Schulung in Baugeschichte, Stilkunde und historischer Materialverwendung sowie praktische, nichtinvasive Bauuntersuchung an und Entwurf von adäquaten, innovativen Nutzungskonzepten für bestandsgefährdete Schlösser und Herrenhäuser in Schlesien

    Ziel ist es, dieses bauliche Erbe Schlesiens als schützenswertes Zeugnis der gemeinsamen europäischen Kulturgeschichte zu verstehen, die für die Erhaltung relevanten Aufgaben zu erkennen und zur Identifikation mit der Region beizutragen.

    Für jeweils vierköpfige Teams hat Werkstattleiter Arne Franke, Kunsthistoriker und Denkmalpfleger, vier Schlösser/Untersuchungsobjekte ausgewählt, für die historische und architekturgeschichtliche Analysen sowie zukünftige Nutzungsideen entwickelt werden sollen. Die Ergebnisse werden in einer illustrierten Broschüre zusammengefasst.

    Die Unterbringung der Teilnehmer der Werkstatt erfolgt im Schloss Muhrau/Morawa, selbst ein Beispiel für eine gelungene Restaurierung und Wiedernutzung eines niederschlesischen Baudenkmals. Von dort aus werden die ausgewählten Objekte besucht und erkundet.

    Informationen:

    Deutsches Kulturforum östliches Europa
    Berliner Str. 135
    14467 Potsdam
    Tel.: 0331/200980
    Publikation
    Bericht Ariane Afsari
    Ankündigung

  • Baudenkmale im nordöstlichen Böhmen

    Von der Renaissance bis zur Klassischen Moderne

    Archiv 2026

    In Zusammenarbeit mit den Städtischen Museen Zittau

    Die zweitägige Studienreise führt in eine der kulturhistorisch reichsten, zugleich landschaftlich markantesten Regionen Böhmens: nach Nordostböhmen, wo sich am Südrand der Sudeten mittelalterliche Kleinstädte, aristokratische Repräsentationsarchitektur und klösterliche Bautraditionen eindrucksvoll überlagern. Neben den Städten Gablonz an der Neiße/Jablonec nad Nisou, dessen Stadtbild und Regionalmuseum bis heute von der Blüte der Glas- und Bijouterieindustrie um 1900 geprägt ist, besuchen wir Hohenelbe/Vrchlabí, das Tor zum Riesengebirge mit seinem eindrucksvollen Schloss, dem Augustinerkloster und gut erhaltenen Bürgerhäusern sowie das Städtchen Arnau/Hostinné, das mit seinem Ring (Marktplatz) mit gotischen, zum Teil barockisierten Laubenhäusern ein nach wie vor weitgehend unversehrt gebliebenes Stadtbild aufweist.
    Mit Braunau/Broumov betreten wir das Zentrum des gleichnamigen Klosterlands, geprägt vom monumentalen, durch die bayerisch-böhmischen Baumeister Christoph und Kilian Ignatz Dientzenhofer barockisierten Benediktinerkloster. Nachod/Náchod schließlich vereint eine mittelalterliche Stadtanlage mit einem eindrucksvollen Renaissanceschloss, das oberhalb des Stadtzentrums thront. Zum Abschluss besuchen wir den einstigen Badeort Kukus/Kuks an der Elbe, dessen in die Flusslandschaft integriertes barockes Hospital zusammen mit dem Skulpturenreichtum des Bildhauers Matthias Bernhard Braun zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk verschmelzen.

    Informationen und Buchung:

    Tourismuszentrum Naturpark
    Zittauer Gebirge GmbH
    Markt 9
    02763 Zittau
    Tel.:03583/549940
    Mailadresse

    Reiseangebot

  • Das schlesische Elysium

    Schlösser des Hirschberger Tals in Schlesien

    Archiv 2026

    Das von der imposanten Landschaft des Riesengebirges begrenzte Hirschberger Tal/Kotlina Jeleniogórska begeistert mit seiner Vielzahl an Schlössern und Parkanlagen. Hier richtete das Hohenzollernhaus drei königliche Sommersitze ein, die u. a. durch die Architekten Schinkel und Stüler sowie den Gartenarchitekten Lenné entscheidend geprägt wurden und die Kulturlandschaft als „Schlesisches Elysium“ schon im 19. Jahrhundert überregional bekannt werden ließ.

