Kategorie: Reisen

  • Schlösser und Gutshäuser in der Neumark

    Erkundung einer „terra incognita“

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    Reiseziel in den Jahren 2016, 2017, 2024

    Die etwa 100 Kilometer östlich Berlins sich erstreckende Neumark, jenseits der Oder und damit seit 1945 in Polen liegend, ist mit seiner reichen Kulturgeschichte sowohl für Polen als für Deutsche zumeist eine völlige „terra incognita“. 

    Die im Mittelalter als „terra transoderana“ bezeichnete, dünn von Slawen besiedelte Region stand zunächst unter der Herrschaft der polnischen bzw. schlesischen Piasten. Deren Besiedlungspolitik zog ab dem 12. Jahrhundert zunehmend deutsche Kolonisten in das Land, für die Städte, Dörfer und Klöster gegründet wurden. Zudem kam das Gebiet zunehmend unter den Einfluss Brandenburgs, dessen östliche Grenzmark es ab Mitte des 13. Jahrhunderts wurde. Seither teilte das Land weitgehend das Schicksal von Altmark und Mittelmark, wurde mit dem 14. Jahrhundert integraler Bestandteil des Kurfürstentums, ab 1701 Provinz des Königreichs Preußen und verlor den Namen Neumark schließlich, nachdem die Region 1815 in der neu eingerichteten Provinz Brandenburg aufging.

    Mit dem Zweiten Weltkrieg wurden viele der Städte und Dörfer, die unmittelbar in der Hauptkampflinie östlich von Berlin lagen, wie beispielsweise die alte Residenzstadt Küsterin/Kostrzyn, schwer zerstört – nach dem Fall an Polen im August 1945 und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung versank die Region hinter dem „Eisernen Vorhang“ in nahezu völliger Bedeutungslosigkeit.

    Seit der politischen Wende in Ostmitteleuropa erfreuen sich die heutigen Polen gelegen Ostprovinzen Deutschlands einer wachsenden Beliebtheit bei deutschen Kulturtouristen. Doch nachdem Ost- und Westpreußen, Schlesien und auch Hinterpommern längst seine Liebhaber gefunden haben, fristet die Neumark – zu Unrecht – noch immer ein Schattendasein.

    Diese Studienreise begibt sich nun auf die Spurensuche der wechselvollen Geschichte und ergründet diese anhand seines architektonischen Erbes, das mit großartigen Stadt- und Dorfkirchen, wie der im Wiederaufbau begriffenen Marienkirche von Königsberg/Chojna oder der ehemaligen Wallfahrtskirche in Brietzig/Brzesko, eindrucksvollen Adelssitzen, wie der einstigen Johanniter-Burganlage in Lagow/Łagów, des klassizistischen Schlosses von Prillwitz/Przelewice, des Neuen Schlosses in Königswalde/Lubniewice oder des exzellent restaurierten neugotischen Schlosses von Merenthin/Mierzęcin. Daneben waren es auch die geistlichen Orden, die sich bei der Erschließung des Landes verdient gemacht haben, ob nun die Zisterzienser des heute exzellent restaurierten Klosters von Paradies/Gościkowo oder die Ordensritter der Johanniter, die in Sonnenburg/Słońsk ihren Balleisitz hatten.
    Neben gut erhaltenen und restaurierten Bauwerken werden wir auf dieser Reise u. a. am Beispiel des Schlosses Dölzig/Dolsk, der ehemaligen Hohenzollernresidenz in Wildenbruch/Swobnica oder des Fachwerkgutshauses von Niepölzig/Niepołcko einige erstaunliche Wiederaufbauprojekte kennenlernen, die das zunehmende Engagement der polnischen Nachbarn für das gemeinsame Kulturerbe von Deutschen und Polen belegen.

    Als Logis haben wir die zu komfortablen Hotels adaptierten Schlösser Waitzen/Wiejce und Mehrenthin/Mierzęcin zur Verfügung.

