…in der polnischen Oberlausitz und Niederschlesien
Schlesisches Museum zu Görlitz Archiv 21.08.2026
Mit dem Görlitzer Schönhof entstand nach dem katastrophalen
Stadtbrand 1526 der erste Profanbau nördlich der Alpen mit einer
durchgestalteten Renaissancefassade. Der bildreiche Vortrag wird die
Quellen und Verbreitungswege der Frührenaissance in der Oberlausitz und
Schlesien zeigen. Anhand von Fassaden, Portal- und Fensterrahmungen
sowie Dekorformen wird erläutert, wie sich bis zum Ende des 16.
Jahrhunderts eine eigenständigen, regional differenzierte
Renaissancesprache ausprägte.
Zunächst fokussiert auf den
Baumeister Wendel Roskopf und die ihm zugewiesenen Werke, werden weitere
charakteristische Beispiele aus den benachbarten Regionen, darunter
Böhmen und Mähren, Sachsen und Brandenburg, aber auch aus dem ferneren
Polen und Ungarn gezeigt, um die bedeutende architekturgeschichtliche
Stellung des Schönhofs in der nordalpinen Renaissance besser einordnen
zu können.
Schlesisches Museum zu Görlitz Untermarkt 8 02826 Görlitz Tel.: 03581-8791-0 Mailadresse
Schlösser und Parkanlagen des Hirschberger Tals in Schlesien
SCHROPP Land & Karte Archiv 19.05.2026
Schlesien, seit Jahrhunderten ein kulturelles Brückenland zwischen West- und Osteuropa, erfreut sich bei deutschen, polnischen und internationalen Kulturreisenden wieder zunehmender Aufmerksamkeit. Einst als „Land der Schlösser“ gerühmt, besitzt die Region eine außergewöhnlich hohe Dichte an Adelssitzen, deren Entwicklung bis in das Mittelalter zurückreicht und die vor allem seit dem 17. und 18. Jahrhundert zu repräsentativen Zentren adeliger Lebens- und Baukultur ausgebaut wurden.
Einen besonders eindrucksvollen Ausschnitt dieser Kulturlandschaft bildet das Hirschberger Tal, polnisch „Kotlina Jeleniogórska“, das zu den landschaftlich reizvollsten Regionen Schlesiens zählt. Vor der Kulisse des Riesengebirges wurde es bereits im 19. Jahrhundert als „Schlesisches Elysium“ weit über die Grenzen Preußens hinaus bekannt. In jener Zeit erlebten die nahezu vierzig Schlösser, Herrenhäuser und Parkanlagen des Tales eine neue Blüte; drei von ihnen dienten der preußischen Königsfamilie als Sommersitze.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der Vertreibung der deutschen Bevölkerung und der Neuansiedlung zumeist ebenfalls entwurzelter Polen geriet diese vielschichtige Kulturlandschaft über Jahrzehnte in Vergessenheit, während zahlreiche Anlagen verfielen oder zweckentfremdet wurden.
Erst seit der politischen Wende von 1989 setzte, zunehmend getragen von einem wachsenden Bewusstsein für die komplexe Geschichte der Region sowie vom Engagement privater, kommunaler und staatlicher Initiativen, eine schrittweise Wiederentdeckung und Revitalisierung ein.
Heute gehört das Hirschberger Tal erneut zu den bedeutendsten Kulturreisezielen Schlesiens und Polens.
Der reich illustrierte Vortrag zeichnet die historische Entwicklung dieser einzigartigen Schloss- und Parklandschaft nach und gibt zugleich Einblicke in ihre Wiedergewinnung seit 1989.
Veranstaltungsort
SCHROPP Land & Karte Knesebeckstr. 20/21 10623 Berlin
„Gelebtes Kulturerbe“ – Revitalisierung von Schlossruinen
Archiv 2021
»Gelebtes Kulturerbe« – praktische denkmalpflegerische
Aneignung eines gemeinsamen Kulturerbes im deutsch-polnischen Grenzraum
Spring-School vom 23. bis zum 29.3.2021 auf Schloss Muhrau/Morawa, Schlesien
Die Werkstatt beschäftigt sich mit einem in Europa einmaligen Landschafts- und Kulturensemble, das sich durch die Dichte an Schlössern und Herrenhäuern in einem besonders reizvollen Natur- und Grenzraum auszeichnet.
