Von Flucht-, Grenz-, Friedens- und Gnadenkirchen über die Bethäuser unter Friedrich II. bis Langhans und Schinkel
Haus Schlesien Archiv 2017
Vortrag im Rahmen der Fachtagung „Zwischen Heilsgewißheit und Toleranz. 500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien“ vom 28.04. – 29.04.2017
Kaum eine Region Europas reflektiert in der Kirchenbauarchitektur so deutlich die Konfessionalisierung so deutlich wie Schlesien.
Im Spannungsfeld zwischen der durch die Habsburger Herrschaft stringent durchgesetzten Gegenreformation und der Konversion weitgehender Teile der Bevölkerung zum Luthertum entwickelten sich aus den Zwängen und Erfordernissen Gotteshäuser in charakteristischen Bauweisen, die, wie auch deren Bezeichnungen, noch heute auf die wechselvollen historischen Zusammenhänge verweisen.
So entstanden zunächst – nach der Kassierung der evangelischen Kirchen – zunächst auf grenznahem Boden der Nachbarländer Sachsen, Brandenburg sowie dem calvinistischen Herzogtum Liegnitz-Brieg und Polen zunächst die sogenannten Flucht- und Grenzkirchen.
Mit Abschluss des Dreißigjährigen Krieges mit dem Westfälischen Frieden 1648 wurden den Lutheranern zunächst der Bau der sogenannten Friedenskirchen von Glogau/Głogów, Schweidnitz/Świdnica und Jauer/Jawor gewährt.
Mit der Altranstädter Konvention von 1707 gestettete Kaiser Karl VI. auf Druck König Karls XII. von Schweden den Lutheranern weitere sechs „Gnadenkirchen“; zudem wurden etliche mit der Gegenreformation „kassierte“, aber nicht katholisch genutzte Gotteshäuser zurückerstattet.
Schließlich – mit der Eroberung Schlesiens durch König Friedrich II. von Preußen entstanden mehr als 200 schlichte, als Fachwerkbauten schnell zu realisierende Bethäuser, von denen die meisten in der Folgezeit als Massivbauten erneuert werden konnten.
Der Vortrag illustriert die Entwicklung der Konfessionalisierung in Schlesien anhand der unterschiedlichen Kirchenbauten und schließt mit einem Blick auf den durch die Architekten Carl Gotthard Langhans sowie
Karl Friedrich Schinkel geprägten evangelischen Kirchenbau des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts.
Veranstaltungsort
Haus Schlesien
Dollendorfer Str. 412
53639 Königswinter
Tel.: 022420 – 8860
Fax: (089) 44 99 93 – 250
Entwicklungsgeschichtliche Entwicklung der Adelssitze
Volkshochschule Dresden Archiv 2025
Keinem anderen Typus in der schlesischen Architektur kommt eine so starke landschaftsprägende Bedeutung zu wie den Adelssitzen. Zumeist im 13. Jahrhundert gegründet, entwickelten sich zunächst Wohntürme und „Feste Häuser“, seit der Spätgotik repräsentative Schlösser und Herrenhäuser. Für die Bevölkerung waren sie wirtschaftliches und soziales Zentrum sowie Keimzellen der kulturellen Entwicklung und Kulminationspunkte gesellschaftlichen Lebens. Der Architekturhistoriker Arne Franke ist Herausgeber eines Werkes zur Geschichte schlesischer Burgen und Schlösser und zeigt Ihnen im Rahmen dieses Vortrags neben den Höhepunkten der Residenzarchitektur auch zum Teil wenig bekannte, aber baugeschichtlich bedeutende Schlossanlagen, die die wechselvolle Landesgeschichte illustrieren.
Durch die Städte Löbau, Kamenz, Bautzen, Görlitz, Zittau und Lauban im Jahr 1346 gegründet, war der Sechsstädtebund ein Schutz- und Trutzbündnis gegen Raubrittertum und Adel, das in den folgenden Jahrhunderten zu einem erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung führte. Dieser lässt sich noch heute am architektonischen Reichtum der Kulturlandschaft ablesen. Im Rahmen des Vortrags zeigt Ihnen der Architekturhistoriker und ehemalige Görlitzer Denkmalpfleger Arne Franke Höhepunkte dieser bis heute fast unversehrt erhalten gebliebenen Region.
Städte, Klöster, Residenzen – eine architekturgeschichtliche Übersicht
Volkshochschule Dresden Archiv 2025
West- und Ostpreußen sind – trotz zahlreicher Zerstörungen am Ende des Zweiten Weltkriegs – nach wie vor überreich an bedeutenden Baudenkmalen. Diese reflektieren die von historischen Brüchen charakterisierte Landesgeschichte. Der Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Arne Franke präsentiert Ihnen im Rahmen des Vortrags einen Querschnitt der Architekturgeschichte: von den gotischen Burganlagen des Deutschen Ordens über die Schlösser des Adels bis zur Geschichte des Wiederaufbaues zerstörter Städte wie Danzig/Gdansk und Elbing/Elbląg.
Residenzen mit gemeinsamen architektonischen Wurzeln
Volkshochschule Dresden Archiv 2025
Der Referent des Abends entführt Sie in drei unterschiedliche Regionen Polens und der Tschechischen Republik, die sich durch ein reiches architektonisches Erbe auszeichnen. Zunächst erkunden Sie in Polen die Grafschaft Glatz/Hrabstwo kłodzkie, einst Bestandteil des Königreichs Böhmen. Der zweite Teil des Vortrags widmet sich den historischen Landesteilen Tschechiens – zum einen dem von den Sudeten nach Norden begrenzten Mährisch-Schlesien/Moravskoslezský kraj, zum anderen Mähren/Morava selbst. Alle drei Gebiete verbindet eine hohe Dichte zahlloser Adelssitze mit ihren Gärten sowie kulturhistorisch bedeutende Sehenswürdigkeiten wie mittelalterliche Ortskerne, Kirchen und Klöster, von denen mehrere unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes stehen.An diesem Abend entführe ich Sie in drei unterschiedliche Regionen Polens und der Tschechischen Republik, die sich durch ein reiches architektonisches Erbe auszeichnen. Zunächst erkunden wir in Polen die Grafschaft Glatz/Hrabstwo kłodzkie, einst Bestandteil des Königreichs Böhmen. Der zweite Teil des Vortrags widmet sich den historischen Landesteilen Tschechiens – zum einen dem von den Sudeten nach Norden begrenzten Mährisch-Schlesien/Moravskoslezský kraj, zum anderen Mähren/Morava selbst. Alle drei Gebiete verbindet eine hohe Dichte zahlloser Adelssitze mit ihren Gärten sowie kulturhistorisch bedeutende Sehenswürdigkeiten wie mittelalterliche Ortskerne, Kirchen und Klöster, von denen mehrere unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes stehen. Der Referent des Abends entführt Sie in drei unterschiedliche Regionen Polens und der Tschechischen Republik, die sich durch ein reiches architektonisches Erbe auszeichnen. Zunächst erkunden Sie in Polen die Grafschaft Glatz/Hrabstwo kłodzkie, einst Bestandteil des Königreichs Böhmen. Der zweite Teil des Vortrags widmet sich den historischen Landesteilen Tschechiens – zum einen dem von den Sudeten nach Norden begrenzten Mährisch-Schlesien/Moravskoslezský kraj, zum anderen Mähren/Morava selbst. Alle drei Gebiete verbindet eine hohe Dichte zahlloser Adelssitze mit ihren Gärten sowie kulturhistorisch bedeutende Sehenswürdigkeiten wie mittelalterliche Ortskerne, Kirchen und Klöster, von denen mehrere unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes stehen.
