Kategorie: Reisen

  • Schlösser zwischen der Grafschaft Glatz und Mähren

    Architektonische Höhepunkte im polnisch-tschechischen Grenzraum

    Archiv 2025

    Diese Reise führt Sie in drei unterschiedliche Regionen Polens und der Tschechischen Republik, die sich durch ein reiches architektonisches Erbe auszeichnen. Zunächst erkunden Sie die Grafschaft Glatz/Hrabstwo kłodzkie, die bis zur Eroberung Schlesiens durch den Preußenkönig Friedrich den Großen ein Bestandteil des Königreichs Böhmen war. Im frühen 20. Jahrhundert wegen der zahlreichen Kurbäder als „Gesundbrunnen Deutschlands“ bekannt, blieb der große Bestand an mittelalterlichen Burganlagen, Schlössern und Herrenhäusern mit zum Teil weitläufigen Parkanlagen von teilweise überregionaler Bedeutung – insgesamt mehr als 80 an der Zahl – bis heute weitgehend unbekannt. Obwohl viele der Anlagen heute in verwahrlostem oder ruinösem Zustand sind, zeigen doch einige herausragende Restaurierungsprojekte, dass diese reiche, malerisch von den Sudeten umrahmte Kulturlandschaft durchaus mit dem „Schlesischen Elysium“, dem Hirschberger Tal am Rande des Riesengebirges konkurrieren kann.

    Der zweite Teil der Reise widmet sich den historischen Landesteilen Tschechiens – zum einen dem von den Sudeten nach Norden begrenzten Mährisch-Schlesien/Moravskoslezský kraj, zum anderen Mähren Morava selbst.
    Alle drei Gebiete verbindet eine hohe Dichte kulturhistorisch bedeutender Sehenswürdigkeiten wie mittelalterliche Ortskerne, Kirchen und Klöster sowie zahllose Adelssitze mit ihren Gärten. Mehrere davon stehen – mitsamt ihrer Parkanlagen – unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes, wie die Schlösser von Kremsier/Kroměříž und Eisgrub/Lednice.

    Sie besuchen zudem den einstige Adelssitz der Familie Silva-Tarouca in Czech/Čechy pod Kosířem, Schloss Plumenau/Plumlov, das mit einer äußerst spektakulären Fassade aufwartet sowie mit dem durch den Architekten und Schöpfer des Neuen Münchner Rathauses Georg von Hauberisser renovierten Deutsch-Ordensresidenz Busau/Bouzov eine weitere Residenz des Deutschen Ordens.

    Weitere Höhepunkte sind das opulent ausgestattete Schloss Butschowitz/Bučovice, ein nach italienischem Vorbild geschaffener „Palazzo in Fortezza“ sowie das zu Anfang des 18. Jahrhunderts vollendete Schloss Buchlowitz/Buchlovice, das vielleicht von einer der schönsten Parkanlagen des Landes gerahmt wird.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse

    Reiseprogramm

  • Schlösser und Herrenhäuser in Nordböhmen

    Auf den Spuren des böhmischen Adels

    Archiv 2025

    Am südlichen Rand des Erzgebirges und der östlich anschließenden Sudeten und des Erzgebirges erstreckt sich eine bemerkenswerte Kulturlandschaft, die nicht nur durch deutsche, tschechische und jüdische Einflüsse geprägt wurde, sondern die auch mit einer bemerkenswerten Dichte an Schlössern und Herrenhäusern aufwartet. Hier folgen wir während der Exkursion den architektonischen Spuren des böhmischen Adels, aber auch der allgemeinen Landesgeschichte.

    Auf den Spuren des deutschen, tschechischen und internationalen Adels besichtigen Sie charakteristische Schlossanlagen, darunter den opulent ausgestatteten neogotischen Adelssitz der französischen Familie Rohan in Sichrow/Sychrov mit einer weitläufigen Parkanlage nach englischem Vorbild.