Inhalte der einwöchigen Bauhütte sind methodische Schulung in Baugeschichte, Stilkunde und historischer Materialverwendung sowie praktische, nichtinvasive Bauuntersuchung an und Entwurf von adäquaten, innovativen Nutzungskonzepten für bestandsgefährdete Schlösser und Herrenhäuser in Schlesien
Ziel ist es, dieses bauliche Erbe Schlesiens als
schützenswertes Zeugnis der gemeinsamen europäischen Kulturgeschichte zu
verstehen, die für die Erhaltung relevanten Aufgaben zu erkennen und zur
Identifikation mit der Region beizutragen.
Für jeweils vierköpfige Teams hat Werkstattleiter Arne Franke, Kunsthistoriker und Denkmalpfleger, vier Schlösser/Untersuchungsobjekte ausgewählt, für die historische und architekturgeschichtliche Analysen sowie zukünftige Nutzungsideen entwickelt werden sollen. Die Ergebnisse werden in einer illustrierten Broschüre zusammengefasst.
Die Unterbringung der Teilnehmer der Werkstatt erfolgt im
Schloss Muhrau/Morawa, selbst ein Beispiel für eine gelungene Restaurierung und
Wiedernutzung eines niederschlesischen Baudenkmals. Von dort aus werden die
ausgewählten Objekte besucht und erkundet.
Penkendorf/Panków (PL) | Schloss um 1910 – Fotograf Robert Weber, Dresden
Penkendorf/Panków (PL) | Renaissancezeitliches Gewölbe im Erdgeschoss
Penkendorf/Panków (PL) | Kellergeschoss
Penkendorf/Panków (PL) | Binnengliederung
Penkendorf/Panków (PL) | Hauptfassade
Laasan/Łażany (PL) | Schloss um 1910 – Fotograf Robert Weber, Dresden
Laasan/Łażany (PL) | Nordwestansicht
Laasan/Łażany (PL) | Südfassade
Laasan/Łażany (PL) | Nordostansicht
Laasan/Łażany (PL) | Barockes Hauptportal
Laasan/Łażany (PL) | Gewölberaum im Erdgeschoss
Laasan/Łażany (PL) | Gewölberaum im Erdgeschoss
Laasan/Łażany (PL) | Heute verlorene Inschrift aus dem 16. Jahrhundert (2004)
Habendorf/Owiesno (PL) | Schloss um 1910 – Fotograf Robert Weber, Dresden
Habendorf/Owiesno (PL) | Blick zur Hofanlage und der Schlossruine
Habendorf/Owiesno (PL) | Zufahrt zum Schlossgelände mit Wirtschaftsgebäuden
Habendorf/Owiesno (PL) | Renoviertes Protal zur Hofanlage
Habendorf/Owiesno (PL) | Westfassade
Habendorf/Owiesno (PL) | Ostfassade
Habendorf/Owiesno (PL) | Barockes Gärtnerhaus
Raudnitz/Rudnica (PL) | Schloss um 1910
Raudnitz/Rudnica (PL) | Schloss
Raudnitz/Rudnica (PL) | Schloss
Raudnitz/Rudnica (PL) | Renaissancezeitliche Sgraffitodekoration und Türgewände
Raudnitz/Rudnica (PL) | Renaissancezeitliches Gewölbe im Erdgeschoss
Raudnitz/Rudnica (PL) | Binnengliederung
Muhrau/Morawa | Anstelle eines schlichten Sommersitzes der Benediktinerinnen von Striegau/Strzegom ließ der aus einer Unternehmerfamilie stammende Eduard von Kramsta 1873 einen repräsentativen Schlossbau errichten, der seit den frühen 1990er Jahren eine Bildungsstätte und einen caritativen Kindergarten beherbergt.
…in den Ansichten von Friedrich Bernhard Werner (1690-1776)
Schloss Krobnitz Archiv 06.12.2025
Friedrich Bernhard Werner war ein begnadeter Ansichtenzeichner und Kupferstecher, der in seiner Heimat – er stammte aus dem südlichen Niederschlesien – fast unzählige topographische Ansichten, u. a. als kolorierte Federzeichnungen anfertigte. Darunter befinden sich nahezu 300 Ansichten von Schlössern und Herrenhäusern. Heute stellen diese eine unverzichtbare Bildquelle dar, sind sie doch häufig auch die ersten Darstellungen schlesischer Adelssitze überhaupt. Der reich illustrierte Vortrag zeigt die Ansichten Werners im Vergleich zu Darstellungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie aktuellen Fotografien.