    Nach der Fahrt durch die Görlitzer Heide und das Vorland des Isergebirges erreichen Sie am vormittag den mittelalterlichen, 1310 datierten Wohnturm von Boberröhrsdorf/Siedlęcin mit seinen spektakulären Wandmalereien. Nach dessen Besichtigung geht es – an der Stadt Hirschberg/Jelenia Góra vorbei – zum Schloss in Lomnitz/Łomnica mit einem Museum, einem revitalisierten Wirtschaftshof, einem evangelischen Bethaus sowie einer kleinen Parkanlage. Nach dem Mittagessen umrunden Sie mit einem kurzen Spaziergang die ehemalige königlich-preußische Sommerresidenz von Fischbach/Karpniki. Fischbach wurde als Sitz des Prinzen Wilhelm von Preußen im Stil der englischen „castle gothic“ umgebaut und beeindruckt bis heute durch sein pittoreskes Erscheinungsbild. Zuletzt besuchen Sie das von Reden´sche Gut in Buchwald/Bukowiec mit einem der frühesten englischen Landschaftsgärten in Schlesien. Sie erleben an diesem Tage einen repräsentativen Ausschnitt der faszinierenden Schlösserlandschaft Schlesiens, gleichzeitig eine der schönsten Regionen des Landes. Das Hirschberger Tal/Kotlina Jeleniogórska, das auch durch seine landschaftlichen Höhepunkte besticht, die, im wahrsten Sinne des Wortes, in der Riesengebirgskette mit der mehr als 1.600 Meter hohen Schneekoppe gipfeln. Schon seit dem späten 18. Jahrhundert war die Region Ziel zahlreicher Künstler, darunter Malern wie Carl Christoph Reinhardt, Caspar David Friedrich und Adrian Ludwig Richter, die in ihren Werken die „Imposante Landschaft“ rühmten.

    Zeitgleich war das Tal auch Anziehungspunkt von Dichtern, Schriftstellern und Kulturreisenden, deren klangvolle Namen wie Johann Wolfgang von Goethe, Theodor Körner, Alexander von Humboldt und Theodor Fontane, später dann auch Gerhart und Carl Hauptmann sich in die Geschichte des Tals eingeschrieben haben. Schon in den 1820er Jahren begann auch das preußische Königshaus die liebliche Gegend als Sommerfrische zu entdecken – zuerst mit dem Prinzen Wilhelm von Preußen, dem Bruder König Friedrich Wilhelms III., der 1821 Schloss Fischbach erwarb. Darauf folgte 1830 der Kauf von Erdmannsdorf durch den König. Schloss Erdmannsdorf – seit Ende des Zweiten Weltkriegs als Schule genutzt, war der Sommersitz der königlichen Familie, bis es Anfang des 20. Jahrhunderts durch Kaiser Wilhelm II. in private Hände veräußert wurde. Schließlich erwarben die Hohenzollern 1838 Schildau, das nur durch den Fluß Bober/Bóbr von Lomnitz getrennt ist. Es war ein Geschenk für Prinzessin Luise und wartet mit einem schönen Landschaftspark auf, vermutlich nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné. Auch weitere Schlösser im Hirschberger Tal wurden in weitläufige Parkanlagen eingebettet, bei heute teilweise ebenfalls dem königlich preußischen Gartenbaudirekt Peter Joseph Lenné zugeschreiben werden. Schon bald erlebte das Hirschberger Tal, das seit 1866 auch direkt mit Berlin durch eine Eisenbahnlinie verbunden war, eine ungeahnte Blütezeit und wurde bald überregional bekannt als „Schlesisches Elysium“.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse

    Reiseprogramm

    Kurzfilm Hirschberger Tal

  • Schlösser und Herrenhäuser in Lettland

    Architektonische Höhepunkte und aktuelle Projekte

    31.08. – 06.09.2026
    Flugreise ab Berlin

    Die Geschichte Lettlands ist geprägt von einem vielschichtigen Erbe wechselnder Herrschaften und kultureller Einflüsse. Seit dem Mittelalter war das Land Teil des livländischen Ordensstaates, erlebte die Herrschaft des polnisch-litauischen Adels, stand unter schwedischer Verwaltung und gelangte schließlich im 18. Jahrhundert unter die Oberhoheit des Russischen Reiches. Diese politischen Wandlungen spiegeln sich bis heute in der Architektur und Kultur der Region wider – nirgends eindrucksvoller als in den zahlreichen Schlössern und Herrenhäusern, die das baltische Landschaftsbild prägen.