    Ein Exkursionstag wird dominiert durch die Schlösser der Familie von Lobkowitz/Lobkowicz. So besuchen Sie – nach einer Stippvisite im Geburtshaus des Komponisten Antonín Dvořák – das beeindruckende Schloss Mühlhausen/Nelahozeves, das der Günstling Ferdinands I, Florian Griespek von Griespach als Renaissanceanlage mit herausragenden Sgraffitodekorationen errichten ließ. Heute ist dieses wieder im Besitz der Familie von Lobkowicz, die mit dieser Vierseitanlage auch Schloss Raudnitz an der Elbe/Roudnice nad Laben nach 1989 restituiert bekam. Neben diesem bis in die 1990er Jahre noch als Militärmusikschule der Tschechoslowakischen Armee genutzt und nach wie vor „in restauro“ befindlichen Schloss besichtigen Sie zudem das malerisch hoch über dem Zusammenfluss von Moldau und Elbe gelegene Schloss Melnik/Mělník, das exzellent wiederhergestellt und – trotz dass es heute der Privatsitz der Familie ist – zum Teil für die Besichtigung freigegeben ist.

    Doch nicht alle Schlösser, die die hochadelige Familie aus staatlichen Händen zurückerstattet bekam, behielt diese auch. Ein weiterer Herrensitz, kaum weniger spektakulär als Melnik gelegen, ist Schloss Eisenberg/Jezeří, dass die Familie wiederum dem Staat übertrug, nachdem der Renovierungsaufwand des ursprünglich aufgrund des nahen Kohlebergbaues sogar zum Abriss bestimmten Schlosses zu hoch erschien. Nun wird auch dieses sukzessive staatlicherseits renoviert – und bietet einen atemberaubenden Blick über die Bergbaulandschaft. Nicht zum Abriss, sondern zur Translozierung dagegen war die Maria-Himmelfahrtskirche in Brüx/Most bestimmt, die – einmalig in diesem Aufwand – noch in den 1980er Jahren rund 900 Meter weit von ihrem ursprünglichen Entstehungsort in ein zunächst ödes Brachland versetzt wurde, während die historische Kleinstadt völlig dem Tagebergbau zum Opfer fiel.

    Ein weiterer Schwerpunkt der Reise ist dem Wirken der Familie von Waldstein gewidmet, deren bekanntester Vertreter der Generalissimus Kaiser Ferdinands II., Albrecht Eusebius von Wallenstein war. Neben seiner Grablege bei Schloss Münchengrätz/Mnichovo Hradiště und der beeindruckenden Schlossanlage von Friedland/Frýdlant besuchen wir auch das zeitweise ebenso vom Tagebau gefährdete Schloss Dux/Duchcov, das auch als Altersruhesitz des Literaten Giacomo Casanova bekannt wurde. Hier schrieb der als Bibliothekar angestellte Lebemann, Diplomat und Spion seine Memoiren.

    Geschichtlich abgerundet wird die Seminarreise durch den Besuch der entwicklungsgeschichtlich bedeutenden Stadtanlage von Leitmeritz/Litoměřice sowie den für die Kolonisationszeit des 12. Jahrhunderts bedeutenden Klöstern Ossegg/Osek (Zisterzienser) und Doxan/Doksany (Prämonstratenserinnen).

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse

    Reiseprogramm

  • Schlösser, Herrenhäuser und Gärten in Niederschlesien

    Auf den Spuren des schlesischen Adels

    Archiv 2025

    Mit mehr als 3.000 Schlössern und Herrenhäusern weist Schlesien die größte Dichte an Adelssitzen in Europa auf. Ein Teil dieser hat die Zeit des Zweiten Weltkriegs – zumindest was das äußere Erscheinungsbild anbelangt – ebenso überstanden wie nahezu 45 Jahre Sozialismus. Zwar sind heute sehr viele dieser kulturgeschichtlich bedeutendswerten Ensembles in beklagenswertem Zustand, doch etliche konnten in den letzten 25 Jahren vorzüglich restauriert werden.