Veranstaltungsort
Schloss Krobnitz Am Friedensthal 5 02894 Reichenbach/Oberlausitz Tel.: 035828/88700
Historische Gutsanlagen mit ihren Schlössern und Parks gehören zu den prägenden architektonischen Zeugnissen der Kulturlandschaften östlich von Oder und Neiße. Der Vortrag richtet den Blick auf zwei dieser heute jenseits der deutschen Grenze gelegenen Räume: das östlich von Stettin/Szczecin gelegene Hinterpommern, das sich über zwei polnische Woiwodschaften erstreckt, sowie die ehemals brandenburgische Neumark östlich der Oder.
Beide Regionen stehen bis heute im Schatten der bekannteren Schlösserlandschaften Ostpreußens und Schlesiens, verfügen jedoch über einen bemerkenswert reichen Bestand an Burgen, Schlössern, Herrenhäusern und Gutsanlagen aus unterschiedlichen Epochen. Ihre Entstehung geht auf vielfältige historische Akteure zurück – von den aus slawischem Adel hervorgegangenen Greifenherzögen über den Johanniterorden bis hin zu Lokatoren aus den westlichen Gebieten des Heiligen Römischen Reiches.
Anhand ausgewählter Beispiele zeichnet der Vortrag die Entwicklung dieser Adelssitze von ihren mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Anfängen bis in die Gegenwart nach. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Veränderungen seit den 1990er Jahren: Zahlreiche Schloss- und Gutsanlagen befinden sich heute im Besitz engagierter privater Eigentümer oder Initiativen, die sie als Teil eines gesamteuropäischen Kulturerbes restaurieren, neu nutzen und damit für die Zukunft sichern. Historisches und aktuelles Bildmaterial veranschaulicht diesen Spannungsbogen zwischen Verfall, Wiederentdeckung und Revitalisierung und macht zugleich Lust auf kulturhistorische Entdeckungen in zwei noch immer wenig bekannten, aber umso lohnenderen Regionen.
In Zusammenarbeit mit den Städtischen Museen Zittau
Die zweitägige Studienreise führt in eine der kulturhistorisch reichsten, zugleich landschaftlich markantesten Regionen Böhmens: nach Nordostböhmen, wo sich am Südrand der Sudeten mittelalterliche Kleinstädte, aristokratische Repräsentationsarchitektur und klösterliche Bautraditionen eindrucksvoll überlagern. Neben den Städten Gablonz an der Neiße/Jablonec nad Nisou, dessen Stadtbild und Regionalmuseum bis heute von der Blüte der Glas- und Bijouterieindustrie um 1900 geprägt ist, besuchen wir Hohenelbe/Vrchlabí, das Tor zum Riesengebirge mit seinem eindrucksvollen Schloss, dem Augustinerkloster und gut erhaltenen Bürgerhäusern sowie das Städtchen Arnau/Hostinné, das mit seinem Ring (Marktplatz) mit gotischen, zum Teil barockisierten Laubenhäusern ein nach wie vor weitgehend unversehrt gebliebenes Stadtbild aufweist. Mit Braunau/Broumov betreten wir das Zentrum des gleichnamigen Klosterlands, geprägt vom monumentalen, durch die bayerisch-böhmischen Baumeister Christoph und Kilian Ignatz Dientzenhofer barockisierten Benediktinerkloster. Nachod/Náchod schließlich vereint eine mittelalterliche Stadtanlage mit einem eindrucksvollen Renaissanceschloss, das oberhalb des Stadtzentrums thront. Zum Abschluss besuchen wir den einstigen Badeort Kukus/Kuks an der Elbe, dessen in die Flusslandschaft integriertes barockes Hospital zusammen mit dem Skulpturenreichtum des Bildhauers Matthias Bernhard Braun zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk verschmelzen.
Hohenelbe/Vrchlabí | Das in der Renaissance errichtete und Anfang des 17. Jahrhunderts umgebaute Schloss der Adelsfamilien Morzin und Černín beherbergt heute das Stadtamt.
Nachod/Náchod | Hoch über der Stadt erhebt sich das Schloss, ein Renaissancebau, der sich seit dem Dreißigjährigen Krieg in den Händen der Adelsfamilien Piccolomini, Biron von Kurland und zuletzt den Fürsten von Schaumburg-Lippe gehörte.