    Die Studienreise führt zu ausgewählten Beispielen der mehr als tausend Schlösser und Herrenhäuser umfassenden Kulturlandschaft, die neben den reizvollen Stadtbildern ein eindrucksvolles Zeugnis baltischer Baukunst ablegen. Von der barocken Pracht der Residenzen Ruhenthal/Rundāle und Mitau/Jelgava über die historischen Gutshäuser Kurlands und Semgallens bis zu den Altstädten von Riga und Liebau/Liepāja und spannt sich ein weiter Bogen architektonischer Vielfalt. Fachkundig begleitet von dem Architekturhistoriker Arne Franke und der lettischen Reiseleiterin Aija Kočina eröffnet die Reise vertiefende Einblicke in Geschichte, Restaurierung und heutige Nutzung dieser einzigartigen Bauzeugnisse. Gespräche mit Vertretern der staatlichen Denkmalverwaltung und engagierten Eigentümern gewähren unmittelbaren Zugang zu aktuellen Fragen des Erhalts und der Wiederbelebung des baltischen Kulturerbes.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse
    Reiseprogramm

  • Die Zips/Spiš

    Schatzkammer der Slowakei

    03. – 09.10.2026
    Busreise ab Berlin

    Die Zips, im Herzen der Ostslowakei gelegen, gilt als wahre Schatzkammer des Landes. Reich an Kulturschätzen und Heimat mehrerer UNESCO-Welterbestätten, eröffnet sie einen einzigartigen Blick in die europäische Geschichte. Seit dem späten 12. Jahrhundert prägten deutsche Siedler („Zipser Sachsen“), die von den ungarischen Árpádenkönigen als „Gäste“ ins Land gerufen wurden, das Antlitz dieser Region. Ihre Baukunst, Städteplanung und internationale Handelsnetze hinterließen Spuren, die bis heute sichtbar sind – in gotischen Kirchen mit spektakulären Flügelaltären, prachtvollen Rathäusern und pittoresken Altstädten. Auf unserer Studienreise erschließen wir diese vielschichtige Kulturlandschaft, in der sich mitteleuropäische Traditionen, mittelalterliche Architektur und lebendige Erinnerungskultur auf eindrucksvolle Weise verbinden.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse
    Reiseprogramm

  • Wachgeküsst!

    Schlösser und Residenzen in Niederschlesien

    17. – 20.06.2026
    Busreise ab Dresden, Zustieg in Berlin

    Mit mehr als 3.000 Schlössern und Herrenhäusern weist Schlesien die größte Dichte an Adelssitzen in Europa auf. Ein Teil dieser hat die Zeit des Zweiten Weltkriegs – zumindest was das äußere Erscheinungsbild anbelangt – ebenso überstanden wie nahezu 45 Jahre Sozialismus. Zwar sind heute sehr viele dieser kulturgeschichtlich bedeutendswerten Ensembles in beklagenswertem Zustand, doch etliche konnten in den letzten 25 Jahren vorzüglich restauriert werden.

    Auf dieser Studienreise erkunden Sie neben einigen der bekanntesten Schlossanlagen auch weitgehend unbekannte, aber kunstgeschichtlich bedeutende Schlösser, deren heutiger Erhaltungszustand die wechselnden Zeitläufte seit Mitte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Die Reise führt zunächst in die „Ziemia Lubuska“, das nach 1945 als „Lebuser Land“ bezeichnete nördliche Schlesien, in dem in den letzten Jahren einige bemerkenswerte Renovierungsprojekte von Adelssitzen durch Kommunen, aber auch private Initiativen ins Leben gerufen wurden – so beispielsweise die Restaurierung des Schlosses Boyadel/Bojadła oder die Revitalisierung der Schlossanlage des südlich von Grünberg/Zielona Góra gelegenen Günthersdorf/Zatonie mit einem wiederhergestellten Park von Peter Joseph Lenné. Zudem steht die in Restaurierung begriffene Barockresidenz der Grafen von Hochberg in Rohnstock/Roztoka und das Renaissanceschloss in Adelsdorf/Struga auf dem Programm.

    Neben den historischen Adelssitzen stehen auch ausgewählte Sakralbauten im Fokus dieser Reise. Sie reflektieren die wechselvolle Religionsgeschichte des Oderlandes bis in das 18. Jahrhundert. So werden Sie auch die faszinierende, als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnete Friedenskirche von Jauer/Jawor besichtigen.