    Auf dieser Studienreise erkunden Sie neben einigen der bekanntesten Schlossanlagen auch weitgehend unbekannte, aber kunstgeschichtlich bedeutende Schlösser, deren heutiger Erhaltungszustand die wechselnden Zeitläufte seit Mitte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Neben restaurierten Residenzen und Höhepunkten der Schlossbaukunst des 16.-19. Jahrhunderts, wie beispielsweise den Residenzen von Fürstenstein/Książ der Fürsten von Hochberg-Pless oder Sagan/Żagań, die durch Albrecht von Wallenstein als Herzog von Sagan begonnen wurde und sich zuletzt im Besitz der französischen Adelsfamilie Talleyrand befand, lernen Sie auch unbekanntere Anlagen kennen, so die beiden Renaissanceschlösser von Halbau/Iłowa und Klein-Tschirne/Czerna sowie das bemerkenswert restaurierte Schloss Guhlau/Gola. Zu den baugeschichtlichen Höhepunkten zählt der Besuch der Schlösser Adelsbach/Struga und Rudelstadt/Ciechanowice, die mit ihren freigelegten renaissancezeitlichen Fresken einen ganz außergewöhnlichen Schatz beherbergen. Zudem besuchen Sie das beeindruckende Hohenzollern- bzw. Oranierschloss Kamenz/Kamieniec Ząbkowicki, das als letztes Werk von Karl Friedrich Schinkel selbst vielen Schinkel-Kennern unbekannt ist.

    Auch die Park- und Gartengeschichte Schlesiens wird auf dieser Studienreise beleuchtet. Neben den in den letzten Jahren instandgesetzten Parkanlagen von Sagan, dem frühesten japanischen und chinesischen Garten auf dem Kontinent in Halbau, dem Terrassengarten von Peter Joseph Lenné in Kamenz ist für Gartenliebhaber sicherlich das großartige Arboretum von Woislowitz/Wojsławice mit der nationalen Sammlung an Rhododendron, Hemerocallis/Taglilie und Buxus/Buchsbaum ein Höhepunkt der Reise.

    Neben den historischen Adelssitzen steht mit der unter Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes stehenden, bis heute evangelisch-lutherischen Friedenskirche von Jauer/Jawor auch ein überaus spektakulärer Sakralbau im Fokus dieser Reise. Dieser reflektiert die schwierige Religionsgeschichte des Oderlandes bis in das 18. Jahrhundert.

    Begegnungen mit Schlosseigentümern und den Protagonisten einiger Denkmalinitiativen zur Rettung des deutsch-polnischen Kulturerbes runden das vielfältige Programm ab.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse

    Reiseprogramm

    Literaturempfehlung

  • Auf der Via Sacra durch Niederschlesien

    Klöster, Friedenskirchen, Bethäuser – und ein Schloss

    Archiv 2025

    Niederschlesien ist eine Kulturlandschaft – überreich an Schlössern, aber auch an Kirchen und Klöstern, die wie die Adelssitze die wechselvolle Geschichte des Oderlandes reflektieren.

    Bei dieser Studienreise, zum Teil auf der „Via Sacra“, erkunden Sie gleich mehrere Höhepunkte der Sakralarchitektur, darunter die als Gesamtkunstwerk des Barock opulent ausgestattete ehemalige Klosteranlage der Zisterzienser in Grüssau/Krzeszów, die überaus eindrucksvolle, einst als „schlesischer Escorial“ bezeichnete Abtei von Leubus/Lubiąż  ebenso wie deren evangelisch-lutherische Gegenpole. Dazu gehören zwei Bethäuser aus preußischer Zeit, die einstige Gnadenkirche von Hirschberg/Jelenia Góra, die inzwischen im UNESCO-Weltkulturerbe eingetragene Friedenskirche von Jauer/Jawor, die ursprünglich von Norwegen ins Riesengebirge versetzte Stabkirche „Wang“ und die dem Architekten Carl Gotthard Langhans zugeschriebene Dorfkirche in Żeliszów/Giersdorf.