Architektonische Höhepunkte im polnisch-tschechischen Grenzraum
Archiv 2025
Diese Reise führt Sie in drei unterschiedliche Regionen Polens und der Tschechischen Republik, die sich durch ein reiches architektonisches Erbe auszeichnen. Zunächst erkunden Sie die Grafschaft Glatz/Hrabstwo kłodzkie, die bis zur Eroberung Schlesiens durch den Preußenkönig Friedrich den Großen ein Bestandteil des Königreichs Böhmen war. Im frühen 20. Jahrhundert wegen der zahlreichen Kurbäder als „Gesundbrunnen Deutschlands“ bekannt, blieb der große Bestand an mittelalterlichen Burganlagen, Schlössern und Herrenhäusern mit zum Teil weitläufigen Parkanlagen von teilweise überregionaler Bedeutung – insgesamt mehr als 80 an der Zahl – bis heute weitgehend unbekannt. Obwohl viele der Anlagen heute in verwahrlostem oder ruinösem Zustand sind, zeigen doch einige herausragende Restaurierungsprojekte, dass diese reiche, malerisch von den Sudeten umrahmte Kulturlandschaft durchaus mit dem „Schlesischen Elysium“, dem Hirschberger Tal am Rande des Riesengebirges konkurrieren kann.
Der zweite Teil der Reise widmet sich den historischen Landesteilen Tschechiens – zum einen dem von den Sudeten nach Norden begrenzten Mährisch-Schlesien/Moravskoslezský kraj, zum anderen Mähren Morava selbst. Alle drei Gebiete verbindet eine hohe Dichte kulturhistorisch bedeutender Sehenswürdigkeiten wie mittelalterliche Ortskerne, Kirchen und Klöster sowie zahllose Adelssitze mit ihren Gärten. Mehrere davon stehen – mitsamt ihrer Parkanlagen – unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes, wie die Schlösser von Kremsier/Kroměříž und Eisgrub/Lednice.
Sie besuchen zudem den einstige Adelssitz der
Familie Silva-Tarouca in Czech/Čechy pod Kosířem, Schloss Plumenau/Plumlov, das
mit einer äußerst spektakulären Fassade aufwartet sowie mit dem durch den Architekten
und Schöpfer des Neuen Münchner Rathauses Georg von Hauberisser renovierten
Deutsch-Ordensresidenz Busau/Bouzov eine weitere Residenz des Deutschen Ordens.
Weitere Höhepunkte sind das opulent
ausgestattete Schloss Butschowitz/Bučovice, ein nach italienischem Vorbild
geschaffener „Palazzo in Fortezza“ sowie das zu Anfang des 18. Jahrhunderts
vollendete Schloss Buchlowitz/Buchlovice, das vielleicht von einer der
schönsten Parkanlagen des Landes gerahmt wird.
Tannhausen/Jedlinka | Das neoklassizistische Schloss, das seit mehreren Jahren mustergültig restauriert wird, geht in seiner Bausubstanz auf einen klassizistischen Bau nach Entwurf des Architekten Carl Gotthard Langhans zurück. Während des Zweiten Weltkriegs war der Adelssitz zeitweise eine Dependance der nationalsozialistischen „Organisation Todt“, zu deren Geschichte eine Ausstellung im Schloss informiert.
Glatz/Kłodzko | Der Blick von der ab 1742 ausgebauten preußischen Festung nach Süden zeigt die Altstadt, an deren linker Flanke die Glatzer Neiße fließt. Im Zentrum befinden sich neben dem 1890 errichteten Rathaus mit seinem markanten Turm zahlreiche Patrizierhäuser sowie die im Innern barockisierte Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.
Glatz/Kłodzko | Am Ende der „Brücktorbrücke“ befand sich ursprünglich ein Stadttor. Außerhalb der umwehrten Stadt wurde 1248 das Kloster der Minoriten gegründet, das mit der zweitürmigen Klosterkirche Ende des 17. Jahrhunderts barockisiert wurde.
Grafenort/Gorzanów | Das Schloss zählt zu den bedeutendsten frühbarocken Residenzen, im 17. Jahrhundert durch italienische Baumeister für die Reichsgrafen Herberstein errichtet. Nachdem die Anlage nach 1945 nicht mehr genutzt wurde und fast zur Ruine zerfiel, wurden im Herbst 2012 Restaurierungsarbeiten begonnen, die mittlerweile spektakuläre Fortschritte gemacht haben.
Grafenort/Gorzanów | Während Teile der Wirtschaftsgebäude des Schlosses noch in Ruinen liegen, ist der Schlossturm mit durchbrochener Haube mittlerweile restauriert. Auch die Schlaguhren, die bereits seit den 1930er funktionsuntüchtig waren, gehen wieder ….
Schloss Grafenort/Gorzanów | Der sogenannte „Theatergang“, jüngst restauriert, birgt eine Fülle barocker Wandmalereien mit reichen Emblemata
Mittelsteine/Ścinawka Średnia | Das barocke Herrenhaus, seit 2002 im Besitz eines enthusiastischen polnischen Kunsthistorikers, wurde bei einem Orkan stark beschädigt. Inzwischen ist es ihm jedoch gelungen, die zerstörten Barockgiebel und das Dach wiederherzustellen.