  • Kirchenburgen in Siebenbürgen

    Kirchenburgen und Städte im „wehrhaften Sachsenland“

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    Studienreise in Kooperation mit der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern, Waren/Müritz

    Reiseziel im Jahr 2024

    In kaum einer anderen Region Europas wird der Choral Martin Luthers „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“ architektonisch so versinnbildlicht wie durch die im südlichen Siebenbürgen gelegene Kirchenburgenlandschaft. Geschaffen durch die seit dem späten 12. Jahrhundert in den Karpatenbogen eingewanderten „Siebenbürger Sachsen“ entstanden infolge der osmanischen Bedrohung ab dem späten 14. Jahrhundert mehr als 300 dieser wehrhaften Gesamtensembles.

    Schon früh fand die Reformation auch bei den Siebenbürger Sachsen einen starken Widerhall. Nachdem der Reformator Johannes Honterus 1547 für diese die „Kirchenordnung aller Deutschen in Siebenbürgen“ verfasst hatte, war das „wehrhafte Sachsenland” eine evangelisch-lutherische Enklave im Südosten Europas.

    Sie besichtigen neben dem Weltkulturerbe-Dorf Deutsch-Weißkirch/Viscri und dem ehemaligen Bischofssitz in Birthälm/Biertan auch einige weniger bekannte, aber für die einstige oder heutige Entwicklung des Landes exemplarische Dörfer mit beeindruckenden Kirchenburgen, in deren Gotteshäuser wir den reformationsbedingten Veränderungen im Kirchenbau nachspüren, aber auch den bewahrenden Charakter des Luthertums kennen lernen, der bemerkenswerte Teile des vorreformatorischen Kulturerbes konservierte und weiterhin in Ehren hielt.
    Nicht weniger faszinierend sind die Städte Siebenbürgens, deren Architektur beredte Abbilder der kulturellen Leistungen der „Sachsen“ sind. Nach Hermannstadt/Sibiu, der „Kulturhauptstadt Europas“ im Jahre 2007 erkunden wir Mediasch/Mediaș , die unter UNESCO-Schutz stehende Stadt Schäßburg/Sighişoara und das pulsierende Kronstadt/Brașov.

    Zudem begegnen wir zahlreichen beeindruckenden Persönlichkeiten und Organisationen, die sich für den Erhalt der einzigartigen Kultur Siebenbürgens einsetzen. Sie berichten aus erster Hand über ihre Projekte und öffnen damit neue Perspektiven auf die Region, ihre Chancen und Herausforderungen.


    Literaturhinweise

    Arne Franke
    „Das wehrhafte Sachsenland“

    Arne Franke
    „Städte im südlichen Siebenbürgen“

    Arne Franke
    „Hermannstadt“

    Arne Franke
    „Kronstadt“

  • Auf den Spuren des Adels in Nordböhmen

    Schlösser, Klöster und Städte im Norden Tschechiens

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    Reiseziel in den Jahren 2015, 2016, 2017, 2018, 2022

    Am Südrand von Erzgebirge und Sudeten erstreckt sich eine Kulturlandschaft, die durch eine bemerkenswerte Dichte an Schlössern und Herrenhäusern geprägt ist. Wir folgen den Spuren des deutschen, böhmischen und internationalen Adels, als dessen herausragender Vertreter Albrecht von Wallenstein, Generalissmus Kaiser Ferdinands II., gelten kann. Neben seiner Grablege bei Schloss Münchengrätz/Mnichovo Hradiště und der beeindruckenden Schlossanlage von Friedland/Frýdlant besuchen wir das Städtchen Gitschin/Jicín, das er zur Hauptstadt seines Herzogtums Friedland ausbauen ließ. Im Fokus stehen weiterhin die Residenzen der Familie von Lobkowitz/Lobkowicz, die schon im Spätmittelalter von großer Bedeutung für die Landesgeschichte war und heute wieder eine wichtige Rolle in der kulturellen Entwicklung Tschechiens spielt. Deren Schlösser erkunden wir in Melnik/Mělník und Eisenberg/Jezeří. Außergewöhnlich ist der neogotischen Adelssitz der französischen Familie Rohan in Sichrow/Sychrov. Zudem stehen bedeutende Stadtanlagen, wie Leitmeritz/Litoměřice und Teplitz-Schönau/Teplice, die das die Kolonisationszeit des 12. Jahrhunderts bedeutende Prämonstratenserinnenkloster Doxan/Doksany und die Zisterzienserniederlassung von Ossegg/Osek sowie die 1975 translozierte Hallenkirche von Brüx/Most auf dem Programm. Einen eindrucksvollen Tag verbringen wir zudem im Städchen Auscha/Úštěk, das seinen frühneuzeitlichen Charakter weitgehend bewahrt hat und als besonderes Bauwerk eine kleine, aber exzellent restaurierte Synagoge bieten.

