Autor: Arne

  • Die Zips/Spiš

    Schatzkammer der Slowakei

    03. – 09.10.2026
    Busreise ab Berlin

    Die Zips, im Herzen der Ostslowakei gelegen, gilt als wahre Schatzkammer des Landes. Reich an Kulturschätzen und Heimat mehrerer UNESCO-Welterbestätten, eröffnet sie einen einzigartigen Blick in die europäische Geschichte. Seit dem späten 12. Jahrhundert prägten deutsche Siedler („Zipser Sachsen“), die von den ungarischen Árpádenkönigen als „Gäste“ ins Land gerufen wurden, das Antlitz dieser Region. Ihre Baukunst, Städteplanung und internationale Handelsnetze hinterließen Spuren, die bis heute sichtbar sind – in gotischen Kirchen mit spektakulären Flügelaltären, prachtvollen Rathäusern und pittoresken Altstädten. Auf unserer Studienreise erschließen wir diese vielschichtige Kulturlandschaft, in der sich mitteleuropäische Traditionen, mittelalterliche Architektur und lebendige Erinnerungskultur auf eindrucksvolle Weise verbinden.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse
    Reiseprogramm

  • Wachgeküsst!

    Schlösser und Residenzen in Niederschlesien

    17. – 20.06.2026
    Busreise ab Dresden, Zustieg in Berlin

    Mit mehr als 3.000 Schlössern und Herrenhäusern weist Schlesien die größte Dichte an Adelssitzen in Europa auf. Ein Teil dieser hat die Zeit des Zweiten Weltkriegs – zumindest was das äußere Erscheinungsbild anbelangt – ebenso überstanden wie nahezu 45 Jahre Sozialismus. Zwar sind heute sehr viele dieser kulturgeschichtlich bedeutendswerten Ensembles in beklagenswertem Zustand, doch etliche konnten in den letzten 25 Jahren vorzüglich restauriert werden.

    Auf dieser Studienreise erkunden Sie neben einigen der bekanntesten Schlossanlagen auch weitgehend unbekannte, aber kunstgeschichtlich bedeutende Schlösser, deren heutiger Erhaltungszustand die wechselnden Zeitläufte seit Mitte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Die Reise führt zunächst in die „Ziemia Lubuska“, das nach 1945 als „Lebuser Land“ bezeichnete nördliche Schlesien, in dem in den letzten Jahren einige bemerkenswerte Renovierungsprojekte von Adelssitzen durch Kommunen, aber auch private Initiativen ins Leben gerufen wurden – so beispielsweise die Restaurierung des Schlosses Boyadel/Bojadła oder die Revitalisierung der Schlossanlage des südlich von Grünberg/Zielona Góra gelegenen Günthersdorf/Zatonie mit einem wiederhergestellten Park von Peter Joseph Lenné. Zudem steht die in Restaurierung begriffene Barockresidenz der Grafen von Hochberg in Rohnstock/Roztoka und das Renaissanceschloss in Adelsdorf/Struga auf dem Programm.

    Neben den historischen Adelssitzen stehen auch ausgewählte Sakralbauten im Fokus dieser Reise. Sie reflektieren die wechselvolle Religionsgeschichte des Oderlandes bis in das 18. Jahrhundert. So werden Sie auch die faszinierende, als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnete Friedenskirche von Jauer/Jawor besichtigen.

    Begegnungen mit Schlosseigentümern und den Protagonisten einiger Denkmalinitiativen zur Rettung des deutsch-polnischen Kulturerbes runden das vielfältige Programm ab.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse
    Reiseprogramm

    Literaturhinweise:

    Arne Franke (Hg.)
    „Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser”

  • Hinterpommern und die Neumark

    So nah – und doch so vergessen?