Trautenau/Trutnov | Winterliche Ansicht des des von Lauben gesäumten Marktplatzes
Kukus/Kuks | Fernsicht auf den im Auftrag des Grafen Franz Anton von Sporck errichteten barocken Hospitalkomplex.
Kukus/Kuks | Blick in das Gartenparterre hinter dem barocken Hospitalkomplex.
Kukus/Kuks | Nahe des einstigen barocken Kurbads Kukus entstand unter dem Grafen Franz Anton von Sporck durch den genialen Bildhauer Matthias Bernhard Braun Kukus/Kuks | Nahe des einstigen barocken Kurbads Kukus entstand unter dem Grafen Franz Anton von Sporck durch den genialen Bildhauer Matthias Bernhard Braun ein allegorienreicher Landschaftsgarten.
Gablonz an der Neiße/Jablonnec nad Nisou |
Gablonz an der Neiße/Jablonnec nad Nisou | Ausdruck der florierenden Bijouterieindustrie, für die die Stadt international bekannt war, ist das Neue Rathaus im Stil des Neuen Bauens
Gablonz an der Neiße/Jablonnec nad Nisou |
Gablonz an der Neiße/Jablonnec nad Nisou |
Gablonz an der Neiße/Jablonnec nad Nisou | Außerhalb der Altstadt entstand zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein Viertel mit Jugendstilvillen, an deren Rand die Altkatholische Kirche steht.
Historische Gutsanlagen mit ihren Schlössern und Parks gehören zu den prägenden architektonischen Zeugnissen der Kulturlandschaften östlich von Oder und Neiße. Der Vortrag richtet den Blick auf zwei dieser heute jenseits der deutschen Grenze gelegenen Räume: das östlich von Stettin/Szczecin gelegene Hinterpommern, das sich über zwei polnische Woiwodschaften erstreckt, sowie die ehemals brandenburgische Neumark östlich der Oder.
Beide Regionen stehen bis heute im Schatten der bekannteren Schlösserlandschaften Ostpreußens und Schlesiens, verfügen jedoch über einen bemerkenswert reichen Bestand an Burgen, Schlössern, Herrenhäusern und Gutsanlagen aus unterschiedlichen Epochen. Ihre Entstehung geht auf vielfältige historische Akteure zurück – von den aus slawischem Adel hervorgegangenen Greifenherzögen über den Johanniterorden bis hin zu Lokatoren aus den westlichen Gebieten des Heiligen Römischen Reiches.
Anhand ausgewählter Beispiele zeichnet der Vortrag die Entwicklung dieser Adelssitze von ihren mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Anfängen bis in die Gegenwart nach. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Veränderungen seit den 1990er Jahren: Zahlreiche Schloss- und Gutsanlagen befinden sich heute im Besitz engagierter privater Eigentümer oder Initiativen, die sie als Teil eines gesamteuropäischen Kulturerbes restaurieren, neu nutzen und damit für die Zukunft sichern. Historisches und aktuelles Bildmaterial veranschaulicht diesen Spannungsbogen zwischen Verfall, Wiederentdeckung und Revitalisierung und macht zugleich Lust auf kulturhistorische Entdeckungen in zwei noch immer wenig bekannten, aber umso lohnenderen Regionen.
Die malerisch in die Vorgebirgslandschaft südlich der Hohen Tatra eingebettete Zips (Spiš) zählt zu den noch immer wenig bekannten Kulturlandschaften Ostmitteleuropas, nachdem sich die bis 1918 zu Ungarn gehörende Region seit dem Zweiten Weltkrieg hinter dem Eisernen Vorhang verbarg. Damit schwand auch die Kenntnis um die reichen Kunst- und Kulturschätze, die von einer multiethnisch geprägten Bevölkerung – vorwiegend Slowaken, Ungarn und Karpatendeutschen, den „Zipser Sachsen“ – geschaffen worden waren.
Letztere kamen, gerufen durch die ungarischen Könige, seit dem 12. Jahrhundert als Siedler in das Land und gründeten zahlreiche Dörfer und Städte, die sich zu blühenden Gemeinwesen und wesentliche Kulturträgern entwickelten.