    Als angemessenes Logis wird das aufwändig restaurierte ****Hotel Schloss Liblitz/Liblice zur Verfügung stehen, das 1699 nach Entwürfen Johann Bernhard Fischer von Erlachs durch Giovanni Alliprandi errichtet wurde.

  • Ein vergessenes Arkadien

    Schlösser und Herrenhäuser der Grafschaft Glatz

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    Reiseziel in den Jahren 2010, 2011, 2013, 2017, 2024

    Diese Reise führt Sie in die seit 1945 zu Polen gehörende Grafschaft Glatz/Hrabstwo kłodzkie, die bis zur Eroberung Schlesiens durch den Preußenkönig Friedrich den Großen Teil des Königreichs Böhmen war. Im frühen 20. Jahrhundert wegen seiner zahlreichen Kurbäder als „Gesundbrunnen Deutschlands“ bekannt, blieb der große Bestand mit rund achtzig Burgen, Schlössern und adeligen Herrenhäusern mit zum Teil weitläufigen Parkanlagen von teilweise überregionaler Bedeutung bis heute weitgehend unbekannt. Obwohl viele der Anlagen heute in verwahrlosten oder ruinösem Zustand sind, zeigen die derzeitigen Restaurierungen einiger Adelssitze, wie der Schlösser Grafenort/Gorzanów, Scharfeneck/Sarny oder des Herrenhauses von Kamnitz/Kamieniec, dass diese reiche, malerisch von den Sudeten umrahmte Kulturlandschaft zukünftig durchaus mit dem „Schlesischen Elysium“, dem Hirschberger Tal am Rande des Riesengebirges konkurrieren kann.

    Neben den Adelssitzen besichtigen Sie auch die preußische Festung von Glatz/Kłodzko, das berühmte Kurbad Landeck/Lądek Zdrój, den hochgelegenen Luftkurort Wölfelsgrund/Międzygórze sowie den Wallfahrtsort Albendorf/Wambierzyce, der früher als „Schlesisches Jerusalem“ bekannt war.

    Als Auftakt der Reise fahren wir nach Jauer/Jawor mit einer der beiden erhaltenen, unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes stehenden Friedenskirchen. Als krönenden Abschluss besuchen Sie zudem auf der Rückreise das Schloss Fürstenstein/Książ, die größte Schlossanlage Niederschlesiens mit gepflegten Gartenanlagen.

    Auch auf dieser Reise werden wir mit mehreren Protagonisten, die sich für den Erhalt und die Revitalisierung des deutsch-polnischen Kulturerbes einsetzen, ins Gespräch kommen.

  • Kunst, Kultur und Geschichte in Mähren

    Höhepunkte der Architektur in Tschechien

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    Reiseziel in den Jahren 2019, 2023