    01. – 06.06.2026
    Busreise ab Berlin

    Die sich östlich der Oder erstreckenden Regionen Hinterpommern und die südlich angrenzende Neumark sind mit ihrer reichen Kulturgeschichte für viele Kulturreisende häufig noch weitgehend eine „terra incognita“. Während es im Norden die Herzöge des Greifengeschlechts waren, die seit dem 12. Jahrhundert deutsche Kolonisten anzogen, waren es in der sich etwa 100 Kilometer östlich von Berlin erstreckenden Neumark, der „terra transoderana“, die polnischen bzw. schlesischen Piasten, die Siedler aus dem Westen riefen. Neben dem engmaschigen Netz neugegründete Dörfer und Städte entstanden durch den früh formierenden Adel zahlreiche Gutsherrschaften, deren Schlösser und Herrenhäuser noch heute die Kulturlandschaft charakterisieren.

    Die Studienreise begibt sich auf die Spurensuche der wechselvollen Geschichte dieser Regionen und erkundet deren architektonisches Erbe. Dieses wartet mit großartigen Kirchenbauten, wie der im Wiederaufbau begriffenen Marienkirche von Königsberg, der üppig ausgestatteten Kathedrale in Cammin oder der Jakobikirche in Stettin sowie zahllosen Schlossbauten auf, wie dem dortigen Herzogsschloss, der klassizistischen Residenz von Prillwitz oder dem exzellent restaurierten neogotischen Schloss von Mehrenthin. Zudem machten sich unterschiedliche geistliche Orden für die Landeserschließung verdient, insbesondere die Zisterzienser, dessen Kloster Kolbatz als deren erste Filiation östlich der Oder gegründet wurde. Neben den zahlreichen gut erhaltenen und restaurierten Bauwerken werden Sie auf dieser Reise u. a. am Beispiel der ehemaligen Hohenzollernresidenz in Wildenbruch oder des barocken Schlosses von Heinrichsdorf weitere erstaunliche Revitalisierungsprojekte kennenlernen, die das zunehmende Engagement der polnischen Nachbarn für das gemeinsame europäische Kulturerbe belegen.

    Auf dieser Reise übernachten Sie zunächst im Radisson Blue-Hotel**** in Stettin, danach in den Schlosshotels von Krangen/Krąg, Waitze/Wiejce und Prillwitz/Przelewice.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
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    Reiseprogramm

  • Baugeschichte sehen lernen

    Angewandte Baustilkunde und Grundlagen der Denkmalpflege

    Archiv 2026

    Wer heute mit offenen Augen durch die historischen Kulturlandschaften Deutschlands und angrenzender Gebiete reist, hat zumeist einen guten Reiseführer oder vielleicht sogar den „Dehio“ – das für alle Regionen des heutigen und einstigen Deutschlands verfügbare „Handbuch der Kunstdenkmäler“ als auskunftsfreudigen Begleiter mit dabei. Darin sind die wichtigsten Baudenkmäler erläutert, das Baualter und der Architekturstil angegeben sowie – bei öffentlich zugänglichen Gebäuden – die Innenausstattung beschreiben. Aber wie verhält es sich bei den nicht aufgeführten städtischen Bürger- und Handwerkerhäusern, wie bei den Bauernhäusern auf dem Land? Lassen sich bei diesen ebenfall das Baualter und die stilistische Zuordnung so einfach ablesen? Die Frage kann durchaus mit „Ja“ beantwortet werden:
    Mit Grundkenntnissen der lokalen Stilgeschichte und einem für die stilprägenden Merkmalen gut geschulten Auge durchaus.

    Das viertägige Seminar mit dem früheren stellv. Referatsleiter der Görlitzer Denkmalpflege, Architekturhistoriker Arne Franke kann dazu  einen wesentlichen Beitrag leisten. Es vermittelt zunächst neben den Grundlagen der Architekturterminologie eine auf Mittel- und Ostmitteleuropa zentrierte Einführung in die Baustilkunde. Unter anderem lernen Sie, was es beispielsweise mit dem „Revolutionsstil“ und „Rondokubismus“ auf sich hat, erfahren die Unterschiede zwischen der Renaissance in Italien und den Ausprägungen des Stils nördlich der Alpen, welche Dekorationsstile es zu dieser Zeit gab und wie diese ebenso als Indikatoren zur relativen Datierung von Bauwerken genutzt werden können, wie „Sgraffitodekorationen“ oder die Art der Backsteinbearbeitung. Dabei zeichnet das Seminar nicht nur die „großen Linien“ der Entwicklung von bedeutenden, stilprägenden Sakralbauten und Adelssitzen nach, sondern lehrt auch die stilistische Zuordnung von Architekturelementen, wie Türen/Portalen, Fenster und Fensterrahmungen, Fassadendekorationen und –texturen, Dachformen und – aufbauten. Hinzu kommen die im Seminar vermittelten Grundkenntnisse über historische Bautechniken, Beschaffenheit der verwendeten Materialien und die Interpretation von Bearbeitungs- und Altersspuren. Zudem werden Sie in die Grundlagen und Geschichte der  zeitgenössischen Denkmalpflege sowie die historische Bauforschung eingeführt, die ebenfalls an praktischen Beispielen demonstriert wird.