Scharfeneck/Sarny | Die auf elliptischem Grundriss errichtete Schlosskapelle entstand im Auftrag des Grafen Johann Franz Anton von Götzen zwischen 1722 und 1730. Nach der Fertigstellung wurde sie von Johann Franz Hoffmann mit Darstellungen aus dem Leben ihres Namenspatrons, dem Heiligen Johannes von Nepomuk, ausgemalt.
Albendorf/Wambierzyce | Die gewaltige Wallfahrtskirche des „Schlesischen Jerusalems“ entstand im frühen 18. Jahrhundert während der Gegenreformation; ihr ging ein nicht weniger aufwändiger Sakralbau voraus, der als Stiftung des Kaufmannes Paschasius von Osterberg aufgrund statischer Probleme wieder abgebrochen werden musste.
Freudenthal/Bruntál | Das Schloss befand sich von 1620 bis zur Enteignung durch die nationalsozialistische deutsche Reichsregierung 1939 im Besitz des Deutschen Ordens. Heute befinden sich in den restaurierten Innenräumen ein beeindruckendes Schloss- und Regionalmuseum.
Gross Ullersdorf/Velké Losiny | Das Entstehungsdatum der ursprünglich königlichen Grenzbefestigung gegen Schlesien, liegt vermutlich im 12. Jahrhundert. Die von einem weitläufigen Landschaftspark umgebene heutige Schlossanlage mit reizvollen, von Arkaden gesäumten Innenhof geht auf den renaissancezeitlichen Umbau unter der Familie von Zierotin Mitte des 16. Jahrhunderts zurück.
Olmütz/Olomouc | Die 35 Meter hohe barocke Dreifaltigkeitssäule/Sloup Nejsvětější Trojice wurde von 1716 bis 1754 als Dank für das Erlöschen der Pest errichtet. Diese größte jemals errichtete Säule wurde 2000 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.
Kremsier/Kroměříž | Der bereits im Großmährischen Reich als Marktflecken gegründete Ort wurde unter Bischof Stanislav Thurzo Anfang des 16. Jahrhunderts Hauptresidenz der Olmützer Bischöfe und entwickelte sich in der Folgezeit zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum Mährens. In dessen Mitte befindet sich ein großer Marktplatz mit zahlreichen Patrizierhäusern, unter denen sich das bischöfliche Schloss hervorhebt. Dieses steht seit 1998 mit seinem Park unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes.
Kremsier/Kroměříž | Der sogenannte Blumengarten „Libosad“ wurde ebenfalls von Bischof Karl II. von Liechtenstein-Kastelkorn gegründet. Die frühbarocke Anlage entstand außerhalb des historischen Stadtkerns zwischen 1665 und 1675 nach den Plänen der italienischen Architekten Filiberto Lucchese und Giovanni Pietro Tencalla. Das Zentrum bildet eine Rotunde mit reichem Stuck- und Freskendekor.
Plumenau/Plumlov | Die in vieler Hinsicht außergewöhnliche Schlossanlage geht auf eine mittelalterliche Burg des 13. Jahrhunderts zurück. Unter Fürst Johann Adam von Liechtenstein wurde ab 1680 ein spektakulärer Schlossbau begonnen, doch von der geplanten Vierflügelanlage wurde lediglich ein Flügel mit reich verzierter Hoffassade und unvollendet gebliebenem, aber höchst eindrucksvollem Interieur fertiggestellt.
Butschowitz/Bučovice | Das zwischen 1567 und 1587 errichtete Schloss zählt zu den bedeutendsten Adelssitzen der Region. Hinter der abweisenden, blockhaften Fassade des „palazzo in fortezza“ erwartet den Besucher ein dreigeschossiger Arkadenhof, im Innern höchst bemerkenswerte Wand- und Deckenfresken. Zudem erstreckt sich auf der Südseite des Schlosses ein rekonstruierter Renaissancegarten.
Butschowitz/Bučovice | Das zwischen 1567 und 1587 errichtete Schloss zählt zu den bedeutendsten Adelssitzen der Region. Hinter der abweisenden, blockhaften Fassade des „palazzo in fortezza“ erwartet den Besucher ein dreigeschossiger Arkadenhof, im Innern höchst bemerkenswerte Wand- und Deckenfresken. Zudem erstreckt sich auf der Südseite des Schlosses ein rekonstruierter Renaissancegarten.
Butschowitz/Bučovice | Zu den beeindruckendsten Sälen des manieristischen Schlosses zählt dieses Kaiserzimmer, in dessen Lünetten vollplastische Allegorien dargestellt sind, u. a. Mars, der Kontinente als Skulpturen dargestellt sind.
Eisgrub/Lednice | Nahe der Grenze zu Österreich gelegen, ist die Schlossanlage mit einem weitläufigen Landschaftspark nicht nur eines der bekanntesten Reiseziele in Südmähren, sondern auch ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Das Schloss der Fürsten von Liechtenstein, ursprünglich ein Barockbau, wurde zwischen 1846 und 1858 in „Altenglischem Stil“ zu einem der schönsten neogotischen Residenzen in Mähren umgebaut.
Eisgrub/Lednice | Nahe der Grenze zu Österreich gelegen, ist die Schlossanlage mit einem weitläufigen Landschaftspark nicht nur eines der bekanntesten Reiseziele in Südmähren, sondern auch ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Das Schloss der Fürsten von Liechtenstein, ursprünglich ein Barockbau, wurde zwischen 1846 und 1858 in „Altenglischem Stil“ zu einem der schönsten neogotischen Residenzen in Mähren umgebaut.
Eisgrub/Lednice | Barocker „Großer Stall“ nach Entwurf von Johann Bernhard Fischer von Erlach
Buchlowitz/Buchlovice | Schlosspark
Buchlowitz/Buchlovice | Schloss mit Cour d´honneur
Am südlichen Rand des Erzgebirges und der östlich
anschließenden Sudeten und des Erzgebirges erstreckt sich eine bemerkenswerte
Kulturlandschaft, die nicht nur durch deutsche, tschechische und jüdische
Einflüsse geprägt wurde, sondern die auch mit einer bemerkenswerten Dichte an
Schlössern und Herrenhäusern aufwartet. Hier folgen wir während der Exkursion
den architektonischen Spuren des böhmischen Adels, aber auch der allgemeinen
Landesgeschichte.
Auf den Spuren des deutschen, tschechischen und
internationalen Adels besichtigen Sie charakteristische Schlossanlagen,
darunter den opulent ausgestatteten neogotischen Adelssitz der französischen
Familie Rohan in Sichrow/Sychrov mit einer weitläufigen Parkanlage nach
englischem Vorbild.