Noch heute lässt sich deren Bedeutung an den renaissancezeitlichen und barocken Bürgerhäusern sowie den reich ausgestatteten gotischen Stadtkirchen der Städte wie Leutschau/Levoča oder Kesmark/Kežmarok ablesen. Letztere weisen, ebenso wie viele ländliche Kirchen, eine erstaunliche Zahl an spätgotischen Flügelaltären auf, die wiederum die engen künstlerischen Einflüsse aus Deutschland, Österreich und Böhmen sowie dem südöstlich gelegenen Siebenbürgen reflektieren.
Der Vortrag wird die Entwicklung dieser Kulturlandschaft anhand prominenter Baudenkmäler, wie dem in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommenen geistlichen Zentrum des „Zipser Kapitels“ und seinem weltlichen „vis-à-vis“, der Zipser Burg wie auch wenig bekannter Sakral- und Profanbauten illustrieren.
Das von der imposanten Landschaft des Riesengebirges begrenzte Hirschberger Tal/Kotlina Jeleniogórska begeistert mit seiner Vielzahl an Schlössern und Parkanlagen. Hier richtete das Hohenzollernhaus drei königliche Sommersitze ein, die u. a. durch die Architekten Schinkel und Stüler sowie den Gartenarchitekten Lenné entscheidend geprägt wurden und die Kulturlandschaft als „Schlesisches Elysium“ schon im 19. Jahrhundert überregional bekannt werden ließ.
Nach der Fahrt durch die Görlitzer Heide und das Vorland des Isergebirges erreichen Sie am vormittag den mittelalterlichen, 1310 datierten Wohnturm von Boberröhrsdorf/Siedlęcin mit seinen spektakulären Wandmalereien. Nach dessen Besichtigung geht es – an der Stadt Hirschberg/Jelenia Góra vorbei – zum Schloss in Lomnitz/Łomnica mit einem Museum, einem revitalisierten Wirtschaftshof, einem evangelischen Bethaus sowie einer kleinen Parkanlage. Nach dem Mittagessen umrunden Sie mit einem kurzen Spaziergang die ehemalige königlich-preußische Sommerresidenz von Fischbach/Karpniki. Fischbach wurde als Sitz des Prinzen Wilhelm von Preußen im Stil der englischen „castle gothic“ umgebaut und beeindruckt bis heute durch sein pittoreskes Erscheinungsbild. Zuletzt besuchen Sie das von Reden´sche Gut in Buchwald/Bukowiec mit einem der frühesten englischen Landschaftsgärten in Schlesien. Sie erleben an diesem Tage einen repräsentativen Ausschnitt der faszinierenden Schlösserlandschaft Schlesiens, gleichzeitig eine der schönsten Regionen des Landes. Das Hirschberger Tal/Kotlina Jeleniogórska, das auch durch seine landschaftlichen Höhepunkte besticht, die, im wahrsten Sinne des Wortes, in der Riesengebirgskette mit der mehr als 1.600 Meter hohen Schneekoppe gipfeln. Schon seit dem späten 18. Jahrhundert war die Region Ziel zahlreicher Künstler, darunter Malern wie Carl Christoph Reinhardt, Caspar David Friedrich und Adrian Ludwig Richter, die in ihren Werken die „Imposante Landschaft“ rühmten.
Zeitgleich war das Tal auch Anziehungspunkt von Dichtern, Schriftstellern und Kulturreisenden, deren klangvolle Namen wie Johann Wolfgang von Goethe, Theodor Körner, Alexander von Humboldt und Theodor Fontane, später dann auch Gerhart und Carl Hauptmann sich in die Geschichte des Tals eingeschrieben haben. Schon in den 1820er Jahren begann auch das preußische Königshaus die liebliche Gegend als Sommerfrische zu entdecken – zuerst mit dem Prinzen Wilhelm von Preußen, dem Bruder König Friedrich Wilhelms III., der 1821 Schloss Fischbach erwarb. Darauf folgte 1830 der Kauf von Erdmannsdorf durch den König. Schloss Erdmannsdorf – seit Ende des Zweiten Weltkriegs als Schule genutzt, war der Sommersitz der königlichen Familie, bis es Anfang des 20. Jahrhunderts durch Kaiser Wilhelm II. in private Hände veräußert wurde. Schließlich erwarben die Hohenzollern 1838 Schildau, das nur durch den Fluß Bober/Bóbr von Lomnitz getrennt ist. Es war ein Geschenk für Prinzessin Luise und wartet mit einem schönen Landschaftspark auf, vermutlich nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné. Auch weitere Schlösser im Hirschberger Tal wurden in weitläufige Parkanlagen eingebettet, bei heute teilweise ebenfalls dem königlich preußischen Gartenbaudirekt Peter Joseph Lenné zugeschreiben werden. Schon bald erlebte das Hirschberger Tal, das seit 1866 auch direkt mit Berlin durch eine Eisenbahnlinie verbunden war, eine ungeahnte Blütezeit und wurde bald überregional bekannt als „Schlesisches Elysium“.