    Damit auch die Schlösser nicht zu kurz kommen, werden Sie den Mittag des ersten Reisetages in Schloss Lomnitz/Pałac Łomnica verbringen, das im Herzen des „Schlesischen Elysiums“, des Hirschberger Tales liegt.

    Auf dieser Reise übernachten Sie im Schlosshotel Paulinum*** in Hirschberg/Jelenia Góra.

    Informationen und Buchung:

    Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge GmbH
    Markt 9
    02763 Zittau
    Telefon: 03583/ 549940
    Mailadresse

    Anmeldung

  • Das schlesische Elysium

    Schlösser des Hirschberger Tals in Schlesien

    Archiv 2025

    Das von der imposanten Landschaft des Riesengebirges begrenzte Hirschberger Tal/Kotlina Jeleniogórska begeistert mit seiner Vielzahl an Schlössern und Parkanlagen. Hier richtete das Hohenzollernhaus drei königliche Sommersitze ein, die u. a. durch die Architekten Schinkel und Stüler sowie den Gartenarchitekten Lenné entscheidend geprägt wurden und die Kulturlandschaft als „Schlesisches Elysium“ schon im 19. Jahrhundert überregional bekannt werden ließ.

    Nach der Fahrt durch die Görlitzer Heide und das Vorland des Isergebirges erreichen Sie am vormittag den mittelalterlichen, 1310 datierten Wohnturm von Boberröhrsdorf/Siedlęcin mit seinen spektakulären Wandmalereien. Nach dessen Besichtigung geht es – an der Stadt Hirschberg/Jelenia Góra vorbei – zum Schloss in Lomnitz/Łomnica mit einem Museum, einem revitalisierten Wirtschaftshof, einem evangelischen Bethaus sowie einer kleinen Parkanlage. Nach dem Mittagessen umrunden Sie mit einem kurzen Spaziergang die ehemalige königlich-preußische Sommerresidenz von Fischbach/Karpniki. Fischbach wurde als Sitz des Prinzen Wilhelm von Preußen im Stil der englischen „castle gothic“ umgebaut und beeindruckt bis heute durch sein pittoreskes Erscheinungsbild. Zuletzt besuchen Sie das von Reden´sche Gut in Buchwald/Bukowiec mit einem der frühesten englischen Landschaftsgärten in Schlesien. Sie erleben an diesem Tage einen repräsentativen Ausschnitt der faszinierenden Schlösserlandschaft Schlesiens, gleichzeitig eine der schönsten Regionen des Landes. Das Hirschberger Tal/Kotlina Jeleniogórska, das auch durch seine landschaftlichen Höhepunkte besticht, die, im wahrsten Sinne des Wortes, in der Riesengebirgskette mit der mehr als 1.600 Meter hohen Schneekoppe gipfeln. Schon seit dem späten 18. Jahrhundert war die Region Ziel zahlreicher Künstler, darunter Malern wie Carl Christoph Reinhardt, Caspar David Friedrich und Adrian Ludwig Richter, die in ihren Werken die „Imposante Landschaft“ rühmten.

    Zeitgleich war das Tal auch Anziehungspunkt von Dichtern, Schriftstellern und Kulturreisenden, deren klangvolle Namen wie Johann Wolfgang von Goethe, Theodor Körner, Alexander von Humboldt und Theodor Fontane, später dann auch Gerhart und Carl Hauptmann sich in die Geschichte des Tals eingeschrieben haben. Schon in den 1820er Jahren begann auch das preußische Königshaus die liebliche Gegend als Sommerfrische zu entdecken – zuerst mit dem Prinzen Wilhelm von Preußen, dem Bruder König Friedrich Wilhelms III., der 1821 Schloss Fischbach erwarb. Darauf folgte 1830 der Kauf von Erdmannsdorf durch den König. Schloss Erdmannsdorf – seit Ende des Zweiten Weltkriegs als Schule genutzt, war der Sommersitz der königlichen Familie, bis es Anfang des 20. Jahrhunderts durch Kaiser Wilhelm II. in private Hände veräußert wurde. Schließlich erwarben die Hohenzollern 1838 Schildau, das nur durch den Fluß Bober/Bóbr von Lomnitz getrennt ist. Es war ein Geschenk für Prinzessin Luise und wartet mit einem schönen Landschaftspark auf, vermutlich nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné. Auch weitere Schlösser im Hirschberger Tal wurden in weitläufige Parkanlagen eingebettet, bei heute teilweise ebenfalls dem königlich preußischen Gartenbaudirekt Peter Joseph Lenné zugeschreiben werden. Schon bald erlebte das Hirschberger Tal, das seit 1866 auch direkt mit Berlin durch eine Eisenbahnlinie verbunden war, eine ungeahnte Blütezeit und wurde bald überregional bekannt als „Schlesisches Elysium“.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse

    Reiseprogramm

    Kurzfilm Hirschberger Tal

  • West- und Ostpreußen

    Architektonische Spuren deutscher und polnischer Geschichte

    Archiv 2025

    Wie kaum eine andere Kulturlandschaft Ostmitteleuropas sind West- und Ostpreußen durch die Backsteingotik, die Burgen des Deutschen Ordens sowie zahlreiche Schlösser des Adels charakterisiert. Auf dieser Studienreise erkunden Sie die faszinierende Baukultur des Landes und lernen die durch deutsch-polnische Gegensätze, aber auch Gemeinsamkeiten geprägte Landesgeschichte kennen.
    Entlang der Weichsel/Wisła bereisen Sie zunächst das Kernland der Deutschen Ordens mit den Ordensburgen in Mewe/Gniew und Marienwerder/Kwidzyn sowie dem Hauptsitz des Deutschen Ordens, der auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste stehenden Marienburg/Malbork. Nach Besichtigungen in zwei für die Ostsiedlung ausgesprochen wichtigen Zisterzienserklöstern und den einstigen Hansestädten Thorn/Toruń und Danzig/Gdańsk fahren Sie über das in vor allem nach 1990 wiederaufgebaute Elbing/Elbląg in den südlichen Teil Ostpreußens, dessen geistliches Zentrum einst das Bistum Ermland mit seinen bedeutenden Sakralbauten war.
    Geprägt wird dieses alte Kulturland gerade auch durch zahlreiche Adelsresidenzen, von denen allerdings nur wenige das Inferno des Zweiten Weltkriegs überstanden haben. Sie besichtigen in Restaurierung befindliche Adelssitze wie Schloss Steinort/Sztynort, aber auch eindrucksvolle Schlossruinen, die die tragische Geschichte des Zweiten Weltkriegs reflektieren. Ein Besuch der Kathedrale von Gnesen/Gniezno rundet die historisch-architektonischen Erkundungen zur wechselvollen deutsch-polnischen Geschichte ab.
    Neben Einblicken in die Architekturgeschichte und den denkmalpflegerischen Umgang mit dem deutsch-polnischen Kulturerbe vermittelt der begleitende polnische Reiseleiter Einblicke in die jüngere polnische Geschichte, den heutigen Alltag und das aktuelle Politgeschehen. Kontakte vor Ort ermöglichen Ihnen zahlreiche persönliche Gespräche mit interessanten Persönlichkeiten – Menschen, die sich für das gemeinsame Kulturerbe von Deutschen und Polen engagieren. Text

    Auf dieser Reise übernachten Sie in zunächst im altstadtnahen, aus einer einstigen preußischen Kaserne zur Luxusherberge adaptiertem Hotel Bulwar**** in Thorn, in Danzig im Hotel Wolne Miasto***, von dem es nur wenige Schritte in die Rechtstadt sind und schließlich im eindrucksvollen Hotel Krasicki**** in Heilsberg. Vor 20 Jahren noch weitgehend eine Ruine, wurde diese einstige Residenz des ermländischen Erzbischofs Ignacy Krasicki ebenfalls zu einem luxuriösen Hotel umgebaut. Krasicki übrigens, der mit Friedrich dem Großen befreundet war, weihte u. a. 1773 die St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin.