Ein Exkursionstag wird dominiert durch die
Schlösser der Familie von Lobkowitz/Lobkowicz. So besuchen Sie – nach einer
Stippvisite im Geburtshaus des Komponisten Antonín Dvořák – das beeindruckende Schloss
Mühlhausen/Nelahozeves, das der Günstling Ferdinands I, Florian Griespek von
Griespach als Renaissanceanlage mit herausragenden Sgraffitodekorationen
errichten ließ. Heute ist dieses wieder im Besitz der Familie von Lobkowicz,
die mit dieser Vierseitanlage auch Schloss Raudnitz an der Elbe/Roudnice nad
Laben nach 1989 restituiert bekam. Neben diesem bis in die 1990er Jahre noch
als Militärmusikschule der Tschechoslowakischen Armee genutzt und nach
wie vor „in restauro“ befindlichen Schloss besichtigen Sie zudem das malerisch
hoch über dem Zusammenfluss von Moldau und Elbe gelegene Schloss Melnik/Mělník,
das exzellent wiederhergestellt und – trotz dass es heute der Privatsitz der
Familie ist – zum Teil für die Besichtigung freigegeben ist.
Doch nicht alle Schlösser, die die hochadelige Familie
aus staatlichen Händen zurückerstattet bekam, behielt diese auch. Ein weiterer
Herrensitz, kaum weniger spektakulär als Melnik gelegen, ist Schloss Eisenberg/Jezeří,
dass die Familie wiederum dem Staat übertrug, nachdem der Renovierungsaufwand
des ursprünglich aufgrund des nahen Kohlebergbaues sogar zum Abriss bestimmten
Schlosses zu hoch erschien. Nun wird auch dieses sukzessive staatlicherseits
renoviert – und bietet einen atemberaubenden Blick über die Bergbaulandschaft. Nicht
zum Abriss, sondern zur Translozierung dagegen war die Maria-Himmelfahrtskirche
in Brüx/Most bestimmt, die – einmalig in diesem Aufwand – noch in den 1980er
Jahren rund 900 Meter weit von ihrem ursprünglichen Entstehungsort in ein
zunächst ödes Brachland versetzt wurde, während die historische Kleinstadt
völlig dem Tagebergbau zum Opfer fiel.
Ein weiterer Schwerpunkt der Reise ist dem Wirken
der Familie von Waldstein gewidmet, deren bekanntester Vertreter der
Generalissimus Kaiser Ferdinands II., Albrecht Eusebius von Wallenstein war.
Neben seiner Grablege bei Schloss Münchengrätz/Mnichovo Hradiště und der
beeindruckenden Schlossanlage von Friedland/Frýdlant besuchen wir auch das
zeitweise ebenso vom Tagebau gefährdete Schloss Dux/Duchcov, das auch als
Altersruhesitz des Literaten Giacomo Casanova bekannt wurde. Hier schrieb der
als Bibliothekar angestellte Lebemann, Diplomat und Spion seine Memoiren.
Geschichtlich abgerundet wird die Seminarreise
durch den Besuch der entwicklungsgeschichtlich bedeutenden Stadtanlage von Leitmeritz/Litoměřice
sowie den für die Kolonisationszeit des 12. Jahrhunderts bedeutenden Klöstern
Ossegg/Osek (Zisterzienser) und Doxan/Doksany (Prämonstratenserinnen).
Leitmeritz/Litomerice | Marktplatz mit Rathaus, Stadtturm, Allerheiligenkirche und dem sgraffitoverzierten Renaissancegasthaus
Leitmeritz/Litoměřice | Rathaus, Stadtturm und Pfarrkirche
Leitmeritz/Litoměřice | Die Sgraffitodekorationen am Haus „Zum Schwarzen Adler” sind charakteristisch für die renaissancezeitlichen Fassadendekorationen, die im böhmischen, aber auch sächsischen und schlesischen Raum häufig zu finden sind.
Leitmeritz/Litoměřice | Blick über die Vorstadt zur Kathedrale
Doxan/Doksany | Die einstige Prämonstratenserinnenabtei, im 18. Jahrhundert aufwändig barockisiert, birgt unter der Kirche noch eine spätromanische Krypta, die im 19. Jahrhundert zu einer Grablege der damals besitzenden Adelsfamilie erweitert wurde.
Lieblitz/Liblice | Das Schloss wurde anstelle eines renaissancezeitlichen Vorgängerbaus zwischen 1699 und 1706 nach Plänen des Architekten Giovanni Battista Alliprandi errichtet. Im späten 19. Jahrhundert wurde es unter Antonie von Waldstein modernisiert. Nach 1945 im Besitz der tschechischen Akademie der Wissenschaften, wurde 1953 hier der erste internationale Kafka-Kongress veranstaltet. Heute beherbergt der restaurierte Adelssitz ein luxuriöses Schlosshotel
Lieblitz/Liblice | Gartenseite des Schlosses
Dux/Duchcov | Cour d´Honneur des Schlosses, einst u. a. im Besitz der Familie von Waldstein
Dux/Duchcov | Gartenseite des bis heute äußerlich noch nicht instand gesetzten Schlosses, dessen Inneres jedoch inzwischen exzellent restauriert wurde
Ossegg/Osek | Kurvierte Hauptfassade der ehemaligen Klosterkirche
Ossegg/Osek | Barocke Gewölbe der ehemaligen Klosterkirche
Eisenberg/Jezeří | Das Schloss, das sich oberhalb eines riesigen, inzwischen stillgelegten Tagebau-Restlochs erhebt, sollte ursprünglich abgerissen werden. Nach der politischen Wende kam die Rettung – inzwischen wird diese barocke Perle sukzessive restauriert.
Brüx/Most | Zu den schönsten spätgotischen Hallenkirchen des nordböhmischen Kulturraums zählt die Maria-Himmelfahrtskirche in Brüx. Die historische Bergbaustadt wurde bis 1975 nahezu gänzlich dem Braunkohle-Tagebau geopfert. Die Kirche jedoch wurde in einer ausgesprochen spektakulären und – in diesem Umfang – bisher einmaligen Aktion um mehr als 800 Meter weit transloziert und anschließend vorbildlich restauriert.