    Das Seminar, das in der „Denkmalstadt Görlitz“ als idealem Veranstaltungsort stattfindet, besteht aus theoretischen Anteilen sowie aus mehreren abwechslungsreichen Stadtspaziergängen, bei denen Sie wichtige Bauwerke der Stadt und den denkmalpflegerischen Umgang mit diesen kennen lernen. Mit über 4.000 großteils restaurierten Kultur- und Baudenkmalen wird Görlitz oft als das flächengrößte zusammenhängende Denkmalgebiet Deutschlands bezeichnet. An den Häusern der Stadt lassen sich alle wesentlichen Phasen der  mitteleuropäischen Baustile erkennen, von der Spätgotik über die Renaissance bis zum Barock. Umgeben ist die Altstadt dazu von ausgedehnten Gründerzeitvierteln. An den Gebäuden können Sie Ihr nun angereichertes Wissen praktisch erproben und lernen dabei die Vorteile der raschen „Fassadenmorphologie“ kennen, bei der zunächst die Oberflächengestalt der Hauptansichtsseite des Gebäudes detailliert in Augenschein genommen wird.

    Mit den im Seminar gewonnenen Erkenntnissen werden Sie zukünftig auf Ihren Kulturreisen in Deutschland und den angrenzenden Gebieten historische Gebäude – vom Bürgerhaus bis zum einfachen Bauernhaus, von der Romanik bis zur Klassischen Moderne – zeitlich und stilistisch besser zuordnen und damit auch die bauhistorische und denkmalpflegerische Relevanz ableiten können.

    Informationen und Buchung:

    Kulturwerk Mitteldeutschland
    Dagny Prasse
    Gutshof 3
    06258 Schkopau
    Tel.: 0345/566 49 450
    Mailadresse

    Seminarprogramm

  • Das „Bauhaus“ im Osten: Breslau/Wrocław


    Vom Historismus über die Jahrhunderthalle zur Ostmoderne

    Archiv


    Reiseziel im Jahr 2019

    Das „Bauhaus“ wird Hundert! Das Jubiläum der 1919 in Weimar gegründeten, 1925 nach Dessau umgezogenen und 1933 in Berlin auf nationalsozialistischen Druck aufgelösten Hochschule für Gestaltung wird in Deutschland mit zahlreichen Ausstellungen, Vorträgen und Kulturreisen gefeiert. Doch gerade auch jenseits der heutigen deutschen Grenzen gibt es spektakuläre, stark durch das „Bauhaus“ geprägte Architektur zu entdecken, die selbst unter Fachleuten noch wenig Beachtung findet. Diese Studienreise bringt Sie nach Niederschlesien und seine Metropole Breslau/Wrocław, die noch vor der Bauhausgründung zu einem Mekka der architektonischen Avantgarde avancierte. So entstanden mit der 1908 eröffneten Markthalle mit dem von Richard Plüddemann und Heinrich Küster konzipierten spektakulären Stahlbetonskelett und der 1913 fertiggestellten „Jahrhunderthalle“ von Max Berg – Letztere 2006 mit der Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes geadelt – Inkunabeln funktionalistischer Architektur. Unter dem Eindruck des Bauhauses entstanden ab den 1920er Jahren bemerkenswerte Bauten, wie ein Geschäftshaus von Hans Poelzig, das Kaufhaus Petersdorff von Erich Mendelsohn, die von Heinrich Rump errichtete Stadtsparkasse als eines der frühen Hochhäuser der Region oder die Mohrenapotheke von Adolf Rading. Weitere Wegbereiter des „Neuen Bauens“ waren zudem die unter dem späteren Frankfurter Stadtbaurat Ernst May, noch im Sinne der europäischen Gartenstadtbewegung geplanten Siedlungen der „Schlesischen Heimstätte“. Zu einem architektonischen Kulminationspunkt wurde die von der schlesischen Sektion des „Werkbundes“ 1929 realisierte Ausstellung „Wohnung und Werkraum“, kurz „WuWA“ genannt. Deren Musterbauten von Rading, Hans Scharoun, Heinrich Lauterbach, Moritz Hadda und weiteren schlesischen Architekten erhielten ein großes Medienecho und internationale Anerkennung. Neben diesen und vielen weiteren Bauten besuchen wir zur Einführung in die Breslauer Stadtgeschichte das Historische Museum im rekonstruierten Stadtschloss, zur Vertiefung der gewonnenen Erkenntnisse auch das Breslauer Architekturmuseum. Diese Reise führt Sie zudem in die Stadt Liegnitz/Legnica mit markanten Bauten der Moderne und nach Waldenburg/Wałbrzych, wo unter anderem das von Mendelsohn-Mitarbeiter Bernhard Sturtzkopf erbaute Kaufhaus Schocken erhalten ist. 