    Informationen und Buchung:

    Europäische Akademie Mecklenburg-Vorpommern
    Am Eldenholz 23
    17192 Waren/Müritz
    Tel.: 03991-1537-0
    Mailadresse

    Website

    Reiseprogramm

  • Baugeschichte sehen lernen

    Angewandte Baustilkunde und Grundlagen der Denkmalpflege

    Archiv 2025

    Wer heute mit offenen Augen durch die historischen Kulturlandschaften Deutschlands und angrenzender Gebiete reist, hat zumeist einen guten Reiseführer oder vielleicht sogar den „Dehio“ – das für alle Regionen des heutigen und einstigen Deutschlands verfügbare „Handbuch der Kunstdenkmäler“ als auskunftsfreudigen Begleiter mit dabei. Darin sind die wichtigsten Baudenkmäler erläutert, das Baualter und der Architekturstil angegeben sowie – bei öffentlich zugänglichen Gebäuden – die Innenausstattung beschreiben. Aber wie verhält es sich bei den nicht aufgeführten städtischen Bürger- und Handwerkerhäusern, wie bei den Bauernhäusern auf dem Land? Lassen sich bei diesen ebenfall das Baualter und die stilistische Zuordnung so einfach ablesen? Die Frage kann durchaus mit „Ja“ beantwortet werden:
    Mit Grundkenntnissen der lokalen Stilgeschichte und einem für die stilprägenden Merkmalen gut geschulten Auge durchaus.

    Das viertägige Seminar mit dem früheren stellv. Referatsleiter der Görlitzer Denkmalpflege, Architekturhistoriker Arne Franke kann dazu  einen wesentlichen Beitrag leisten. Es vermittelt zunächst neben den Grundlagen der Architekturterminologie eine auf Mittel- und Ostmitteleuropa zentrierte Einführung in die Baustilkunde. Unter anderem lernen Sie, was es beispielsweise mit dem „Revolutionsstil“ und „Rondokubismus“ auf sich hat, erfahren die Unterschiede zwischen der Renaissance in Italien und den Ausprägungen des Stils nördlich der Alpen, welche Dekorationsstile es zu dieser Zeit gab und wie diese ebenso als Indikatoren zur relativen Datierung von Bauwerken genutzt werden können, wie „Sgraffitodekorationen“ oder die Art der Backsteinbearbeitung. Dabei zeichnet das Seminar nicht nur die „großen Linien“ der Entwicklung von bedeutenden, stilprägenden Sakralbauten und Adelssitzen nach, sondern lehrt auch die stilistische Zuordnung von Architekturelementen, wie Türen/Portalen, Fenster und Fensterrahmungen, Fassadendekorationen und –texturen, Dachformen und – aufbauten. Hinzu kommen die im Seminar vermittelten Grundkenntnisse über historische Bautechniken, Beschaffenheit der verwendeten Materialien und die Interpretation von Bearbeitungs- und Altersspuren. Zudem werden Sie in die Grundlagen und Geschichte der  zeitgenössischen Denkmalpflege sowie die historische Bauforschung eingeführt, die ebenfalls an praktischen Beispielen demonstriert wird.

    Das Seminar, das in der „Denkmalstadt Görlitz“ als idealem Veranstaltungsort stattfindet, besteht aus theoretischen Anteilen sowie aus mehreren abwechslungsreichen Stadtspaziergängen, bei denen Sie wichtige Bauwerke der Stadt und den denkmalpflegerischen Umgang mit diesen kennen lernen. Mit über 4.000 großteils restaurierten Kultur- und Baudenkmalen wird Görlitz oft als das flächengrößte zusammenhängende Denkmalgebiet Deutschlands bezeichnet. An den Häusern der Stadt lassen sich alle wesentlichen Phasen der  mitteleuropäischen Baustile erkennen, von der Spätgotik über die Renaissance bis zum Barock. Umgeben ist die Altstadt dazu von ausgedehnten Gründerzeitvierteln. An den Gebäuden können Sie Ihr nun angereichertes Wissen praktisch erproben und lernen dabei die Vorteile der raschen „Fassadenmorphologie“ kennen, bei der zunächst die Oberflächengestalt der Hauptansichtsseite des Gebäudes detailliert in Augenschein genommen wird.