    Begegnungen mit Schlosseigentümern und den Protagonisten einiger Denkmalinitiativen zur Rettung des deutsch-polnischen Kulturerbes runden das vielfältige Programm ab.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse
    Reiseprogramm

    Literaturhinweise:

    Arne Franke (Hg.)
    „Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser”

  • Hinterpommern und die Neumark

    So nah – und doch so vergessen?

    01. – 06.06.2026
    Busreise ab Berlin

    Die sich östlich der Oder erstreckenden Regionen Hinterpommern und die südlich angrenzende Neumark sind mit ihrer reichen Kulturgeschichte für viele Kulturreisende häufig noch weitgehend eine „terra incognita“. Während es im Norden die Herzöge des Greifengeschlechts waren, die seit dem 12. Jahrhundert deutsche Kolonisten anzogen, waren es in der sich etwa 100 Kilometer östlich von Berlin erstreckenden Neumark, der „terra transoderana“, die polnischen bzw. schlesischen Piasten, die Siedler aus dem Westen riefen. Neben dem engmaschigen Netz neugegründete Dörfer und Städte entstanden durch den früh formierenden Adel zahlreiche Gutsherrschaften, deren Schlösser und Herrenhäuser noch heute die Kulturlandschaft charakterisieren.

    Die Studienreise begibt sich auf die Spurensuche der wechselvollen Geschichte dieser Regionen und erkundet deren architektonisches Erbe. Dieses wartet mit großartigen Kirchenbauten, wie der im Wiederaufbau begriffenen Marienkirche von Königsberg, der üppig ausgestatteten Kathedrale in Cammin oder der Jakobikirche in Stettin sowie zahllosen Schlossbauten auf, wie dem dortigen Herzogsschloss, der klassizistischen Residenz von Prillwitz oder dem exzellent restaurierten neogotischen Schloss von Mehrenthin. Zudem machten sich unterschiedliche geistliche Orden für die Landeserschließung verdient, insbesondere die Zisterzienser, dessen Kloster Kolbatz als deren erste Filiation östlich der Oder gegründet wurde. Neben den zahlreichen gut erhaltenen und restaurierten Bauwerken werden Sie auf dieser Reise u. a. am Beispiel der ehemaligen Hohenzollernresidenz in Wildenbruch oder des barocken Schlosses von Heinrichsdorf weitere erstaunliche Revitalisierungsprojekte kennenlernen, die das zunehmende Engagement der polnischen Nachbarn für das gemeinsame europäische Kulturerbe belegen.

    Auf dieser Reise übernachten Sie zunächst im Radisson Blue-Hotel**** in Stettin, danach in den Schlosshotels von Krangen/Krąg, Waitze/Wiejce und Prillwitz/Przelewice.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse
    Reiseprogramm

  • Baugeschichte sehen lernen

    Angewandte Baustilkunde und Grundlagen der Denkmalpflege

    Archiv 2026

    Wer heute mit offenen Augen durch die historischen Kulturlandschaften Deutschlands und angrenzender Gebiete reist, hat zumeist einen guten Reiseführer oder vielleicht sogar den „Dehio“ – das für alle Regionen des heutigen und einstigen Deutschlands verfügbare „Handbuch der Kunstdenkmäler“ als auskunftsfreudigen Begleiter mit dabei. Darin sind die wichtigsten Baudenkmäler erläutert, das Baualter und der Architekturstil angegeben sowie – bei öffentlich zugänglichen Gebäuden – die Innenausstattung beschreiben. Aber wie verhält es sich bei den nicht aufgeführten städtischen Bürger- und Handwerkerhäusern, wie bei den Bauernhäusern auf dem Land? Lassen sich bei diesen ebenfall das Baualter und die stilistische Zuordnung so einfach ablesen? Die Frage kann durchaus mit „Ja“ beantwortet werden:
    Mit Grundkenntnissen der lokalen Stilgeschichte und einem für die stilprägenden Merkmalen gut geschulten Auge durchaus.