Brüx/Most | Innenraum der Hallenkirche
Mühlhausen/Nelahozeves | Sgraffitodekorationen der Nordseite des Schlosses
Raudnitz/Roudnice | Das unmittelbar an der Elbe gelegene Schloss, das sich nach 1945 im Eigentum des tschechischen Militärs befand, wird durch die Familie von Lobkowicz derzeit aufwändig restauriert
Melnik/Mělník | Schloss der Grafen von Lobkowicz und Turm der Stadtpfarrkirche
Melnik/Melnik | Blick von den Schlossterrassen auf den Zusammenfluß von Elbe und Moldau
Münchengrätz/Mnichovo Hradiště | Die aus einem älteren Renaissanceschloss hervorgegangene Barockanlage gehörte bis 1945 der Familie von Waldstein
Münchengrätz/Mnichovo Hradiště | Sala terrena
Münchengrätz/Mnichovo Hradiste | Kapuziner- und Dreikönigskirche mit Grablege für den Generalissimus Albrecht von Wallenstein
Sichrow/Sychrov | Das Mitte des 19. Jahrhunderts durch den Architekten und Kunsthistoriker Bernhard Grueber neogotisch erweiterte Barockschloss gehörte bis 1945 der französischen Adelsfamilie Rohan, die mit der Französischen Revolution nach Böhmen emigrierte.
Sichrow/Sychrov | Gartenseite des Schlosses
Friedland/Frýdlant | Schloss Friedland, das als gotische Burg zu den bedeutendsten Anlagen im Sudetenraum zählte, wurde im 16. Jahrhundert im Stil der Renaissance erheblich erweitert. 1620 erwarb es Albrecht von Wallenstein als Residenz für das gleichnamige, kurzlebige Herzogtum.
Mit mehr als 3.000 Schlössern und Herrenhäusern weist Schlesien die
größte Dichte an Adelssitzen in Europa auf. Ein Teil dieser hat die Zeit
des Zweiten Weltkriegs – zumindest was das äußere Erscheinungsbild
anbelangt – ebenso überstanden wie nahezu 45 Jahre Sozialismus. Zwar
sind heute sehr viele dieser kulturgeschichtlich bedeutendswerten
Ensembles in beklagenswertem Zustand, doch etliche konnten in den
letzten 25 Jahren vorzüglich restauriert werden.
Auf dieser Studienreise erkunden Sie neben einigen der bekanntesten Schlossanlagen auch weitgehend unbekannte, aber kunstgeschichtlich bedeutende Schlösser, deren heutiger Erhaltungszustand die wechselnden Zeitläufte seit Mitte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Neben restaurierten Residenzen und Höhepunkten der Schlossbaukunst des 16.-19. Jahrhunderts, wie beispielsweise den Residenzen von Fürstenstein/Książ der Fürsten von Hochberg-Pless oder Sagan/Żagań, die durch Albrecht von Wallenstein als Herzog von Sagan begonnen wurde und sich zuletzt im Besitz der französischen Adelsfamilie Talleyrand befand, lernen Sie auch unbekanntere Anlagen kennen, so die beiden Renaissanceschlösser von Halbau/Iłowa und Klein-Tschirne/Czerna sowie das bemerkenswert restaurierte Schloss Guhlau/Gola. Zu den baugeschichtlichen Höhepunkten zählt der Besuch der Schlösser Adelsbach/Struga und Rudelstadt/Ciechanowice, die mit ihren freigelegten renaissancezeitlichen Fresken einen ganz außergewöhnlichen Schatz beherbergen. Zudem besuchen Sie das beeindruckende Hohenzollern- bzw. Oranierschloss Kamenz/Kamieniec Ząbkowicki, das als letztes Werk von Karl Friedrich Schinkel selbst vielen Schinkel-Kennern unbekannt ist.
Auch die Park- und Gartengeschichte Schlesiens wird auf dieser Studienreise beleuchtet. Neben den in den letzten Jahren instandgesetzten Parkanlagen von Sagan, dem frühesten japanischen und chinesischen Garten auf dem Kontinent in Halbau, dem Terrassengarten von Peter Joseph Lenné in Kamenz ist für Gartenliebhaber sicherlich das großartige Arboretum von Woislowitz/Wojsławice mit der nationalen Sammlung an Rhododendron, Hemerocallis/Taglilie und Buxus/Buchsbaum ein Höhepunkt der Reise.
Neben den historischen Adelssitzen steht mit der unter Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes stehenden, bis heute evangelisch-lutherischen Friedenskirche von Jauer/Jawor auch ein überaus spektakulärer Sakralbau im Fokus dieser Reise. Dieser reflektiert die schwierige Religionsgeschichte des Oderlandes bis in das 18. Jahrhundert.
Begegnungen mit Schlosseigentümern und den Protagonisten einiger Denkmalinitiativen zur Rettung des deutsch-polnischen Kulturerbes runden das vielfältige Programm ab.
Halbau/Iłowa | Zu den in jüngster Zeit revitalisierten Gartenanlagen Schlesiens zählt der Schlosspark von Halbau. Angelegt zu Anfang des 20. Jahrhunderts durch den Grafen Hochberg, birgt er auch einen japanischen Garten, der zu den frühesten seiner Art auf dem Kontinent zählt. Sehenswert ist auch das Renaissanceschloss, das, im 18. Jahrhundert barockisiert, noch große Teile der wandfesten Ausstattung aufweist. Heute ist in diesem eine Schule untergebracht.
Halbau/Iłowa | Ebenso sehenswert ist das Renaissanceschloss, das, im 18. Jahrhundert barockisiert, noch große Teile der wandfesten Ausstattung aufweist. Heute ist in diesem eine Schule untergebracht.
Sagan/Żagań | 1627 erwarb der berühmte Generalissimus Albrecht von Wallenstein das Herzogtum und beauftragte den Festungsarchitekten Giovanni Pieroni mit dem Bau eines „Wunder-Palatiums“ anstelle einer älteren Wehranlage am Ufer des Bober. Unter dem ausführenden Baumeister Vincenzo Boccacci entstand der erste Schlossbau des Barock in Schlesien. Nach der Ermordung Wallensteins 1634 wurden die Arbeiten eingestellt, die Herrschaft eingezogen und 1646 dem Widersacher Wallensteins, Fürst Wenzel Eusebius von Lobkowitz verliehen. Sein Architekt Antonio della Porta vollendete die bemerkenswerte Anlage.
Sagan/Żagań | Cour d´Honneur der Schlossanlage
Sagan/Żagań | Unter Dorothea Biron von Kurland, Herzogin von Sagan, die die Herrschaft 1842 erworben hatte, entstand bis 1860 eine 230 Hektar großen Parkanlage, die zu den bekanntesten Anlagen in Schlesien gehörte. In den letzten Jahren wiederhergestellt, erfreuen die gepflegten Wege, die restaurierten Gartenbauten und der historische Baumbestand die zunehmende Zahl an Besuchern.