    Mit den im Seminar gewonnenen Erkenntnissen werden Sie zukünftig auf Ihren Kulturreisen in Deutschland und den angrenzenden Gebieten historische Gebäude – vom Bürgerhaus bis zum einfachen Bauernhaus, von der Romanik bis zur Klassischen Moderne – zeitlich und stilistisch besser zuordnen und damit auch die bauhistorische und denkmalpflegerische Relevanz ableiten können.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse

    Seminarprogramm

  • Hinterpommern und die Neumark

    So nah – und doch so vergessen?

    Archiv

    Reiseziel in den Jahren 2012, 2014, 2015, 2018, 2024

    Die sich östlich der Oder erstreckenden Regionen Hinterpommern und die südlich angrenzende Neumark sind mit ihrer reichen Kulturgeschichte für viele Kulturreisende häufig noch weitgehend eine „terra incognita“. Während es im Norden die Herzöge des Greifengeschlechts waren, die seit dem 12. Jahrhundert deutsche Kolonisten anzogen, waren es in der sich etwa 100 Kilometer östlich von Berlin erstreckenden Neumark, der „terra transoderana“, die polnischen bzw. schlesischen Piasten, die Siedler aus dem Westen riefen. Neben dem engmaschigen Netz neugegründete Dörfer und Städte entstanden durch den früh formierenden Adel zahlreiche Gutsherrschaften, deren Schlösser und Herrenhäuser noch heute die Kulturlandschaft charakterisieren.

    Die Studienreise begibt sich auf die Spurensuche der wechselvollen Geschichte dieser Regionen und erkundet deren architektonisches Erbe. Dieses wartet mit großartigen Kirchenbauten, wie der im Wiederaufbau begriffenen Marienkirche von Königsberg, der üppig ausgestatteten Kathedrale in Cammin oder der Jakobikirche in Stettin sowie zahllosen Schlossbauten auf, wie dem dortigen Herzogsschloss, der klassizistischen Residenz von Prillwitz oder dem exzellent restaurierten neogotischen Schloss von Mehrenthin. Zudem machten sich unterschiedliche geistliche Orden für die Landeserschließung verdient, insbesondere die Zisterzienser, dessen Kloster Kolbatz als deren erste Filiation östlich der Oder gegründet wurde. Neben den zahlreichen gut erhaltenen und restaurierten Bauwerken werden Sie auf dieser Reise u. a. am Beispiel der ehemaligen Hohenzollernresidenz in Wildenbruch oder des barocken Schlosses von Heinrichsdorf weitere erstaunliche Revitalisierungsprojekte kennenlernen, die das zunehmende Engagement der polnischen Nachbarn für das gemeinsame europäische Kulturerbe belegen.

    Auf dieser Reise übernachten Sie zunächst im Radisson Blue-Hotel**** in Stettin, danach in den Schlosshotels von Krangen/Krąg*** und Mehrenthin/Mierzęcin**** sowie im einstigen Zisterzienserinnenkloster in Zehden/Cedynia**** (jeweils Landeskategorie).

  • Barockgotik in Böhmen und Mähren

    Auf Spuren des barocken Ausnahmearchitekten Johann Blasius Santini-Aichel

    Archiv

    Reiseziel im Jahr 2024

    Vor 300 Jahren verstarb der geniale Architekt und Baumeister Johann Blasius Santini-Aichel (1677–1723), der sich als außergewöhnlicher Ausnahmearchitekt zu seinen Lebzeiten einen ausgezeichneten Namen machte.
    Heute scheint er weitgehend vergessen – ein wenig untergegangen im Heer der großen, in Böhmen und Mähren wirkenden Barockarchitekten, wie seinem Lehrherrn, dem Franzosen Jean-Baptiste Mathey, dem aus Bayern stammenden Christoph Dientzenhofer, dessen Sohn Kilian Ignatz oder dem Italiener Giovanni Battista Alliprandi.
    Und doch ist sein Oeuvre von besonderem kunsthistorischen (und auch touristischen) Interesse, da er als einziger nicht nur das italienische, über Österreich vermittelte Hochbarock brillant beherrschte, sondern insbesondere mit großem Interesse die Gotik studierte, die er mit dem schwingenden („kurvierten“) Barock zu einer außergewöhnlichen und – auf dem Kontinent einzigartigen – Barockgotik verschmolz.