Boberröhrsdorf/Siedlęcin | Der Wohnturm von Boberröhrsdorf zählt zu den bedeutendsten mittalterlichen Profanbauten Schlesiens. 1314 errichtet und nahezu unverfälscht bis heute erhalten geblieben, bietet er mit seinen Wandmalereien aus der Mitte des 14. Jahrhunderts einen einmaligen kulturhistorischen Schatz.
Boberröhrsdorf/Siedlęcin | Der Wohnturm von Boberröhrsdorf zählt zu den bedeutendsten mittalterlichen Profanbauten Schlesiens. 1314 errichtet und nahezu unverfälscht bis heute erhalten geblieben, bietet er mit seinen Wandmalereien aus der Mitte des 14. Jahrhunderts einen einmaligen kulturhistorischen Schatz.
Lomnitz/Łomnica | Das 1720 errichtete Schloss erwarb 1835 der preußische Diplomat C. G. E. von Küster, in dessen Familie es bis 1945 blieb. Seit 1992 wieder im Besitz seiner Nachkommen, zählt das Anwesen mit Schloss, Witwenhaus und Dominium dank deren Engagement zu den schönsten und bekanntesten Adelssitzen der Region.
Lomnitz/Łomnica | Das 1720 errichtete Schloss erwarb 1835 der preußische Diplomat C. G. E. von Küster, in dessen Familie es bis 1945 blieb. Seit 1992 wieder im Besitz seiner Nachkommen, zählt das Anwesen mit Schloss, Witwenhaus und Dominium dank deren Engagement zu den schönsten und bekanntesten Adelssitzen der Region.
Lomnitz/Łomnica | Das 1720 errichtete Schloss erwarb 1835 der preußische Diplomat C. G. E. von Küster, in dessen Familie es bis 1945 blieb. Seit 1992 wieder im Besitz seiner Nachkommen, zählt das Anwesen mit Schloss, Witwenhaus und Dominium dank deren Engagement zu den schönsten und bekanntesten Adelssitzen der Region.
Schildau/Wojanów | Zu den in den letzten Jahren restaurierten Schlössern zählt auch der königliche Sommersitz der Hohenzollern in Schildau, der 1838 durch König Friedrich Wilhelm III. erworben wurde. Der von einem Architekten aus dem Umkreis von Schinkel errichtete Bau ist von einem jüngst wieder angelegten Landschaftspark umgeben.
Schildau/Wojanów | Zu den in den letzten Jahren restaurierten Schlössern zählt auch der königliche Sommersitz der Hohenzollern in Schildau, der 1838 durch König Friedrich Wilhelm III. erworben wurde. Der von einem Architekten aus dem Umkreis von Schinkel errichtete Bau ist von einem jüngst wieder angelegten Landschaftspark umgeben.
Fischbach/Karpniki | Das seit den 1990er Jahren leerstehende und gänzlich verwahrloste Schloss, seit 1822 Sommersitz des preußischen Prinzen Wilhelm und seiner Familie, wurde durch einen polnischen Investor restauriert, große Teile des historischen Interieurs rekonstruiert. 2014 fertig gestellt, beherbergt die ehemalige Sommerresidenz der Hohenzollern heute ein stilvolles Hotel.
Buchwald/Bukowiec | Das kleine, zu Ende des 18. Jahrhunderts durch den Grafen Friedrich Wilhelm von Reden klassizistisch überformte Schloss geht auf ein renaissancezeitliches Wasserschloss zurück. Im Innern sind viele bauliche Details, wie frühbarocke Stuckdecken und mehrere klassizistische Wohnräume erhalten geblieben.
Buchwald/Bukowiec | Schloss, in Renovierung, August 2024
Buchwald/Bukowiec | Der Ende des 18. Jahrhunderts durch den Grafen Friedrich Wilhelm von Reden angelegte Landschaftspark zählte zu den frühesten Anlagen nach englischem Vorbild in Schlesien. Nach jahrelanger Verwahrlosung wird er seit 2010 durch eine polnische Stiftung verwaltet und sukzessive revitalisiert.