    Das viertägige Seminar mit dem früheren stellv. Referatsleiter der Görlitzer Denkmalpflege, Architekturhistoriker Arne Franke kann dazu  einen wesentlichen Beitrag leisten. Es vermittelt zunächst neben den Grundlagen der Architekturterminologie eine auf Mittel- und Ostmitteleuropa zentrierte Einführung in die Baustilkunde. Unter anderem lernen Sie, was es beispielsweise mit dem „Revolutionsstil“ und „Rondokubismus“ auf sich hat, erfahren die Unterschiede zwischen der Renaissance in Italien und den Ausprägungen des Stils nördlich der Alpen, welche Dekorationsstile es zu dieser Zeit gab und wie diese ebenso als Indikatoren zur relativen Datierung von Bauwerken genutzt werden können, wie „Sgraffitodekorationen“ oder die Art der Backsteinbearbeitung. Dabei zeichnet das Seminar nicht nur die „großen Linien“ der Entwicklung von bedeutenden, stilprägenden Sakralbauten und Adelssitzen nach, sondern lehrt auch die stilistische Zuordnung von Architekturelementen, wie Türen/Portalen, Fenster und Fensterrahmungen, Fassadendekorationen und –texturen, Dachformen und – aufbauten. Hinzu kommen die im Seminar vermittelten Grundkenntnisse über historische Bautechniken, Beschaffenheit der verwendeten Materialien und die Interpretation von Bearbeitungs- und Altersspuren. Zudem werden Sie in die Grundlagen und Geschichte der  zeitgenössischen Denkmalpflege sowie die historische Bauforschung eingeführt, die ebenfalls an praktischen Beispielen demonstriert wird.

    Das Seminar, das in der „Denkmalstadt Görlitz“ als idealem Veranstaltungsort stattfindet, besteht aus theoretischen Anteilen sowie aus mehreren abwechslungsreichen Stadtspaziergängen, bei denen Sie wichtige Bauwerke der Stadt und den denkmalpflegerischen Umgang mit diesen kennen lernen. Mit über 4.000 großteils restaurierten Kultur- und Baudenkmalen wird Görlitz oft als das flächengrößte zusammenhängende Denkmalgebiet Deutschlands bezeichnet. An den Häusern der Stadt lassen sich alle wesentlichen Phasen der  mitteleuropäischen Baustile erkennen, von der Spätgotik über die Renaissance bis zum Barock. Umgeben ist die Altstadt dazu von ausgedehnten Gründerzeitvierteln. An den Gebäuden können Sie Ihr nun angereichertes Wissen praktisch erproben und lernen dabei die Vorteile der raschen „Fassadenmorphologie“ kennen, bei der zunächst die Oberflächengestalt der Hauptansichtsseite des Gebäudes detailliert in Augenschein genommen wird.

    Mit den im Seminar gewonnenen Erkenntnissen werden Sie zukünftig auf Ihren Kulturreisen in Deutschland und den angrenzenden Gebieten historische Gebäude – vom Bürgerhaus bis zum einfachen Bauernhaus, von der Romanik bis zur Klassischen Moderne – zeitlich und stilistisch besser zuordnen und damit auch die bauhistorische und denkmalpflegerische Relevanz ableiten können.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse

    Seminarprogramm

  • Das „Bauhaus“ im Osten: Breslau/Wrocław


    Vom Historismus über die Jahrhunderthalle zur Ostmoderne

    Archiv


    Reiseziel im Jahr 2019

    Das „Bauhaus“ wird Hundert! Das Jubiläum der 1919 in Weimar gegründeten, 1925 nach Dessau umgezogenen und 1933 in Berlin auf nationalsozialistischen Druck aufgelösten Hochschule für Gestaltung wird in Deutschland mit zahlreichen Ausstellungen, Vorträgen und Kulturreisen gefeiert. Doch gerade auch jenseits der heutigen deutschen Grenzen gibt es spektakuläre, stark durch das „Bauhaus“ geprägte Architektur zu entdecken, die selbst unter Fachleuten noch wenig Beachtung findet. Diese Studienreise bringt Sie nach Niederschlesien und seine Metropole Breslau/Wrocław, die noch vor der Bauhausgründung zu einem Mekka der architektonischen Avantgarde avancierte. So entstanden mit der 1908 eröffneten Markthalle mit dem von Richard Plüddemann und Heinrich Küster konzipierten spektakulären Stahlbetonskelett und der 1913 fertiggestellten „Jahrhunderthalle“ von Max Berg – Letztere 2006 mit der Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes geadelt – Inkunabeln funktionalistischer Architektur. Unter dem Eindruck des Bauhauses entstanden ab den 1920er Jahren bemerkenswerte Bauten, wie ein Geschäftshaus von Hans Poelzig, das Kaufhaus Petersdorff von Erich Mendelsohn, die von Heinrich Rump errichtete Stadtsparkasse als eines der frühen Hochhäuser der Region oder die Mohrenapotheke von Adolf Rading. Weitere Wegbereiter des „Neuen Bauens“ waren zudem die unter dem späteren Frankfurter Stadtbaurat Ernst May, noch im Sinne der europäischen Gartenstadtbewegung geplanten Siedlungen der „Schlesischen Heimstätte“. Zu einem architektonischen Kulminationspunkt wurde die von der schlesischen Sektion des „Werkbundes“ 1929 realisierte Ausstellung „Wohnung und Werkraum“, kurz „WuWA“ genannt. Deren Musterbauten von Rading, Hans Scharoun, Heinrich Lauterbach, Moritz Hadda und weiteren schlesischen Architekten erhielten ein großes Medienecho und internationale Anerkennung. Neben diesen und vielen weiteren Bauten besuchen wir zur Einführung in die Breslauer Stadtgeschichte das Historische Museum im rekonstruierten Stadtschloss, zur Vertiefung der gewonnenen Erkenntnisse auch das Breslauer Architekturmuseum. Diese Reise führt Sie zudem in die Stadt Liegnitz/Legnica mit markanten Bauten der Moderne und nach Waldenburg/Wałbrzych, wo unter anderem das von Mendelsohn-Mitarbeiter Bernhard Sturtzkopf erbaute Kaufhaus Schocken erhalten ist. 