    Als luxuriöse Unterkunft steht uns das ****Art-Hotel zur Verfügung. Das in einem exzellent restaurierten Patrizierhaus befindliche Hotel liegt in einer ruhigen Seitengasse der historischen Altstadt, unweit des Rings/Rynek. Dort haben wir für Sie Superior-Zimmer reserviert.

  • L´viv – Lwów – Lemberg

    Architektur und Kultur der westgalizischen Metropole

    Archiv 2010, 2012

    Lemberg – Lwów – L´viv – drei Namen, die für die einstige Kulturmetropole des heute auf die Staaten Polen und Ukraine verteilten Galizien stehen. Bereits Mitte des 13. Jahrhunderts wurde das alte „Leopolis“ als Handelstadt an der bedeutenden Altstraße „Via Regia“ gegründet und entwickelte sich rasch zu einer der bedeutendsten Handelsstädte des damaligen Königreichs Polen und Osteuropas. Seit der ersten polnischen Teilung 1772 habsburgisch, entwickelte sie sich stetig weiter zur viertgrößten Stadt der Donaumonarchie. In der einst multikulturell geprägten Stadt lebten bis zum Zweiten Weltkrieg Ukrainer, Polen, Russen, Deutsche, Juden und Armenier, deren kulturelle Einflüsse sich zum einen in der Vielzahl der Gotteshäuser, zum anderen aber auch in der städtischen Architektur mit renaissancezeitlichen Handelshäusern, barocken Palais und bürgerlichen Wohnquartieren des 19. Jahrhunderts widerspiegeln. Nach dem Zerfall des Habsburgerreiches gehörte Lemberg bzw. Lwów zunächst zur jungen Republik Polen – einige interessante Bauwerke der klassischen Moderne zeugen von dieser kurzen Zeit – bis die Stadt 1939 bzw. 1944 mit großen Teilen Westgaliziens zur  sozialistischen Sowjetrepublik Ukraine zusammengefasst wurde. Durch den Zweiten Weltkrieg teilweise entvölkert – zahllose Juden waren dem Holocaust zum Opfer gefallen und die polnische Bevölkerung war weitgehend ins heutige Polen „umgesiedelt“ worden – versank die unzerstörte Stadt in den Dämmerschlaf, aus dem sie, was die historische Bausubstanz anbetrifft, verwahrlost, aber noch weitgehend erhalten 1989 erwachte. Als eines der größten Flächendenkmale Europas wurde die Altstadt im Dezember 1998 als Weltkulturerbe unter den Schutz der UNESCO gestellt. Interessante Restaurierungsprojekte, aber auch vielfältige Probleme der Stadtsanierung reflektieren gleichermaßen das Bestreben einerseits, dem Welterbetitel gerecht zu werden – und andererseits dem stetig steigenden Wirtschaftsdruck standzuhalten.