    Die Studienreise führt, an Prag vorbei und einem Zwischenaufenthalt in der Residenzstadt Leitomischl/Litomyšl mit seinem als UNESCO-Welterbe ausgezeichneten Renaissanceschloss nach Mähren, einen der drei historischen Landesteile der Tschechischen Republik. Hier erwarten Sie mit mittelalterlichen Stadtkernen, Kirchen und Klöstern sowie zahllosen Adelssitzen mit ihren Gärten – darunter fünf weitere Weltkulturerbestätten der UNESCO – eine hohe Dichte kulturhistorisch bedeutender Sehenswürdigkeiten. Zu diesen zählen die Schlossanlagen der altadeligen Familie von Liechtenstein im südmährischen Eisgrub/Lednice und Feldsberg/Valtice. Zu den attraktivsten Städten gehören die bischöfliche Sommerresidenz Kremsier/Kroměříž mit dem unter UNESCO-Weltkulturerbeschutz stehenden Schloss und üppigen Parkanlagen, die alte Bischofsstadt Olmütz/Olomouc mit der ebenfalls UNESCO-geschützten Dreifaltigkeitssäule sowie die mährische Metropole Brünn/Brno. Diese weist nicht nur einen gut erhaltenen historischen Stadtkern und neben zahlreichen funktionalistischen Bauwerken eine bedeutende Werkbundsiedlung auf, sondern besitzt mit der „Villa Tugendhat“ eine wiederum dem Weltkulturerbe angehörende Inkunabel des „Neuen Bauens“. Die Rückfahrt führt Sie zudem zum historisch bedeutenden Zisterzienserinnenkloster „Porta Coeli“ sowie dem Kloster Saar an der Sasau/Žďár nad Sázavou mit der Wallfahrtskirche auf dem Zelená Hora. Die ausgesprochen barock-expressionistische Gestaltung der Anlage entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach einem Entwurf des genialen, aus italienischer Künstlerdynastie stammenden Ausnahmearchitekten Johann Blasius Santini-Aichl, dessen Todestag sich 2023 zum 300sten Mal jährt. 

  • Wachgeküsst!

    Schlösser und Residenzen im nördlichen Schlesien

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    Reiseziel im Jahr 2023

    Mit mehr als 3.000 Schlössern und Herrenhäusern weist Schlesien die größte Dichte an Adelssitzen in Europa auf. Ein Teil dieser hat die Zeit des Zweiten Weltkriegs – zumindest was das äußere Erscheinungsbild anbelangt – ebenso überstanden wie nahezu 45 Jahre Sozialismus. Zwar sind heute sehr viele dieser kulturgeschichtlich bedeutendswerten Ensembles in beklagenswertem Zustand, doch etliche konnten in den letzten 25 Jahren vorzüglich restauriert werden.

    Auf dieser Studienreise erkunden Sie neben einigen der bekanntesten Schlossanlagen auch weitgehend unbekannte, aber kunstgeschichtlich bedeutende Schlösser, deren heutiger Erhaltungszustand die wechselnden Zeitläufte seit Mitte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Die Reise führt zunächst in die „Ziemia Lubuska“, das nach 1945 als „Lebuser Land“ bezeichnete nördliche Schlesien, in dem in den letzten Jahren einige bemerkenswerte Renovierungsprojekte von Adelssitzen durch Kommunen, aber auch private Initiativen ins Leben gerufen wurden – so beispielsweise die Restaurierung des Schlosses Boyadel/Bojadła oder die Revitalisierung der Schlossanlage des südlich von Grünberg/Zielona Góra gelegenen Günthersdorf/Zatonie mit einem wiederhergestellten Park von Peter Joseph Lenné. Zudem steht die in Restaurierung begriffene Barockresidenz der Grafen von Hochberg in Rohnstock/Roztoka und das Renaissanceschloss in Adelsdorf/Struga auf dem Programm.

    Neben den historischen Adelssitzen stehen auch ausgewählte Sakralbauten im Fokus dieser Reise. Sie reflektieren die wechselvolle Religionsgeschichte des Oderlandes bis in das 18. Jahrhundert. So werden Sie auch die faszinierende, als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnete Friedenskirche von Jauer/Jawor besichtigen.

    Begegnungen mit Schlosseigentümern und den Protagonisten einiger Denkmalinitiativen zur Rettung des deutsch-polnischen Kulturerbes runden das vielfältige Programm ab.

    Literaturhinweise:

    Arne Franke (Hg.)
    „Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser”

  • Görlitz

    Die architektonische Perle an der Neiße

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    Reiseziel in den Jahren 2007, 2009, 2011, 2014, 2014, 2016, 2019, 2023, 2024

    Görlitz weist mit mehr als 4.000 eingetragenen Baudenkmalen eine der am besten erhaltenen Altstädte in ganz Deutschland auf. Strategisch günstig an der „Via Regia“ gelegen, erhielt die Stadt unter böhmischer, sächsischer und ab 1815 unter preußischer Herrschaft als eines der Handelszentren der Oberlausitz vielfältige architektonische Impulse, die sich in den Fassaden der Stadt widerspiegeln. Neben den beeindruckenden Sakralbauten sind es vor allem auch die stattlichen, im Innern reich ausgestatteten Wohnbauten – darunter die außergewöhnlichen Hallenhäuser des Handelspatriziats – die das kulturelle Erbe der Stadt definieren. Längst ist die Stadt aufgrund ihrer außergewöhnlich behutsam renovierten Bausubstanz aus Gotik, Renaissance, Barock und dem Historismus unter Fachleuten als „Denkmalstadt” bekannt und bewirbt sich aktuell um die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe.