    Diese Studienreise führt über Prag zunächst nach Pilsen, dann durch die Mitte Böhmens bis nach Mähren und führt zuletzt nach Nordostböhmen. Dabei erkunden Sie die wichtigsten von Santini-Aichel geschaffenen Bauten – von seinem Frühwerk mit der kleinen St. Annenkirche in Panenské Břežany/Jungfernbreschan über die wohl bekanntesten Schöpfungen, die Klosterkirchen von Sedletz/Sedlec und Saar an der Sasau/Žďár nad Sázavou mit seiner spektakulären Wallfahrtskirche auf dem Grünen Berg/Zelená Hora (beide UNESCO-Weltkulturerbe) bis zu der kaum weniger spektakulären Benediktiner-Klosterkirche in Kladrau/Kladruby. Zudem erleben Sie in Prag nicht nur die Inspirationsquellen des Architekten und einige Palaisbauten aus seiner Hand, sondern bekommen zudem einen Überblick über das barocke Bauen in der Moldaumetropole während des 18. Jahrhunderts.

  • Auf den Spuren Wallensteins in Nordböhmen

    Ein architektonischer Visionär und seine Projekte

    Archiv

    Reiseziel im Jahr 2024

    Als eine der schillerndsten Gestalten des Dreißigjährigen Krieges ging Generalissimus Albrecht von Wallenstein in die Geschichte und Literatur ein. Jedoch war er nicht allein ein ehrgeiziger Feldherr und Kriegsunternehmer, sondern auch ein architektonischer Visionär, der seine Vorstellungen sowohl in der Planung der Residenzstadt Jitschin (Gitschin)/Jičín als auch seinen Schlossbauten umzusetzen suchte.

    Die Studienreise folgt seinen architektonischen Spuren durch Nordböhmen. Neben der berühmten Burg Friedland/Zamek Frýdlant, die im 17. Jahrhundert zu einem repräsentativen Renaissanceschloss erweitert wurde und die dem 1625 neugeschaffenen Herzogtums den Namen gab, besichtigen wir die Stadt Reichenberg/Liberec, die zu Wallensteins Zeit als wirtschaftliches Zentrum ausgebaut wurde. In Münchengrätz/Mnichovo Hradiště besuchen wir die letzte Grablege des Generalissimus sowie das Schloss, das bis 1945 der Familie Waldstein gehörte. Ein weiteres Hauptziel ist Jitschin, das von einem kleinen Provinzstädtchen zur glanzvollen Residenzstadt des kurzlebigen Herzogtums Friedland entwickelt werden solle. Zwar konnten die großen Ideen infolge der Ermordung des „Friedländers“ 1634 nicht vollständig umgesetzt werden, doch die Ansätze für die moderne Stadtplanung mit einem Schloss, einer nie vollendeten Kathedrale, einem speziellen Handwerkerviertel und einen glanzvollen Sommerschlösschen vor den Toren der Stadt sind noch heute gut nachvollziehbar.

    Übernachten werden wir im Begegnungszentrum Kloster Haindorf/Hejnice mit seiner eindrucksvollen, bis 1729 errichteten barocken Wallfahrtskirche. Als Pilgerstätte durch Wallenstein wiederbegründet, wurde Haindorf einer der wichtigsten Wallfahrtorte im Habsburgerreich – seit 1991 finden hier wieder regelmäßig Wallfahrten statt.

    Informationen und Buchung:

    Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge
    Markt 9
    02763 Zittau
    Tel.: 03583/ 549940
    Mailadresse
    Website
    Reiseprogramm