Klitschdorf/Kliczków | Als Grenzfeste zwischen der böhmischen Oberlausitz und dem piastischen Schlesien am Queis/Kwisa angelegt, wurde die frühe Holz-Erde-Burg im Laufe der Jahrhunderte unter der Familie von Rechenberg zu einer umfangreichen Schlossanlage umgebaut. 1764 erwarb die Familie von Solms-Tecklenburg die Herrschaft. Der letzte Schlossherr vor 1945 war Fürst Friedrich II. von Solms-Baruth, der im Widerstand gegen das NS-Regime aktiv war.
Günthersdorf/Zatonie | Das 1945 bei Kriegshandlungen ausgebrannte Schloss geht auf einen Barockbau aus dem Ende des 17. Jahrhunderts zurück. 1842 im Auftrag der aus einer baltischen Adelsfamilie stammenden Dorothea von Biron, Herzogin von Sagan/Żagań klassizistisch überformt, geht dessen Entwurf auf einen Baumeister aus dem Umkreis Karl Friedrich Schinkels zurück. Die Ruine wurde 2018 aufwändig gegen weiteren Zerfall gesichert und mit einem spektakulären Beleuchtungssystem ausgestattet, ebenso wurde der Peter Joseph Lenné zugeschriebene Park umfassend revitalisiert
Klein Tschirne/Czerna | Das Schloss wurde 1558 durch den Baumeister Hans Lindner, einen Nachfolger des berühmten Görlitzer Ratsbaumeisters Wendel Roskopf, in Renaissanceformen errichtet. Bereits seit den 1980er Jahren bereits wieder in Privatbesitz, birgt der hervorragend restaurierte Bau noch große Teile der originalen wandfesten Ausstattung.
Jauer/Jawor | Einer der eindrucksvollsten evangelisch-lutherischen Sakralbauten Schlesiens ist die Friedenskirche, die als architektonische Landmarke die Widerstandskraft der während der Habsburger Herrschaft über Schlesien unterdrückten Konfession verdeutlicht.
Jauer/Jawor | Inneres der evangelisch-lutherischen Friedenskirche
Fürstenstein/Książ | Die Schlossanlage, die zu den größten Residenzen Schlesiens zählt, gehörte bis 1945 den Grafen von Hochberg und Fürsten von Pless. Zahlreiche innenräume des seit den 1940er Jahren durch die Organisation Todt devastierten Baues wurden ab den 1950er Jahren rekonstruiert und sind heute öffentlich zugänglich.
Fürstenstein/Książ | Das Corps de logis mit dem opulent dekorierten Maximilianssaal entstand unter dem Architekten Felix Anton Hammerschmidt ab 1722. Die Deckenmalereien Felix Anton Schefflers aus dem Themenkreis der „Metamorphosen“ Ovids, die Stuckdekorationen Ramellis und die Bauplastik von Ignatius Provisore kulminieren hier zu einem vollendeten barocken Feuerwerk.
Fürstenstein/Książ | Der Maximilianssaal mit seinen opulenten Dekorationen aus Malerei, Stuck und Marmor ist einer der schönsten Festräume des Barock in Schlesien.
Fürstenstein/Książ | Die hoch über dem Flusstal der Polsnitz/Pełcznica stehende Schlossanlage geht bis auf eine mittelalterliche Grenzburg des Piastengeschlechts zurück, die sukzessive, vor allem im Barock und Ende des 19. Jahrhunderts, bis zur heutigen Ausdehnung erweitert wurde.
Fürstenstein/Książ | Neben der weitläufigen englischen Parkanlage des Schlosses, die auch den romantischen Polsnitzgrund mit einbezieht, entstanden schon im 18. Jahrhundert Terrassen an der Südseite des Schlosses, die im Sinne eines französischen Garten angelegt wurden. Dieser wurde Anfang des 20. Jahrhunderts rekonstruiert und gehört zu den besterhaltenen Anlagen dieser Art in Schlesien.
Kamenz/Kamieniec Ząbkowicki | Als Kulturnachfolger des 1810 säkularisierten Zisterzienserklosters errichtete K. F. Schinkel als letztes Werk ab 1838 das Schloss der Prinzessin Marianne von Oranien und ihres Gatten, des preußischen Prinzen Albrecht. Bis 1945 der Sitz der sogenannten Albrechtlinie der Hohenzollern, brannte die Anlage im Juli des Jahres völlig aus. Nach ersten Sicherungsmaßnahmen in den 1980er Jahren wird der in Gemeindebesitz befindliche Bau inzwischen ebenso sukzessive restauriert wie die Gartenanlagen von P. J. Lenné.
Kamenz/Kamieniec Ząbkowicki | Inzwischen ist die spektakuläre Terrassenanlage ebenso restauriert wie auch die Brunnenanlage vor dem Schloss
Kamenz/Kamieniec Ząbkowicki | Die vor kurzer Zeit meisterhaft rekonstruierten Gewölbe orientieren sich an denen der Marienburg/Malbork in Westpreußen.
Guhlau/Gola Dzierżoniowska | Das zwischen 1945 und 1989 zur völligen Ruine gewordene Schloss ist heute eine der gelungensten Restaurierungen, in der sich historische Bausubstanz und zeitgenössischer Gestaltungswillen begegnen
Woislowitz/Wojsławice | Fritz von Oheimb, einer der Gründungsväter der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, schuf auf seinem bei Nimptsch/Niemcza gelegenen Landgut ab 1880 einen großartigen Garten mit Arboretum, der heute als Zweigstelle des Botanischen Gartens von Breslau betrieben wird und u. a. die nationale Rhododendronsammlung Polens birgt.
Woislowitz/Wojsławice | Das Arbotetum bietet neben zahlreichen selten Bäumen und Gehölzen auch die nationale Sammlung an Hemerocallis/Taglilien
Rudelstadt/Ciechanowice | Das bis in die 1990er Jahre als Schule genutzte wurde in den letzten Jahren aufwändig restauriert. Im Äußeren durch Barock und Klassizismus geprägt, birgt der einstige Adelssitz im Innern ebenfalls spektakuläre Wandmalereien aus unterschiedlichen Stilperioden
Rudelstadt/Ciechanowice | Ebenso wiederhergestellt wurde die Parkanlage des Schlosses
Hohenliebenthal/Lubiechowa | Das klassizistische Schloss, im 19. Jahrhundert mit Schloss Lomnitz zu einem Fideikommiss vereinigt, wird nach einer umfassenden Sanierung ebenfalls als Schlosshotel genutzt
Klöster, Friedenskirchen, Bethäuser – und ein Schloss
Archiv 2025
Niederschlesien ist eine Kulturlandschaft – überreich
an Schlössern, aber auch an Kirchen und Klöstern, die wie die Adelssitze die
wechselvolle Geschichte des Oderlandes reflektieren.