  • Unbekanntes Prag

    Außergewöhnliche Bauwerke abseits der Touristenströme

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    Reiseziel in den Jahren 2017

    Mit unübersehbar vielen qualitätvollen Baudenkmäler zählt die tschechische Metropole Prag, deren Zentrum Bestandteil des UNECO-Welterbes ist, zu den dichtesten Ensemblen historischer Architektur weltweit. Abseits der üblichen touristischen Routen erkundet diese Studienreise außergewöhnliche Bauten aus sechs Jahrhunderten. Dabei liegt Schwerpunkt zum einen auf der barocken Architektur, die für die Blütezeit der Stadt nach Ende des Dreißigjährigen Krieges steht, zum anderen auf der Architektur der Zwischenkriegszeit, die sich als eine der schöpferischsten und produktivsten Phasen des Bauens in die Architekturgeschichte der Stadt eingeschrieben hat. Zugleich eröffnet die Reise zwei sehr ungewöhnliche Stilvarianten, die sich nur auf böhmischem bzw. tschechischem Boden finden lassen. Zum einen ist es die höchst ungewöhnliche Barockgotik des genialen Architekten Johann Blasius Santini-Aichel (1677-1723), zum anderen der im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts entstandene Kubismus bzw. Rondokubismus, der mit kristallin gebrochenen oder durch kreis- und halbkreisförmige Strukturelemente geformte Fassadenflächen zum bevorzugten Nationalstil der jungen tschechoslowakischen Republik avancierte.

  • Schlesisches Schlössererwachen

    Restaurierungsprojekte zwischen Oder und Glatzer Neiße

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    Mit mehr als 3.000 Schlössern und Herrenhäusern weist Schlesien die größte Dichte an Adelssitzen in Europa auf. Ein Teil dieser hat die Zeit des Zweiten Weltkriegs – zumindest was das äußere Erscheinungsbild anbelangt – ebenso überstanden wie nahezu 45 Jahre Sozialismus. Zwar sind heute sehr viele dieser kulturgeschichtlich bedeutenswerten Ensembles in beklagenswertem Zustand, doch etliche konnten in den letzten 25 Jahren vorzüglich restauriert werden.

    Reiseziel in den Jahren 2019, 2021

    Mit mehr als 3.000 Schlössern und Herrenhäusern weist Schlesien die größte Dichte an Adelssitzen in Europa auf. Ein Teil dieser hat die Zeit des Zweiten Weltkriegs – zumindest was das äußere Erscheinungsbild anbelangt – ebenso überstanden wie nahezu 45 Jahre Sozialismus. Zwar sind heute sehr viele dieser kulturgeschichtlich bedeutendswerten Ensembles in beklagenswertem Zustand, doch etliche konnten in den letzten 25 Jahren vorzüglich restauriert werden.

    Auf dieser Studienreise erkunden Sie neben einigen der bekanntesten Schlossanlagen auch weitgehend unbekannte, aber kunstgeschichtlich bedeutende Schlösser, deren heutiger Erhaltungszustand die wechselnden Zeitläufte seit Mitte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Neben restaurierten Residenzen und Höhepunkten der Schlossbaukunst des 16.-19. Jahrhunderts, wie beispielsweise dem Schloss Fürstenstein/Książ der Fürsten von Hochberg-Pless, dem Renaissance-Herrenhaus in Klein-Tschirne/Czerna sowie dem neoklassizistischen Schlosskomplex in Muhrau/Morawa lernen Sie das grandiose Schloss Grafenort/Gorzanów in der Grafschaft Glatz, Schloss Kamenz/Kamieniec Ząbkowicki als letztes Werk von Karl Friedrich Schinkel sowie die einstigen Barockresidenzen der Grafen von Hochberg in Rohnstock/Roztoka und der Familie von Kottwitz in Boyadel/Bojadła kennen.