    Die sechstägige Studienreise unter Leitung des Architekturhistorikers Arne Franke erschließt in thematischen Rundgängen und der Besichtigung der wichtigsten Museen die historischen und architektonischen Zeitschichten der galizischen Metropole.

  • Kulturerbe in Schlesien

    Urania „Wilhelm Förster“, Potsdam
    Archiv 2015

    Der Vortrag zeichnet die Hauptlinien im Umgang mit dem architektonischen Erbe in den sogenannten »Polnischen Westgebieten« zwischen 1945 und 1989 nach. Den großartigen Leistungen, wie dem Wiederaufbau der Altstadt von Breslau/Wrocław oder des Renaissanceschlosses von Brieg/Brzeg, steht die Verwahrlosung der gesamten Denkmallandschaft, dem Zerfall Hunderter von Schlössern, zahlreicher evangelischer Kirchen und der meisten deutschen Friedhöfe gegenüber. Anhand prägnanter Beispiele werden die ideologischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Kontexte, in denen die Erhaltung und Zerstörung von Kulturgut zu sehen sind, erläutert und entsprechend illustriert.

    Website des Veranstalters
  • Synagogen in Tschechien und der Slowakei

    Revitalisierung und neue Nutzungen

    Gleiwitz/Gliwice
    Archiv 2024

    Knapp 400 Synagogen gab es vor dem 2. Weltkrieg im heutigen Tschechien. Nahezu alle – bis auf die Gotteshäuser in Turnau/Turnov und Tetschen-Bodenbach/Děčín wurden in den mit dem Münchner Abkommen an Reichsdeutschland gefallen Sudetenlands noch während der Reichsprogromnacht verwüstet und danach auf Kosten der jüdischen Bevölkerung abgetragen, darunter auch die Großsynagogen von Reichenberg/Liberec, Trautenau/Trutnov, Eger/Cheb und Karlsbad/Karlovy Vary. Weitere wurden auch unmittelbar nach dem Fall der „Resttschechei“ nach dem 15. März 1939 vernichtet, wie die großen Synagogen in Brünn/Brno, Budweis/České Budějovice, Iglau/Jihlava und Olmütz/Olomouc. Insgesamt wurden während des Zweiten Weltkriegs insgesamt 70 Synagogen von den Nationalsozialisten auf dem Territorium der heutigen Tschechischen Republik gänzlich zerstört. Zudem wurden nach 1945 105 nicht mehr genutzte Synagogen in der Zeit des Kommunismus – insbesondere zwischen 1970 und 1988 – abgerissen. Letztlich sind rund 200 Synagogen und 370 jüdische Friedhöfe in Tschechien erhalten geblieben.

    Der Vortrag illustriert die Geschichte der Gotteshäuser in Tschechien und der Slowakei nach 1945, insbesondere unter Berücksichtigung der Revitalisierungen der letzten 15 Jahre. 

    Veranstaltungsort

    Dom Pamięci Żydów Górnośląskich
    Księcia Józefa Poniatowskiego 14
    PL-44-100 Gliwice

    Vortragsmitschnitt

  • Kirchenburgen in Siebenbürgen

    Geschichte und Perspektiven der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgenlandschaft

    Urania, Potsdam
    Archiv 23.03.2025

    In Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa, Potsdam

    In kaum einer anderen Region Europas wird der Choral Martin Luthers „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“ architektonisch so versinnbildlicht wie durch die im südlichen Siebenbürgen gelegene Kirchenburgenlandschaft. Geschaffen durch die seit dem späten 12. Jahrhundert in den Karpatenbogen eingewanderten „Siebenbürger Sachsen“ entstanden infolge der osmanischen Bedrohung ab dem späten 14. Jahrhundert mehr als 300 dieser wehrhaften Gesamtensembles.

    Schon früh fand die Reformation auch bei den Siebenbürger Sachsen einen starken Widerhall. Nachdem der Reformator Johannes Honterus 1547 für diese die „Kirchenordnung aller Deutschen in Siebenbürgen“ verfasst hatte, war das „wehrhafte Sachsenland” eine evangelisch-lutherische Enklave im Südosten Europas.