    Als luxuriöse Unterkunft steht uns das ****Art-Hotel zur Verfügung. Das in einem exzellent restaurierten Patrizierhaus befindliche Hotel liegt in einer ruhigen Seitengasse der historischen Altstadt, unweit des Rings/Rynek. Dort haben wir für Sie Superior-Zimmer reserviert.

  • L´viv – Lwów – Lemberg

    Architektur und Kultur der westgalizischen Metropole

    Archiv 2010, 2012

    Lemberg – Lwów – L´viv – drei Namen, die für die einstige Kulturmetropole des heute auf die Staaten Polen und Ukraine verteilten Galizien stehen. Bereits Mitte des 13. Jahrhunderts wurde das alte „Leopolis“ als Handelstadt an der bedeutenden Altstraße „Via Regia“ gegründet und entwickelte sich rasch zu einer der bedeutendsten Handelsstädte des damaligen Königreichs Polen und Osteuropas. Seit der ersten polnischen Teilung 1772 habsburgisch, entwickelte sie sich stetig weiter zur viertgrößten Stadt der Donaumonarchie. In der einst multikulturell geprägten Stadt lebten bis zum Zweiten Weltkrieg Ukrainer, Polen, Russen, Deutsche, Juden und Armenier, deren kulturelle Einflüsse sich zum einen in der Vielzahl der Gotteshäuser, zum anderen aber auch in der städtischen Architektur mit renaissancezeitlichen Handelshäusern, barocken Palais und bürgerlichen Wohnquartieren des 19. Jahrhunderts widerspiegeln. Nach dem Zerfall des Habsburgerreiches gehörte Lemberg bzw. Lwów zunächst zur jungen Republik Polen – einige interessante Bauwerke der klassischen Moderne zeugen von dieser kurzen Zeit – bis die Stadt 1939 bzw. 1944 mit großen Teilen Westgaliziens zur  sozialistischen Sowjetrepublik Ukraine zusammengefasst wurde. Durch den Zweiten Weltkrieg teilweise entvölkert – zahllose Juden waren dem Holocaust zum Opfer gefallen und die polnische Bevölkerung war weitgehend ins heutige Polen „umgesiedelt“ worden – versank die unzerstörte Stadt in den Dämmerschlaf, aus dem sie, was die historische Bausubstanz anbetrifft, verwahrlost, aber noch weitgehend erhalten 1989 erwachte. Als eines der größten Flächendenkmale Europas wurde die Altstadt im Dezember 1998 als Weltkulturerbe unter den Schutz der UNESCO gestellt. Interessante Restaurierungsprojekte, aber auch vielfältige Probleme der Stadtsanierung reflektieren gleichermaßen das Bestreben einerseits, dem Welterbetitel gerecht zu werden – und andererseits dem stetig steigenden Wirtschaftsdruck standzuhalten.

    Die sechstägige Studienreise unter Leitung des Architekturhistorikers Arne Franke erschließt in thematischen Rundgängen und der Besichtigung der wichtigsten Museen die historischen und architektonischen Zeitschichten der galizischen Metropole.