    Neben den historischen Adelssitzen stehen auch ausgewählte Sakralbauten im Fokus dieser Reise. Sie reflektieren die schwierige Religionsgeschichte des Oderlandes bis in das 18. Jahrhundert. Neben der Schlosskapelle von Carolath/Siedlisko besuchen Sie die bis heute evangelische, unter Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes stehende Friedenskirche von Jauer/Jawor Kirche sowie die Carl Gotthard Langhans zugeschriebene, durch eine polnische Stiftung jüngst gerettete Pfarrkirche von Giersdorf/Żeliszów.

    Begegnungen mit Schlosseigentümern und den Protagonisten einiger Denkmalinitiativen zur Rettung des deutsch-polnischen Kulturerbes runden das vielfältige Programm ab.

    Literaturhinweise:

    Franke/Schulze
    „Das schlesische Elysium”

    Arne Franke (Hg.)
    „Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser”

    Arne Franke
    „Schloss Fürstenstein”

  • Bukarest – das „Paris des Ostens“

    Stilvielfalt und Klassische Moderne in der rumänischen Hauptstadt

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    Reiseziel in den Jahren 2013, 2014, 2015, 2017, 2021

    Die heutige rumänische Metropole und Hauptstadt des in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründeten Königreichs Rumänien war historisch nicht nur ein Schmelztiegel von Menschen unterschiedlicher Ethnien und Religionen, sondern entwickelte sich bis in das 20. Jahrhundert zu einem Experimentierfeld unterschiedlicher, zumeist aus Zentraleuropa importierter Architekturströmungen. Durch rumänische Architekten, die Ende des 19. Jahrhunderts vor allem in Paris oder wien studierten, mischte sich Historismus und Jugendstil westlicher Prägung mit landestypischen Stilelementen. Seit Ende des Ersten Weltkriegs und der Vereinigung des Landes mit dem bis dahin in ungarischer Hand befindlichen Siebenbürgen entwickelte sich Bukarest rasch zu einer architektonisch stark mitteleuropäisch geprägten Metropole, die gerne als „Paris des Ostens“ bezeichnet wurde.

    So stehen bei dieser Studienreise neben den Resten der historischen Innenstadt mit den wenigen erhaltenen Bauten des 17. und 18. Jahrhunderts vor allem die städtische Bebauung des späten 19. Jahrhunderts und der Zwischenkriegszeit im Fokus, als neue Stadtquartiere mit eleganten Villen, aber auch Beamten- und Arbeitersiedlungen nach Bauhaus-Vorbild entstanden. Ab den frühen 1930er Jahren wurde im Stadtzentrum ein kilometerlanger, von beeindruckenden Hotel-, Geschäfts- und Appartementhäusern gesäumter „Boulevard der Moderne“  angelegt. Neben bedeutenden rumänischen Architekten war es auch der 1933 aus Deutschland geflohene Berliner Architekt Rudolf Fränkel („Gartenstadt Atlantic” mit dem Kino Lichtburg/Berlin-Gesundbrunnen), der das Bild dieses Straßenzugs bestimmte.
    Zwar setzte der Zweite Weltkrieg mit dem bald darauf erfolgten Systemwechsel zunächst kaum eine Zäsur – gerade auch die nachfolgende „Ostmoderne” trägt hier internationale Züge – doch fügte die megalomane Stadtplanung des Diktators Ceausescu dem Stadtorganismus in den 1970er und 80er Jahren bis heute sichtbare Wunden zu.

    Diese Seminarreise Reise bietet vielfältige Einblicke in die historische, klassisch-moderne und zeitgenössische Architektur der rumänischen Hauptstadt. Neben einer Stadtrundfahrt, einer Fahrt in die historisch bemerkenswerten Außenbezirke und Rundgängen durch verschiedene Stadtquartiere bereichern Exkursionen und Gespräche mit deutschsprachigen Fachleuten das Reiseprogramm und bietet so die Gelegenheit, die Stadt von einer außergewöhnlichen Seite kennen zu lernen.

    Weitere Informationen

    Bukarest in MOE-Kultur 01.2013 (Franke)