    Heute sind von den nahezu noch 200 erhaltenen Kirchenburgen etliche gefährdet – durch den Exodus der Siebenbürger Sachsen, der vor allem nach 1990 erfolgte, das damit verbundene Erlöschen von etlichen Kirchengemeinden und der damit verbundenen unterbliebenen Instandhaltung der Kirchenburgen.

    Aber es gibt Hoffnung: nicht nur, dass einige Kirchenburgen heute unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes stehen und durch zwei EU-Projekte etliche Kirchenburgen umfangreich renoviert und revitalisiert wurden – inzwischen sind auch zahlreiche bemerkenswerte Einzelinitiativen in der Zivilgesellschaft entstanden, die sich für die Renovierung, Instandhaltung und Wiederbelebung leerstehender Kirchenburgen stark machen.

    Der reich illustrierte Vortrag berichtet über die Geschichte, den Bau und die architektonische Struktur der Kirchenburgen, wobei er vor allem auch auf die heutigen Initiativen zur Rettung der einmaligen Kirchenburgenlandschaft fokussiert.

    Veranstaltungsort

    URANIA „Wilhelm Foerster“ Potsdam e. V.
    Gutenbergstraße 71-72
    14467 Potsdam
    Tel.: 0331/29 17 41

    Mailadresse

    Vortragsankündigung

  • Protestantischer Kirchenbau in Schlesien

    Von Flucht-, Grenz-, Friedens- und Gnadenkirchen über die Bethäuser unter Friedrich II. bis Langhans und Schinkel

    Haus Schlesien
    Archiv 2017

    Vortrag im Rahmen der Fachtagung „Zwischen Heilsgewißheit und Toleranz. 500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien“ vom 28.04. – 29.04.2017

    Kaum eine Region Europas reflektiert in der Kirchenbauarchitektur so deutlich die Konfessionalisierung so deutlich wie Schlesien.
    Im Spannungsfeld zwischen der durch die Habsburger Herrschaft stringent durchgesetzten Gegenreformation und der Konversion weitgehender Teile der Bevölkerung zum Luthertum entwickelten sich aus den Zwängen und Erfordernissen Gotteshäuser in charakteristischen Bauweisen, die, wie auch deren Bezeichnungen, noch heute auf die wechselvollen historischen Zusammenhänge verweisen.
    So entstanden zunächst – nach der Kassierung der evangelischen Kirchen – zunächst auf grenznahem Boden der Nachbarländer Sachsen, Brandenburg sowie dem calvinistischen Herzogtum Liegnitz-Brieg und Polen zunächst die sogenannten Flucht- und Grenzkirchen.
    Mit Abschluss des Dreißigjährigen Krieges mit dem Westfälischen Frieden 1648 wurden den Lutheranern zunächst der Bau der sogenannten Friedenskirchen von Glogau/Głogów, Schweidnitz/Świdnica und Jauer/Jawor gewährt.
    Mit der Altranstädter Konvention von 1707 gestettete Kaiser Karl VI. auf Druck König Karls XII. von Schweden den Lutheranern weitere sechs „Gnadenkirchen“; zudem wurden etliche mit der Gegenreformation „kassierte“, aber nicht katholisch genutzte Gotteshäuser zurückerstattet.
    Schließlich  – mit der Eroberung Schlesiens durch König Friedrich II. von Preußen entstanden mehr als 200 schlichte, als Fachwerkbauten schnell zu realisierende Bethäuser, von denen die meisten in der Folgezeit als Massivbauten erneuert werden konnten.

    Der Vortrag illustriert die Entwicklung der Konfessionalisierung in Schlesien anhand der unterschiedlichen Kirchenbauten und schließt mit einem Blick auf den durch die Architekten Carl Gotthard Langhans sowie
    Karl Friedrich Schinkel geprägten evangelischen Kirchenbau des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts.

    Veranstaltungsort

    Haus Schlesien
    Dollendorfer Str. 412
    53639 Königswinter
    Tel.: 022420 – 8860
    Fax: (089) 44 99 93 – 250

    Mailadresse

    Haus Schlesien

    Bericht über die Fachtagung zu 500 Jahren evangelischen Lebens in Schlesien