Buchwald/Bukowiec | Der Ende des 18. Jahrhunderts durch den Grafen Friedrich Wilhelm von Reden angelegte Landschaftspark zählte zu den frühesten Anlagen nach englischem Vorbild in Schlesien. Nach jahrelanger Verwahrlosung wird er seit 2010 durch eine polnische Stiftung verwaltet und sukzessive revitalisiert.
Buchwald/Bukowiec | Blick vom Belvedere zur Schneekoppe
Buchwald/Bukowiec | Abendstimmung im Park – mit Blick auf das Riesengebirge
Erdmannsdorf/Mysłakowice | Das Schloss, seit 1831 Sommersitz König Friedrich Wilhelms III., geht auf eine kleine barocke Dreiflügelanlage zurück, die König Friedrich Wilhelm IV. durch den Architekten Friedrich August Stüler im Stil der englischen „castle gothic“ erweitern ließ.
Die Geschichte Lettlands ist geprägt von einem
vielschichtigen Erbe wechselnder Herrschaften und kultureller Einflüsse. Seit
dem Mittelalter war das Land Teil des livländischen Ordensstaates, erlebte die
Herrschaft des polnisch-litauischen Adels, stand unter schwedischer Verwaltung
und gelangte schließlich im 18. Jahrhundert unter die Oberhoheit des Russischen
Reiches. Diese politischen Wandlungen spiegeln sich bis heute in der
Architektur und Kultur der Region wider – nirgends eindrucksvoller als in den
zahlreichen Schlössern und Herrenhäusern, die das baltische Landschaftsbild
prägen.
Die Studienreise führt zu ausgewählten Beispielen der mehr als tausend Schlösser und Herrenhäuser umfassenden Kulturlandschaft, die neben den reizvollen Stadtbildern ein eindrucksvolles Zeugnis baltischer Baukunst ablegen. Von der barocken Pracht der Residenzen Ruhenthal/Rundāle und Mitau/Jelgava über die historischen Gutshäuser Kurlands und Semgallens bis zu den Altstädten von Riga und Liebau/Liepāja und spannt sich ein weiter Bogen architektonischer Vielfalt. Fachkundig begleitet von dem Architekturhistoriker Arne Franke und der lettischen Reiseleiterin Aija Kočina eröffnet die Reise vertiefende Einblicke in Geschichte, Restaurierung und heutige Nutzung dieser einzigartigen Bauzeugnisse. Gespräche mit Vertretern der staatlichen Denkmalverwaltung und engagierten Eigentümern gewähren unmittelbaren Zugang zu aktuellen Fragen des Erhalts und der Wiederbelebung des baltischen Kulturerbes.
Riga | Das Schwarzhäupterhaus, ursprünglich 1334 als Gildehaus errichtet und später mehrfach umgestaltet, repräsentierte über Jahrhunderte das Selbstverständnis der unverheirateten deutschen Kaufleute Rigas und wurde nach seiner Zerstörung 1941 in historischer Form 1999 rekonstruiert.
Quelle: pixabay/makalu – Bearb. Arne Franke
Riga | Die historische Altstadt, sowohl deren Grundriss als auch die meisten erhaltenen Gebäude, bis auf die Gründungszeit der Stadt zurück. Heute steht sie mit ihren zahlreichen Kirchen und zum Teil repräsentativen Bürgerhäusern unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes.
Quelle: pixabay/Germanslat
Riga | Die Neustadt von Riga umfasst ein großes Quartier, das Anfang des 20. Jahrhunderts mit repräsentativen Mehrfamilienhäusern im Jugendstil entstand. Aufgrund der hohen Qualität der Bauwerke und der Geschlossenheit des Viertel ist es Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Quelle: pixabay/makalu
Orellen / Ungurmuiža | Das hölzerne barocke Herrenhaus, um 1732–1734 für die Familie von Campenhausen errichtet, bewahrt im Innern einzigartige Wandmalereien der Erbauungszeit.
Credit: Bearbeitung: Arne Franke, basierend auf: SchiDD, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons – link: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Ungurmui%C5%BEa_Manor_House?uselang=de#/media/File:Herrenhaus-Orellen.jpg