Bei dieser Studienreise, zum Teil auf der „Via Sacra“,
erkunden Sie gleich mehrere Höhepunkte der Sakralarchitektur, darunter die als
Gesamtkunstwerk des Barock opulent ausgestattete ehemalige Klosteranlage der
Zisterzienser in Grüssau/Krzeszów, die überaus eindrucksvolle, einst als „schlesischer
Escorial“ bezeichnete Abtei von Leubus/Lubiąż ebenso wie deren evangelisch-lutherische
Gegenpole. Dazu gehören zwei Bethäuser aus preußischer Zeit, die einstige
Gnadenkirche von Hirschberg/Jelenia Góra, die inzwischen im UNESCO-Weltkulturerbe
eingetragene Friedenskirche von Jauer/Jawor, die ursprünglich von Norwegen ins
Riesengebirge versetzte Stabkirche „Wang“ und die dem Architekten Carl Gotthard
Langhans zugeschriebene Dorfkirche in Żeliszów/Giersdorf.
Damit auch die Schlösser nicht zu kurz kommen, werden
Sie den Mittag des ersten Reisetages in Schloss Lomnitz/Pałac
Łomnica verbringen, das im Herzen des „Schlesischen Elysiums“, des Hirschberger
Tales liegt.
Hirschberg/Jelenia Góra | ehemalige evangelisch-lutherische Gnadenkriche
Lomnitz/Łomnica | Das 1720 errichtete Schloss erwarb 1835 der preußische Diplomat C. G. E. von Küster, in dessen Familie es bis 1945 blieb. Seit 1992 wieder im Besitz seiner Nachkommen, zählt das Anwesen mit Schloss, Witwenhaus und Dominium dank deren Engagement zu den schönsten und bekanntesten Adelssitzen der Region.
Lomnitz/Łomnica | Rekonstruiertes Bethaus
Bad Warmbrunn/Cieplice Zdrój | Bethauskirche
Bad Warmbrunn/Cieplice Zdrój | Kanzel-Orgelaltar der Bethauskirche
Krummhübel/Karpacz | Kirche Wang
Hirschberg/Jelenia Góra | Schlosshotel Paulinum
Schneekoppe/Śnieżka | Über dem Hirschberger Tal thront die oftmals bis in den Juli hinein schneebedeckte charakteristische Kuppe der Schneekoppe, mit 1602 Metern der höchste Berg des Riesengebirges/Karkonosze.
Grüssau/Krzeszów | Zweiturmfassade der Klosterkirche
Grüssau/Krzeszów | Gewölbefresken der Klosterkirche
Grüssau/Krzeszów | Orgel der Klosterkirche von Michael Engler d. J.
Grüssau/Krzeszów | Seitenalter mit Zugängen zur Casa Santa/Loreto
Grüssau/Krzeszów | Josephskirche mit Fresken von Michael Leopold Willmann
Jauer/Jawor | Einer der eindrucksvollsten evangelisch-lutherischen Sakralbauten Schlesiens ist die Friedenskirche, die als architektonische Landmarke die Widerstandskraft der während der Habsburger Herrschaft über Schlesien unterdrückten Konfession verdeutlicht.
Jauer/Jawor | Inneres der evangelisch-lutherischen Friedenskirche
Leubus/Lubiąż | Hauptfassade des ehemaligen Klosterkomplexes vor Renovierungsbeginn (2008)
Leubus/Lubiąż | Renovierte Fassade des Nordflügels der Prälatur
Leubus/Lubiąż | Komplex des ehemaligen Zisterzienserklosters
Leubus/Lubiąż | Sommerrefektorium des eheamligen Zisterzienserklosters
Giersdorf/Żeliszów | Innenraum der einstigen evangelischen Dorfkirche
Giersdorf/Żeliszów | ehemalige evangelisch-lutherische Dorfkirche
Das von der imposanten Landschaft des Riesengebirges begrenzte Hirschberger Tal/Kotlina Jeleniogórska begeistert mit seiner Vielzahl an Schlössern und Parkanlagen. Hier richtete das Hohenzollernhaus drei königliche Sommersitze ein, die u. a. durch die Architekten Schinkel und Stüler sowie den Gartenarchitekten Lenné entscheidend geprägt wurden und die Kulturlandschaft als „Schlesisches Elysium“ schon im 19. Jahrhundert überregional bekannt werden ließ.
Nach der Fahrt durch die Görlitzer Heide und das Vorland des Isergebirges erreichen Sie am vormittag den mittelalterlichen, 1310 datierten Wohnturm von Boberröhrsdorf/Siedlęcin mit seinen spektakulären Wandmalereien. Nach dessen Besichtigung geht es – an der Stadt Hirschberg/Jelenia Góra vorbei – zum Schloss in Lomnitz/Łomnica mit einem Museum, einem revitalisierten Wirtschaftshof, einem evangelischen Bethaus sowie einer kleinen Parkanlage. Nach dem Mittagessen umrunden Sie mit einem kurzen Spaziergang die ehemalige königlich-preußische Sommerresidenz von Fischbach/Karpniki. Fischbach wurde als Sitz des Prinzen Wilhelm von Preußen im Stil der englischen „castle gothic“ umgebaut und beeindruckt bis heute durch sein pittoreskes Erscheinungsbild. Zuletzt besuchen Sie das von Reden´sche Gut in Buchwald/Bukowiec mit einem der frühesten englischen Landschaftsgärten in Schlesien. Sie erleben an diesem Tage einen repräsentativen Ausschnitt der faszinierenden Schlösserlandschaft Schlesiens, gleichzeitig eine der schönsten Regionen des Landes. Das Hirschberger Tal/Kotlina Jeleniogórska, das auch durch seine landschaftlichen Höhepunkte besticht, die, im wahrsten Sinne des Wortes, in der Riesengebirgskette mit der mehr als 1.600 Meter hohen Schneekoppe gipfeln. Schon seit dem späten 18. Jahrhundert war die Region Ziel zahlreicher Künstler, darunter Malern wie Carl Christoph Reinhardt, Caspar David Friedrich und Adrian Ludwig Richter, die in ihren Werken die „Imposante Landschaft“ rühmten.
Zeitgleich war das Tal auch Anziehungspunkt von Dichtern, Schriftstellern und Kulturreisenden, deren klangvolle Namen wie Johann Wolfgang von Goethe, Theodor Körner, Alexander von Humboldt und Theodor Fontane, später dann auch Gerhart und Carl Hauptmann sich in die Geschichte des Tals eingeschrieben haben. Schon in den 1820er Jahren begann auch das preußische Königshaus die liebliche Gegend als Sommerfrische zu entdecken – zuerst mit dem Prinzen Wilhelm von Preußen, dem Bruder König Friedrich Wilhelms III., der 1821 Schloss Fischbach erwarb. Darauf folgte 1830 der Kauf von Erdmannsdorf durch den König. Schloss Erdmannsdorf – seit Ende des Zweiten Weltkriegs als Schule genutzt, war der Sommersitz der königlichen Familie, bis es Anfang des 20. Jahrhunderts durch Kaiser Wilhelm II. in private Hände veräußert wurde. Schließlich erwarben die Hohenzollern 1838 Schildau, das nur durch den Fluß Bober/Bóbr von Lomnitz getrennt ist. Es war ein Geschenk für Prinzessin Luise und wartet mit einem schönen Landschaftspark auf, vermutlich nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné. Auch weitere Schlösser im Hirschberger Tal wurden in weitläufige Parkanlagen eingebettet, bei heute teilweise ebenfalls dem königlich preußischen Gartenbaudirekt Peter Joseph Lenné zugeschreiben werden. Schon bald erlebte das Hirschberger Tal, das seit 1866 auch direkt mit Berlin durch eine Eisenbahnlinie verbunden war, eine ungeahnte Blütezeit und wurde bald überregional bekannt als „Schlesisches Elysium“.
Boberröhrsdorf/Siedlęcin | Der Wohnturm von Boberröhrsdorf zählt zu den bedeutendsten mittalterlichen Profanbauten Schlesiens. 1314 errichtet und nahezu unverfälscht bis heute erhalten geblieben, bietet er mit seinen Wandmalereien aus der Mitte des 14. Jahrhunderts einen einmaligen kulturhistorischen Schatz.
Boberröhrsdorf/Siedlęcin | Der Wohnturm von Boberröhrsdorf zählt zu den bedeutendsten mittalterlichen Profanbauten Schlesiens. 1314 errichtet und nahezu unverfälscht bis heute erhalten geblieben, bietet er mit seinen Wandmalereien aus der Mitte des 14. Jahrhunderts einen einmaligen kulturhistorischen Schatz.
Lomnitz/Łomnica | Das 1720 errichtete Schloss erwarb 1835 der preußische Diplomat C. G. E. von Küster, in dessen Familie es bis 1945 blieb. Seit 1992 wieder im Besitz seiner Nachkommen, zählt das Anwesen mit Schloss, Witwenhaus und Dominium dank deren Engagement zu den schönsten und bekanntesten Adelssitzen der Region.
Lomnitz/Łomnica | Das 1720 errichtete Schloss erwarb 1835 der preußische Diplomat C. G. E. von Küster, in dessen Familie es bis 1945 blieb. Seit 1992 wieder im Besitz seiner Nachkommen, zählt das Anwesen mit Schloss, Witwenhaus und Dominium dank deren Engagement zu den schönsten und bekanntesten Adelssitzen der Region.
Lomnitz/Łomnica | Das 1720 errichtete Schloss erwarb 1835 der preußische Diplomat C. G. E. von Küster, in dessen Familie es bis 1945 blieb. Seit 1992 wieder im Besitz seiner Nachkommen, zählt das Anwesen mit Schloss, Witwenhaus und Dominium dank deren Engagement zu den schönsten und bekanntesten Adelssitzen der Region.
Schildau/Wojanów | Zu den in den letzten Jahren restaurierten Schlössern zählt auch der königliche Sommersitz der Hohenzollern in Schildau, der 1838 durch König Friedrich Wilhelm III. erworben wurde. Der von einem Architekten aus dem Umkreis von Schinkel errichtete Bau ist von einem jüngst wieder angelegten Landschaftspark umgeben.
Schildau/Wojanów | Zu den in den letzten Jahren restaurierten Schlössern zählt auch der königliche Sommersitz der Hohenzollern in Schildau, der 1838 durch König Friedrich Wilhelm III. erworben wurde. Der von einem Architekten aus dem Umkreis von Schinkel errichtete Bau ist von einem jüngst wieder angelegten Landschaftspark umgeben.
Fischbach/Karpniki | Das seit den 1990er Jahren leerstehende und gänzlich verwahrloste Schloss, seit 1822 Sommersitz des preußischen Prinzen Wilhelm und seiner Familie, wurde durch einen polnischen Investor restauriert, große Teile des historischen Interieurs rekonstruiert. 2014 fertig gestellt, beherbergt die ehemalige Sommerresidenz der Hohenzollern heute ein stilvolles Hotel.
Buchwald/Bukowiec | Das kleine, zu Ende des 18. Jahrhunderts durch den Grafen Friedrich Wilhelm von Reden klassizistisch überformte Schloss geht auf ein renaissancezeitliches Wasserschloss zurück. Im Innern sind viele bauliche Details, wie frühbarocke Stuckdecken und mehrere klassizistische Wohnräume erhalten geblieben.
Buchwald/Bukowiec | Schloss, in Renovierung, August 2024
Buchwald/Bukowiec | Der Ende des 18. Jahrhunderts durch den Grafen Friedrich Wilhelm von Reden angelegte Landschaftspark zählte zu den frühesten Anlagen nach englischem Vorbild in Schlesien. Nach jahrelanger Verwahrlosung wird er seit 2010 durch eine polnische Stiftung verwaltet und sukzessive revitalisiert.
Buchwald/Bukowiec | Der Ende des 18. Jahrhunderts durch den Grafen Friedrich Wilhelm von Reden angelegte Landschaftspark zählte zu den frühesten Anlagen nach englischem Vorbild in Schlesien. Nach jahrelanger Verwahrlosung wird er seit 2010 durch eine polnische Stiftung verwaltet und sukzessive revitalisiert.
Buchwald/Bukowiec | Blick vom Belvedere zur Schneekoppe
Buchwald/Bukowiec | Abendstimmung im Park – mit Blick auf das Riesengebirge
Erdmannsdorf/Mysłakowice | Das Schloss, seit 1831 Sommersitz König Friedrich Wilhelms III., geht auf eine kleine barocke Dreiflügelanlage zurück, die König Friedrich Wilhelm IV. durch den Architekten Friedrich August Stüler im Stil der englischen „castle gothic“ erweitern ließ.